Gefahren, Zuständigkeiten und Bekämpfungsmaßnahmen
Nordhausen warnt vor invasiven Pflanzenarten
Invasive Pflanzenarten breiten sich im Stadtgebiet von Nordhausen zunehmend aus und stellen sowohl den Naturschutz als auch Grundstückseigentümer vor große Herausforderungen. Betroffen sind insbesondere der Japanische Staudenknöterich, das Orientalische Zackenschötchen und der Riesenbärenklau...
Riesenbärenklau kann bei Berührung gefährlich werden. (Foto: Pressestelle Stadt Nordhausen)Die gebietsfremden Pflanzen verdrängen heimische Arten und gefährden damit die biologische Vielfalt. Zudem erschweren sie die Entwicklung natürlicher Lebensräume für Insekten, Vögel und andere Tiere. Besonders problematisch ist nach Angaben der Stadt der Japanische Staudenknöterich. Er bildet dichte Bestände und verfügt über ein kräftiges Wurzel- und Rhizomsystem, mit dem er sich rasch entlang von Gewässern, Verkehrswegen und auf Brachflächen ausbreitet.
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Auch das Orientalische Zackenschötchen breitet sich zunehmend aus. Die robuste Pflanze besiedelt bevorzugt Straßenränder, Böschungen und Offenlandflächen und verdrängt dort heimische Vegetation. Da sie dem heimischen Raps zum Verwechseln ähnlich sieht, bleibt sie häufig lange unentdeckt. Auch das orientalische Zackenschötchen ist eine nicht heimische Art. (Foto: Pressestelle Stadt Nordhausen)
Besondere Vorsicht ist beim Riesenbärenklau geboten. Sein Pflanzensaft enthält phototoxische Stoffe, die in Verbindung mit Sonnenlicht schwere Hautentzündungen und Verbrennungen verursachen können. Der Saft befindet sich in sämtlichen Pflanzenteilen. Selbst beim Mähen oder Zerkleinern können eingeatmete Dämpfe zu Übelkeit, Atembeschwerden und Kreislaufproblemen führen. Die Stadt bittet daher eindringlich darum, die Pflanzen nicht zu berühren und Funde zu melden.
Grundsätzlich liegt die Bekämpfung invasiver Neophyten in der Verantwortung der jeweiligen Grundstückseigentümer und Nutzungsberechtigten. Eine frühzeitige Erkennung und Beseitigung der Bestände sei entscheidend, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern und den Aufwand möglichst gering zu halten.
Hinweise auf Vorkommen können bei den zuständigen Fachämtern gemeldet werden. Für städtische Flächen ist das Sachgebiet Umwelt und Grünordnung unter der Telefonnummer 03631/9463 Ansprechpartner. Für Gewässer ist das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz zuständig, für den baulichen Außenbereich das Landratsamt Nordhausen.
Auf kommunalen Flächen führt die Stadt nach eigenen Angaben regelmäßig Bekämpfungsmaßnahmen im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten durch. Angesichts der hohen Regenerationsfähigkeit einzelner Arten – die Samen des Riesenbärenklaus bleiben bis zu 15 Jahre keimfähig – und der Vielzahl betroffener Flächen sei eine vollständige Beseitigung aller Bestände jedoch nicht möglich.
Die Stadt setzt deshalb auf die Unterstützung der Bevölkerung. Durch das Melden neuer Standorte, die sachgerechte Bekämpfung auf Privatgrundstücken und einen verantwortungsvollen Umgang mit Pflanzenmaterial könne jeder dazu beitragen, die weitere Ausbreitung invasiver Arten einzudämmen und die heimische Natur zu schützen.