Wir könnten nachzählen, wie oft wir in der nnz über Vandalismus, über illegale Abfallentsorgung und ähnlichen Volksdelikten berichtet haben. Hinzu kommt nun eine weitere "Beschäftigung" mit den Resten des Einzelhandels im Landkreis Nordhausen, die nicht nur die Polizei beschäftigt...
Unbekannter im Schutzanzug auf dem Gelände des Marktes (Foto: privat)
Alexander Graf ist der Inhaber des Edeka-Marktes in Bleicherode. Um den gesetzlichen Bestimmungen rund um Lebensmittel gerecht zu werden, ist er gesetzlich angehalten, Lebensmittel zu entsorgen, deren Haltbarkeitsdatum überschritten ist.
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Diese Lebensmittel werden ordnungsgemäß entsorgt. Eigentlich kein Problem, eigentlich. Denn immer wieder nachts kommt nicht nur der Mond am Himmel hervor, sondern sind sonderbare Gestalten zugange und machen sich an den Entsorgungscontainern zu schaffen.
Wie es auf den Bildern der Überwachungskameras aussieht, haben sich die Unbekannten in Schutzanzüge gezwängt, wühlen in den Container herum. Das könnten Verfechter des sogenannten "Containerns" sein. Darunter versteht der moderne Mensch das Mitnehmen von weggeworfenen, aber noch genießbaren Lebensmitteln aus Abfallcontainern, meist von Supermärkten oder Discountern. Ziel ist es, Lebensmittel vor der Entsorgung zu retten.
So edel auch die Motivation sein könnte, letztlich bleiben die strafrechtlich relevanten Begriffe wie Hausfriedensbruch und Diebstahl übrig. Zu den Dieben mit der edlen Motivation gesellen sich jedoch auch diejenigen Zeitgenossen, die nichts klauen, sondern die was bringen. Ihren Abfall nämlich.
Screenshot aus einem Überwachungsvideo (Foto: privat)
Alexander Graf hat viel Geld in eine Überwachungsanlage investiert, um einerseits die Eindringlinge abzuschrecken, andererseits der Polizei Beweismaterial liefern zu können. "Es wird alles Kameraüberwacht und aufgezeichnet nur leider sind die Täter bis zum Kopf hin schwarz gekleidet und vermummt. Selbst die Bewegungsmelder wurde mehrfach "außer Gefecht" gesetzt, berichtet Graf der nnz.
Über die nnz bittet er die Anwohner, bei Auffälligkeiten die Polizei zu verständigen, denn seine Kosten allein für die Entsorgungen des illegalen Abfalls belaufen sich bereits im vierstelligen Bereich. Peter-Stefan Greiner
Es ist sicher einfacher sich moralisch überlegen zu geben
und Robin Hood zu spielen als Arbeiten zu gehen. Diese Personen haben tagsüber sicher als "Aktivisten" wichtigers zu tun...
Ich persönlich kann den Marktleiter verstehen. Ich würde sogar eigenhändig die Lebensmittel ungenießbar machen, bevor sie solche Typen bekommen.
ABER: Lebensmittelverschwendung muss auch nicht sein. Viele Supermärkte bieten ermäßigte Lebensmittel an bevor sie weggeworfen werden müssen. Oder man nimmt an Too good to go bei. Eine super App, wo KundenGeld sparen können und der Markt wenigstens noch etwas verdient bevor man alles für umsonst in die Mülltonne wirft. Und wenn gar nichts anderes geht gibt es immer noch die Tafeln...
Über 10 Millionen Tonnen an Lebensmitteln in Deutschland landen im Müll und verbrauchen unnötige Mengen an Ressourcen und verursachen massiven CO2 Ausstoß ( für die Klimawandler interessant...), aber 'containern' ist in Deutschland strafbar!
Also so wird das aber nichts mit der Rettung der Welt im Alleingang.
