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Fr, 11:43 Uhr
31.07.2026
Arbeitsmarktdaten Juli 2026

Weniger Arbeitslose als vor einem Jahr

Im Juli ist die Arbeitslosigkeit saisonbedingt auf 12.125 Frauen und Männer gestiegen. „Die Arbeitslosigkeit steigt jedes Jahr kurz vor Ausbildungsbeginn an. Auch in anderen Regionen ist das der Fall. Nach unseren Erfahrungen nimmt vor allem die Jugendarbeitslosigkeit in den nächsten Monaten wieder ab, wenn die jungen Leute ihre Berufsausbildung oder ihr Studium aufgenommen haben“, beschreibt Agentur-Chef Karsten Froböse die Arbeitsmarktlage und wir haben die Details...

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Grafik (Foto: Arbeitsagentur)

Neben den Zahlen zur Arbeitslosigkeit hebt Karsten Froböse hervor: „Qualifikation und Ausbildung zahlen sich aus“. In Nordthüringen sind die Gehälter im vergangenen Jahr spürbar angestiegen. Die Zahlen zeigen, Fachkräfte werden weiterhin gesucht und verdienen deutlich mehr als Helfer. „Nach der Schule ohne Ausbildung in einen Helferjob: Das ist der falsche Weg! Er führt zu Arbeitslosigkeit und geringerem Einkommen. Der richtige Weg: Schule, Ausbildung und danach der Berufseinstieg“ so Karsten Froböse.

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Die Chancen für einen Berufseinstieg über eine Ausbildung sind in Nordthüringen nach wie vor gut. Auch jetzt gibt es noch freie Ausbildungsstellen. Der Einstieg in eine Berufsausbildung ist auch nach dem 1. August weiter möglich. Wer aber noch nicht fündig geworden ist, sollte sich bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur melden. Sie unterstützt Bewerberinnen und Bewerber dabei, eine geeignete Ausbildung zu finden. Denn ein Berufsabschluss führt zu einer größeren beruflichen Sicherheit. Vor allem für gut qualifizierte Frauen und Männer bieten sich in Nordthüringen Perspektiven.

Saisonaler Anstieg der Arbeitslosigkeit
Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Thüringen Nord ist im Juli 2026 saisonal angestiegen. 12.125 Menschen waren arbeitslos gemeldet. Das waren zwar 2,5 Prozent mehr als im Juni, aber auch 4,7 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 6,7 Prozent. Damit liegt die Arbeitslosenquote 0,2 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert.

Die konjunkturelle Lage vieler Unternehmen macht sich auch weiterhin in der Agentur für Arbeit bemerkbar. 4.737 Personen waren bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet. Das waren 3,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. In den Jobcentern waren 7.388 Arbeitslose registriert. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein deutlicher Rückgang (-9,4 Prozent). 61 Prozent aller Arbeitslosen wurden durch die Jobcenter betreut. Entgegen der Entwicklung in der Agentur für Arbeit geht die Arbeitslosigkeit in den Jobcentern im Jahresvergleich damit weiter zurück.

Weiterhin freie Ausbildungsstellen
Für das diesjährige Ausbildungsjahr wurden bei der Arbeitsagentur 1.445 betriebliche Berufsausbildungsstellen für Nordthüringen gemeldet. Viele von den Ausbildungsstellen waren im Juli noch nicht besetzt. Rund die Hälfte der freien Stellen richtet sich an junge Menschen mit einem Hauptschulabschluss. Bei einem Drittel ist ein Realschulabschluss erforderlich.

Die meisten der freien Berufsausbildungsstellen gibt es im Handel. Im verarbeitenden Gewerbe, dem Handwerk sowie dem Baugewerbe bieten sich ebenfalls noch gute Chancen. Unterstützung bei der Studien- und Ausbildungssuche bieten die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit. Die Kontaktinformationen zur Vereinbarung eines persönlichen oder digitalen Beratungstermins finden Sie unter: https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort//thueringen-nord/berufsberatung

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Grafik (Foto: Arbeitsagentur)

Anstieg der Entgelte in Nordthüringen
In Nordthüringen sind die Entgelte auch im vergangenen Jahr weiter angestiegen. Etwa 5,4 Prozent lag das Gehalt aller sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten über dem des vorangegangenen Jahres. Trotz dieses Anstiegs blieb das Entgelt im Bezirk, abgesehen vom Landkreis Nordhausen, unter dem Wert vom Land Thüringen (3.508 Euro). Die höchsten Medianentgelte erzielten Beschäftigte in Nordhausen mit 3.512 Euro und im Kyffhäuserkreis mit 3.445 Euro. Im Eichsfeld (3.272 Euro) und im Unstrut-Hainich-Kreis (3.251 Euro) war der Median hingegen niedriger.

