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So, 19:00 Uhr
24.05.2026
Meine Meinung

Riesen-Bärenklau im Naturschutzgebiet

Immer wieder wurden seitens des Landratsamtes Maßnahmen gegen den sich rasant ausbreitenden Riesen-Bärenklau angekündigt oder Verantwortlichkeiten benannt. Augenscheinlich aber ist nichts geschehen. Nun sah ich ein Exemplar im Naturschutzgebiet, was höchst alarmierend ist. So darf es nicht weitergehen, meint Bodo Schwarzberg in seiner Kolumne...

Bild:
Dieses Exemplar Riesen-Bärenklau sah ich gestern im Naturschutzgebiet Sattelköpfe. (Foto: Bodo Schwarzberg)

Der Fund ist alarmierend: Im Naturschutzgebiet Sattelköpfe bei Hörningen kartierte ich gestern ein Exemplar des Riesen-Bärenklaus (Heracleum mantegazzianum) - direkt am Karstwanderweg.

Noch hatte sich kein bis zu 3 oder 4 Meter hoch werdender Blütenstängel entwickelt, aus dem später tausende Früchte für die weitere Ausbreitung des invasiven, aus dem Kaukasus stammenden Neophyten sorgen.

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Ich nahm mein Taschenmesser und säbelte die Blätter sowie den Vegetationskegel ab. - Gefahr vorerst gebannt. Der Wurzel jedoch konnte ich mit dem Taschenmesser nichts anhaben. Sie wird zeitnahe erneut austreiben, - wenn man sich nicht kümmert.

Und gekümmert wird sich behördlicherseits augenscheinlich nicht. Dazu schrieb ich bereits vor knapp einen Jahr mal wieder einen Artikel zum Thema.

Praktisch alle größeren Fließgewässerufer außerhalb des Harzes nördlich und nordwestlich von Nordhausen sind mit dieser gesundheitlich und ökologisch schädlichen Art über größere Strecken verseucht, insbesondere Sachsengraben, Wieda und Zorge.

Bild:
Die Blätter schnitt ich ab. Das Problem ist im Landkreis damit aber nicht gelöst. (Foto: B. Schwarzberg)

Unweit des Nordrandes vom NSG Sattelköpfe sah ich im vergangenen Jahr zahlreiche blühende Pflanzen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Art ins Naturschutzgebiet eindringt. Mittlerweile verbreitet sie sich auch in der Stadt Nordhausen entlang der Zorge.

In wenigen Wochen werden wieder tausende der riesigen weißen Dolden zu sehen sein und Wochen später mit ihren schwimmfähigen Früchten für den nächsten Ausbreitungsturbo entlang der Bäche und Flüsse sorgen.

Im Interesse des Bevölkerungsschutzes vor dem gefährlichen Kontakt mit dieser Pflanze sollten die Untere Naturschutzbehörde sowie der Landschaftspflegeverband Südharz-Kyffhäuser Maßnahmen mit Flächeneigentümern und Flussmeistereien koordinieren und ein Register der Vorkommen, wie im Landkreis Greiz, anlegen (siehe obiger Artikel).

Alle Finder von Riesen-Bärenklau-Exemplaren sollten aufgefordert werden, selbige zu melden, damit unverzüglich und vor allem effektiv Maßnahmen eingeleitet werden können.

Bereits laut nnz vom 3.8.2020 sollte es dazu eine Expertenrunde bei der Unteren Naturschutzbehörde Nordhausen geben. Was ist daraus geworden?
Bodo Schwarzberg
Autor: psg

