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Mi, 07:11 Uhr
21.07.2010

nnz-Forum: Mietspiegel

Loni Grünwald (LINKE), die Zweite Beigeordnete des Landkreises Nordhausen, hat in diesen Tagen einen Brief eines nnz-Lesers in ihrer Post. Wir veröffentlichen ihn an dieser Stelle, ergänzt um eine Karikatur...


Sehr geehrte Frau Grünwald,

in dem Artikel „Bedarf ermitteln“ der nnz-online vom 24. März 2010 kann man lesen, dass Sie alle großen und kleinen Wohnungsunternehmen sowie private Vermieter aufgefordert haben, bis zum 30. Juni anonyme Angaben über Miethöhen, in eine Datenbank einzugeben. Wobei mir das nicht gerade sinnvoll erscheint, denn das Ganze hört sich sehr halbherzig an. Die Vermieter können die Daten ihrer Mieter angeben und dazu auch noch anonym. Kann es dadurch nicht zu Manipulationen kommen? Wenn beispielsweise jemand eine Reihe von niedrigen Mieten eingibt, wird das Ergebnis nach unten gedrückt.

Sie werden sagen, dass so etwas nicht passieren kann, aber schauen wir uns doch einmal die Arbeitslosenzahlen an. Jeder weiß, dass sie so nicht stimmen. Bei dem Mietspiegel geht es schließlich auch um Arbeitslose, bzw. um Alg-II-Empfänger und deren Mieten. Ist es nicht so, dass der Kreis in der Vergangenheit unter Ihrer Federführung , immer wieder versucht hat, die Mieten für Hartz-IV-Empfänger zu drücken?

Karikatur (Foto: H. Buntfuß) Karikatur (Foto: H. Buntfuß)

Ich verstehe auch nicht, dass man sich im Kreis Nordhausen so schwer tut, einen korrekten Mietspiegel zu erstellen. In anderen Landkreisen ist so etwas der Normalfall. Wenn ich den Artikel lese, habe ich das Gefühl, in Nordhausen müsste man die Vermieter förmlich anbetteln, damit sie die Höhe ihrer Mieten preisgeben.

Da wir heute den 20. Juli 2010 haben, möchte ich doch einmal höflich nachfragen, wie weit diese Angelegenheit gediehen ist. Wie lange kann es dauern, um von Datensätzen der Wohnungsgesellschaften und privaten Vermietern den Durchschnitt zu ermitteln? Braucht man dafür wirklich Kenntnisse von diplomierten Mathematikern oder genügen auch Mathematikkenntnisse, die jeder leitende Mitarbeiter eines Nordhäuser Amtes eigentlich haben sollte? Oder ist dieser Verwaltungsakt eine geheime Verschlusssache?
Mit freundlichen Grüßen, Harald Buntfuß
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Georg
21.07.2010, 13:59 Uhr
Da bin ich mal...
gespannt wie die Antwort ( wenn es überhaupt eine gibt) ausfällt. Die Anpassung der Mieten für die Hartz IV Empfänger ist schon vor zwei Jahren von Frau Grünwald angekündigt worden. Stadtrat und die Fachhochschule haben damals bereits eine Anhebung der Kaltmietsätze gefordert. Auch die Sätze für Heizung und Betriebskosten müssen erhöht werden. Zwei Jahre gewartet = viel Geld gespart! Also jetzt mal flott, flott Frau Grünwald, die Zeit drängt!
Mister X
21.07.2010, 16:44 Uhr
@ Mietspiegel
Herr Buntfuß,
Sie glauben doch nicht etwa, dass von der Frau Grünwald eine Antwort bekommen? Ich persönlich halte unsere Politiker für abgehoben, sie glauben wirklich, dass sie über den „dum.....“ Volk stehen.

Kaum sind diese Personen in die Gremien gewählt wurden, heben sie vom Boden ab. Ich möchte mit einen Zitat von Samuel Taylor Coleridge enden.

„Nur die Weisen sind im Besitz von Ideen. Die meisten Menschen sind von Ideen besessen.“
Georg66
21.07.2010, 17:17 Uhr
Anpassen?
Was soll denn die Aufregung bei den Kosten der Unterkunft für ALG II Empfänger? Die Sätze werden bestimmt bald angepasst und zwar nach unten.
Wenn das richtig durch die Medien herüber gekommen ist, dann fallen im zuge des Sparpaketes der Bundesregierung, die Kosten für Heizung zum 01.01.2011 weg.

Da wird der Eine oder Andere überhaupt nicht mehr klar kommen. Nicht nur kalt duschen, sondern auch eine Kalte Bude. Da kommen interessante Zeiten auf diese Leute zu. Es wird immer sozial kälter in der Bundesrepublik Deutschland.
H.Buntfuß
21.07.2010, 18:08 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema
Georg
21.07.2010, 19:56 Uhr
Warum einfach...
wenn man es auch komplizieren kann. Dadurch werden wieder Monate vergehen bis es ein Ergebnis gibt. Ehe sich die Änderungen in den Kreistagsbeschlüssen wiederfinden vergehen dann noch ein paar Wochen und wieder ist ein Jahr vorbei.
Clever gemacht Frau Grünwald.
Retupmoc
22.07.2010, 07:54 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema
miffi85
24.07.2010, 19:27 Uhr
Schon eine Antwort?
Ich habe den Artikel mit Interesse gelesen, mich würde es interessieren, ob Sie, Herr Buntfuß, schon eine Antwort auf Ihren Brief bekommen haben? Schließlich ist ja Frau Grünwald Mitglied der Linkspartei, die ja sehr populistisch ihre sozialen Themen in den Vordergrund stellt.

Nun hier könnte die Partei doch einmal zeigen, wie sozial sie wirklich ist. Wie gesagt, Frau Grünwald ist als Mitglied der Linken auch Chefin des Sozialamts und hat somit einen gewissen Einfluss, den sie nutzen sollte.

Aber was ich so höre und lese, da steht Frau Grünwald wohl eher auf Seiten der CDU, denn sie bringt ja immer wieder die Mietkürzungen für ALG II – Empfänger ins Spiel. Es würde mich freuen, wenn Sie eine Antwort bekommen sollten und Sie diese dann veröffentlichen würden.
Georg
25.07.2010, 21:45 Uhr
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