Hahaha
Wenn der Herr Graf nur ein wenig Menschenverstand hätte, wäre er froh, wenn seine abgelaufenen Lebensmittel vor sinnloser Vernichtung bewahrt werden. Eigentlich sollte er ein schlechtes Gewissen haben! Die Lebensmittel - Retter sollte man auszeichnen und nicht kriminalisieren. Warum gibt er ihnen nicht einfach einen Schlüssel? Wäre auch viel billiger als teure Überwachunstechnik!
Lidl z.B. hat bis vor ein paar Jahren noch 50% Rabatt auf Ware kurz vor MHD gegeben, dann nur noch 30% und seit vorletztem Jahr nur noch 20%. Sorry da hab ich Null Verständnis für und der Milliardär Dieter Schwarz kriegt anscheinend den Hals nicht voll und schmeißt Ware lieber weg als sie den Kunden günstig zum Kauf anzubieten.
Als Gesetzgeber hätte ich dem längst einen Riegel vorgeschoben! Siehe Frankreich z.B.
In dem Artikel geht es doch gar nicht um "Lebensmittel"-Diebstahl, die dem Unternehmen egal sein dürften. Es geht um illegale Müllentsorgung, für die der arme Betreiber aufkommen muss.
Meine Bitte:
Vorm Kommentieren Gehirn ( soweit vorhanden) einschalten.
Die Märkte könnten abgelaufene Lebensmittel einfach frei verfügbar vor dem jeweiligen Müllbereich positionieren.
Dann würden sich die Containernden nicht mehr im strafbewährten Maße unbefugten Zugang über Zäune und sonstige Absperrungen aufbürden.
Für illegale Müllablagerungen empfehle ich weiterhin hartes Durchgreifen.
Wer zu faul ist seinen Müll vernünftig zu entsorgen und auf die glorreiche Idee kommt, seine örtliche Kaufhalle an persönlichen, mülltechnischen Rückständen teilhaben zu lassen, dem sollte auf die Finger geklopft werden.
Genau solche Idioten laden auch Anhängerweise ihren Klump in der freien Natur ab.
wenn die ganzen empörten Woken den Artikel kognitiv verstanden hätten,
hätten diese wohl mitbekommen, dass es hier wohl weniger ums Containern und damit verbunden um nichts weniger als die Rettung der Welt geht, sondern wohl primär darum, dass zum einen die verschlossenen und gesicherten Container wohl aufgebrochen und dabei beschädigt werden (und nein diese sind nicht nur wegen den Robin Hoods auf Moralin verschlossen, sondern primär wohl um zu verhindern, dass sich die heimisch Fauna von Waschbär bis Ratte dort versammelt und vermehrt oder eben eine illegale Müllwanderung stattfindet) und zum anderen, dass offenbar einige Robin Hoods und andere Mitmenschen diese Container nutzen, um illegal ihren eigenen Wohlstandsmüll loszuwerden.
Und das ist dann halt die Kehrseite der modernen, moralingetriebenen Westentaschenrebellion, wenn Eigentum dabei beschädigt wird, ist und bleibt es eine Straftat, so moralisch diese auch sein mag.
Gegebenenfalls überlegen sich die Moralüberlegenen einfach mal, was passiert wenn man einen derartigen Container betritt und darin aufgrund der sich bildenden Faulgase ohnmächtig wird und anschließend erstickt. Wer in seinem Leben schon mal eine Schulung zu "Arbeiten in engen und geschlossenen Räumen mit verringerter Sauerstoffsättigung" auch landläufig confined spaces genannt hatte, der wird sofort verstehen was damit gemeint ist.
Für fast abgelaufene Lebensmittel einfach eine Abteilung eröffen "Zu verschenken". Das funktioniert im privaten Bereich wunderbar. Und auch die Tafeln würden dankbar sein, wenn sie davon mehr bekommen könnten.
Aber ja, dem anderen und eigentlichem Thema "Illegale Müllentsorgung" sollte man auch mehr Aufmerksamkeit schenken. Warum wird der Müll illegal entsorgt? Dieser Frage sollte man mal nachgehen. Vielleicht reichen nicht die aktuellen Gegebenheiten aus um Müll zu entsorgen? Warum sonst machen sich manche in der Nacht die Mühe, ihr Zeug aufwendig beiseite zu schaffen?