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Kommentare
HisMastersVoise
24.05.2026, 20:34 Uhr
Casa Blanka!
Bei Rückfragen zu diesem Thema wurde von Seite des Landratsamtes erklärt, das für die Bekämpfung der Herkulesstaude kein Geld da ist. Letztes Jahr gab es wohl Unterstützung, welche auch von den Empfängern für Bekämpfungsmaßnahmen eigesetzt wurde. Aber dieses Jahr ist Casa Blanka. Also werden die Stauden so lange wachsen, bis wir erste Todesfälle haben oder die Kommunen unterhalb Nordhausen wegen fehlender Gefahrenabwehr verklagen. Denn scheinbar beginnt die Plage ja im Kreis Nordhausen. Ich möchte nicht in der Haut des Landrates stecken, wenn diese ökologische Zeitbombe explodiert.
Fönix
25.05.2026, 00:50 Uhr
Kommentar
zurückgenommen!
Franz 2018
25.05.2026, 11:38 Uhr
Geht gar nicht
Die Stauden sind eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und das kann man doch nicht einfach ausblenden! Wenn öffentlich bekannt ist, das der jeweilige Standort gemeldet wurde, stellt sich die Frage der Haftung.... Nicht umsonst sperren und kennzeichnen die Behörden in anderen Regionen auch Örtlichkeiten, wo beispielsweise der Eichenprozessionsspinner zu finden ist. Offensichtlich ist den Verantwortlichen nicht klar, was auf sie zukommt, wenn sie einfach nichts tun.
Klaus1206
25.05.2026, 12:12 Uhr
Stadtverwaltung!
Frag mal einen Blinden ob er was gesehen hat!!!
Bodo Schwarzberg
25.05.2026, 13:43 Uhr
Angebot an Landkreis: Beseitigung Riesen-Bärenklau
Weil ich das Argument, es sei kein Geld für Naturschutzmaßnahmen da (seit 23 Jahren mache ich zahlreiche Maßnahmen ohne Geld und wir konnten mehr erreichen im Artenschutz als teils hoch bezahlte aber zeitlich begrenzte Projekte!), mache ich dem Landkreis Nordhausen ein Angebot: Der Landkreis weist mir einen sagen wir zwei- oder dreihundert Meter... langen Abschnitt z.B. im Bereich des NSG Sattelköpfe zu, und ich beseitige (evtl. mit Mitstreitern) die bald blühenden Exemplare des Riesen-Bärenklaus inkl. Neuaustrieb, nächstes Jahr Dasselbe. - Ich will dafür kein Geld, selbst wenn es welches gäbe.

Es geht mir darum, zu belegen, dass man Altpflanzen schnell unterdrücken kann. Das schließt natürlich nicht aus, dass von flussaufwärts stehenden Beständen und alten Früchten im Boden wieder neue Pflanzen heranwachsen.

Diese Gefahr zeigt, dass der Landkreis das Problem entlang des gesamten Flusssystems angehen muss. - Und das dieses Problem, wie so viele andere auch, über viele Jahre verschleppt wurde, solange, bis wir nun, wegen der vielen km und der riesigen Anzahl Pflanzen, nun eine richtig aufwändige Beseitigung haben.

Aber es gibt Beispiele aus anderen Landkreisen, die funktionieren. Das Netz ist voll davon. Warum geht das hier nicht?? Im Landkreis Harz wurden, ich glaube mit Arbeitslosen, mehrere km, ich glaube an der Selke, nachhaltig riesenbärenklaufrei gemacht. Einfach mal neue Wege gehen!
P.Burkhardt
25.05.2026, 23:31 Uhr
Angebot an Landkreis...
...Lieber Herr Schwarzberg, ich schätze Ihr Engagement und Ihr Wissen ! ... Sicher würde der LK Ihre Hilfe auch in Anspruch nehmen... aber vielleicht sollten Sie Ihr Angebot an die entsprechenden Stellen richten und nicht darauf hoffen, dass diese das hier lesen und laut "JUHU" rufen.

Das ist keine Kritik, sondern ein gut gemeinter Rat ! Ich erlebe es sehr oft, dass schlaue Leute nicht wissen, wie sie sich ins Geschäft bringen können... und bitte: Sie arbeiten,... aber nicht umsonst ! Wie alle Anderen...
Waldemar Ceckorr
26.05.2026, 08:28 Uhr
es gibt im lk nordhausen mehrere ziegenzüchter,
und wie bekannt ist, fressen die ziegen auch den bärenklau.
vielleicht sollte man mal mit denen kontakt aufnehmen.


