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Di, 19:22 Uhr
22.12.2009

Ein bedeutender Tag

Die Einwohner von Nordhausen, Bernterode/Schacht, Nieder- und Obergebra sowie Sollstedt werden den heutigen Tag ganz rot und ganz dick im Kalender vermerkt haben. Für diese Orte hat sich einiges im Straßenverkehr geändert.


In Nordhausen wurde die Bahnunterführung freigegeben und im weiteren Verlauf Richtung Werther auch die Helmebrücke. Das sind schon herausragende Ereignisse und eine Erleichterung für Kraftfahrer und Anlieger. Eines aber vermochte das alles zu überstrahlen: Die Freigabe des letzten Abschnittes und somit auch der gesamten Autobahn A38.

Halb-Fertig (Foto: F. Jeschke)

Die Historie

1995 wurde mit dem Bau des Autobahnkreuzes Rippachtal begonnen. Dazu gehörten auch die Saalebrücke und der Abschnitt zwischen Lützen und der B91 Merseburg / Weißenfels. Der Vorrang dieses Projektes war den Chemiegebieten Leuna und Buna zuzuschreiben, wobei auch viel Schmiergeld geflossen sein soll. Das "Verkehrsprojekt Deutsche Einheit" (Projekt Nr. 13) war sozusagen eröffnet.

Fast zur gleichen Zeit, im März 1996, war erster Spatenstich in Thüringen, an der Autobahnbrücke über die B4 zwischen Sundhausen und Steinbrücken. Man kann sich heute kaum noch vorstellen, dass die Bundesstraße einmal durch Sundhausen führte. Die Umgehungsstraße Sundhausen gehörte auch zu diesem Projekt.

Zwei Jahre später am 26.08.1998 begannen auch in Sachsen die Bauarbeiten der 39,7 km Autobahn mit dem Weiterbau ab dem Anschluss Lützen, als ersten von vier Bauabschnitten bis zum Dreieck Patenaue. In dieser Zeit wurde auch der Vergnügungspark Belantis gebaut, der sogar eine eigene Ausfahrt bekam.

In Niedersachsen begann man dann am 22. August 2003 mit den Bauarbeiten und hatte ab diesem Datum sozusagen in allen vier Bundesländern die A38 in Bau. Der Heidkopftunnel als Grenztunnel zwischen Niedersachsen und Thüringen wurde am 23. März 2004 begonnen. Mit Klagen seitens der Bürgerinitiativen im Leinetal wollte man den Bau der Autobahn verhindern, diese wurden aber abgelehnt.

Die Eröffnung des Heidkopftunnels am 20. Dezember 2006 war auch gleichzeitig die Verkehrsfreigabe für den gesamten niedersächsischen Bauabschnitt. Wegen des schwierigen Geologischen Untergrundes im Tunnel werden derzeit Gutachten erstellt. Da östlich des Heidkopftunnels die Trasse über Erdfallgebiete verläuft, wurden zur Sicherung der Fahrbahn hier teilweise dynamische Intensivverdichtungen durchgeführt und eine 300 m lange Erdfallplatte aus Stahlbeton eingebaut.

Dynamische Intensivverdichtung heißt, es werden Gewichte von 25-30 t aus einer Höhe von 15-35 m auf den Boden fallen gelassen. Um die Instabilität zu verdeutlichen, sei dabei erwähnt, dass bei einem Schlag das Gewicht auch schon einmal 6 m tief im Boden versinken kann. Ziel dieser Verdichtung ist es, im Bereich der Autobahntrasse im Boden eine tragfähige Schicht zu erzeugen.

Noch vor Niedersachsen wurde am 13. August 2006 die A38 in Sachsen eröffnet, gefolgt von Sachsen Anhalt am 10. Dezember 2008 mit dem Teilstück zwischen Eisleben und dem Dreieck Halle-Süd.

„Es bleibt dabei, die komplette Fertigstellung der A 38 von der A 7 in Niedersachsen bis zur A 9 in Sachsen/Anhalt ist nach derzeitiger Disposition bis Ende 2005 vorgesehen", versicherte noch am 17. August 2002 der CDU-Bundestagsabgeordnete Manfred Grund nach Rückfrage bei der Autobahnbaugesellschaft DEGES in Berlin, der Thüringer Allgemeinen. Mit dieser Aussage sollte er Lügen gestraft werden, denn es wurde der 22. Dezember 2009.

Es gab viele Komplikationen, Gerichtsentscheide und geologische Probleme, die eine Fertigstellung zum besagten Termin verzögerten. Die Kosten für die gesamte Trasse belaufen sich derzeit auf etwa 1,44 Mrd. . Wenn die A38 auch durchgängig befahrbar ist, so ist Sie immer noch nicht fertig. Das Autobahndreieck Südharz zum Beispiel, ist noch im Bau, als Anschluss an die A71 und westlich von Werther soll noch ein Autobahnähnlicher(4-spurig) Anschluss der B243 gebaut werden. Es gibt also noch viel zu tun!

Die insgesamt 210 Kilometer A38 sind nach 14 Jahren fertig und auf der alten B80 zwischen Bernterode und Niedergebra tritt nun ab heute auch Ruhe ein.
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