der waldi
RWE
26.05.2026, 12:13 Uhr
wir werden damit leben müssen
So wie man keine Brennessel anfassen sollte muss eben auch der Bärenklau gemieden werden und das müssen wir lernen.
Es gibt auch andere invasive Arten, wo es für eine Bekämpfung viel zu spät ist. Die Orientalische Zackenschötchen, welche Straßenrändern oder an Autobahnen gedeiht und oft aufgrund der gelben Blüte mit Raps verwechselt wird. Diese Pflanze stellt für Landwirtschaft eine großes Problem dar, ich glaube nicht, dass die "Eindringlinge"ausgerottet werden können.
Lautaro
26.05.2026, 12:43 Uhr
Danke Herr Schwarzberg !
Bleiben sie dran, aktivieren sie fleissige Helfer und auch die Unterstützung durch Steuergelder. Es ist unsere Heimat und meine Enkel möchte nicht nicht über die üblichen Risiken eines Waldspaziergangs einer Gefahr aussetzen.
P. Burkhard.... Sie haben natürlich recht. Aber viele Veränderungen in der Politik sind durch Öffentlichkeit erst in die Gänge gekommen. Aus linker und auch rechter Sicht. Und denken sie mal an die damalige Shell- Plattform (Brent Spar)....ohne das öffentliche Interesse wäre nichts passiert.
Tom der ungläubige
26.05.2026, 15:15 Uhr
Bärenklau im Naturschutzgebiet
Ein guter Artikel, der all das mittlerweile mehrfach beschreibt. Nur die zuständigen Stellen tun einfach nichts. Die untere Naturschutzbehörde unter ihrem Leiter bildet ein Arbeitskreis, übrigens schon vor anderthalb Jahren und trinkt weiterhin Kaffee. Anrufen speziell auch was die Region des Flüsschens Wieda , Zorge, der karstgebiete um die Hörninger Sattelköpfe und so weiter angeht, bringt nichts. Ich hab das schon vor Jahren aufgegeben. wenn diese Behörde in der freien Wirtschaft wäre, müsste sie eigentlich abgeschafft werden wegen nichts tun! Stimmt so nicht! Vor Jahren haben sie mal in Rodishain den Enten und Gänsen final den Zugang zum örtlichen Dorfbach, zwecks Gefieder hygiene verwehrt. Ein Heldentat! Zurück zum Thema, dabei wäre es einfach. Früher konnten die Hörninger Höhen und auch die wieda von Schäfern mit Ziegen und Schafen beweidet werden . diese haben den Bärenklau in frühen Stadien vor der Blüte und der Aussaat gefressen und es gab dieses Problem nicht. Das Naturschutzgebiet Hörningen Sattelköpfe darf nicht mehr beweidet werden warum auch immer und deshalb gibt es hier unter anderem dieses Problem. Und dieses Problem wird sich weiter ausbreiten natürlich entlang der Zorge und so weiter, eine Frage der Zeit und ein weiteresSymptom des Verfalls. Ähnlich wie der Autor versucht man natürlich auf einer Wanderung vor der aussaat des Bären klaus proaktiv zu handeln, wären die eigentlich zuständigen weiter ihren Kaffee schlürfen beim Arbeitskreis. Der Original Autor hat dankenswerterweise die ganzen vorherigen Artikel zum Thema aufgelistet!
Tom der ungläubige
26.05.2026, 15:36 Uhr
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herjemiene
26.05.2026, 16:45 Uhr
Auch Riesen-Bärenklau in Himmelgarten
Riesen-Bärenklau auf paar hundert Quadratmetern im Bereich Himmelgarten unweit des Roßmannsbaches seit vielen Jahren. Sowie im oberen Bereich des westlichen Wanderweges von der Kuckkucksmühle nach Steigerthal. Vielleicht könnte der Landschaftspflegeverband und Naturschutzbehörde einen schönen Turm zur ungefährlichen besseren Betrachtung hinbauen. Wenn dort ein Auto ein Liter Öl verliert, wären wahrscheinlich 5 Feuerwehren und ein Bagger, der das Grundstück bis zum Erdmittelpunkt entfernt. Und der Verursacher ohne Ende verklagt würde. Wichtiger scheint es zu sein , einen teuren Mammutbaum in die ehemalige Flußlandschaft der Zorge mit herrlichen Erlen zu pflanzen. Ob Bärenklau oder Mammutbaum , beides für unsere heimische Insektenwelt und Tierwelt unbekannt. Aber man kann ja mit Kindern als Alibi einen Insektenhotelworkshop machen.
Wyatt Earp
26.05.2026, 20:12 Uhr
Mal den Bärenklau im Dorf lassen.
Wie viele Tote und Schwerverletzte gab es im letzten Jahr im Landkreis durch Bärenklau?
Man muss das Zeug ja nicht gut finden, das Land hat momentan vermutlich aber andere Probleme.
Wen er stört, der soll ihn halt mit Schutzausrüstung wegmachen. Mache ich an mancher Angelstelle ja auch.
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