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Grafik (Foto: Arbeitsagentur)

Frauen verdienen in Nordthüringen mehr als Männer
Betrachtet man die Bruttomonatsentgelte nach Geschlechtern, so fällt auf, dass die Frauen in Nordthüringen einen deutlichen Schritt nach vorn gemacht haben und mehr verdienen als Männer. So lag der Medianlohn von Frauen im Dezember 2025 bei 3.399 Euro. Männer erzielten ein Bruttoeinkommen von 3.355 Euro im Monat.

Ein Blick in die Kreise zeigt, dass im Unstrut-Hainich-Kreis, im Kyffhäuserkreis und im Landkreis Nordhausen Frauen höhere Entgelte als Männer haben. Im Eichsfeld besteht hingegen ein Lohnunterschied in Höhe von 230 Euro zugunsten der männlichen Vollzeitbeschäftigten.

Ausbildung lohnt sich
Fachkräfte verdienten in Nordthüringen im letzten Jahr durchschnittlich 19 Prozent mehr als Helfer. Bei Menschen ohne Berufsabschluss lag das Medianentgelt 2025 in Nordthüringen bei 2.754 Euro. Menschen mit einem anerkannten Berufsabschluss erzielten hingegen ein durchschnittliches Bruttoentgelt von 3.270 Euro im Monat. Im Pflegebereich (4.104 Euro) wird mittlerweile deutlich mehr verdient, als im Verarbeitenden Gewerbe (3.294).

Die Regionen im Überblick

Landkreis Eichsfeld
Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Eichsfeld ist im Juli 2026 saisonbedingt gestiegen. 2.440 Menschen waren arbeitslos gemeldet. Damit befindet sich die Arbeitslosigkeit auf dem Niveau vom Vorjahr (-0,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote betrug im Juli 4,4 Prozent. Insbesondere die Arbeitslosigkeit Jüngerer erhöhte sich zum Vormonat: Für die unter 25-Jährigen stieg sie im Juli auf 236 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies aber auch ein Rückgang um 11,9 Prozent. Die Zunahme ist stark mit Schulabgängen begründet: 74 der jüngeren Arbeitslosen (31 Prozent) waren im Juli unter 20 Jahre alt.

Im Eichsfeld wurden für das diesjährige Ausbildungsjahr 411 betriebliche Berufsausbildungsstellen bei der Arbeitsagentur gemeldet. Viele von den Ausbildungsstellen waren im Juli noch nicht besetzt. Über die Hälfte der freien Stellen richtet sich an junge Menschen mit einem Hauptschulabschluss. Bei rund einem Drittel ist ein Realschulabschluss erforderlich. Die meisten noch freien Ausbildungsstellen im Eichsfeld gibt es in den Bereichen Handel, Handwerk und dem verarbeitenden Gewerbe.

Das Medianentgelt im Landkreis Eichsfeld lag 2025 bei 3.272 Euro. Während das Medianentgelt der Männer im Jahr 2025 bei 3.312 Euro lag, erzielten Frauen im Eichsfeld 3.082 Euro. Die Differenz betrug 230 Euro und verringerte sich damit im Vergleich zum Jahr 2024. Auch bei dem Anforderungsniveau bestehen Unterschiede. Während eine Fachkraft monatlich 3.193 Euro durchschnittlich im vergangenen Jahr verdient hat, waren es bei Helfern lediglich 2.842 Euro. Die höchsten Medianentgelte erzielten Vollzeitbeschäftigte im Tätigkeitsfeld Heime und Sozialwesen (4.267 Euro). Im verarbeitenden Gewerbe sowie im Baugewerbe lag das Medianentgelt bei 3.305 Euro bzw. 3.306 Euro.

Landkreis Nordhausen
Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Nordhausen ist im Juli 2026 saisonbedingt gestiegen. 3.207 Menschen waren arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies jedoch ein deutlicher Rückgang (-7,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote betrug 7,9 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 8,4 Prozent. Insbesondere die Arbeitslosigkeit Jüngerer erhöhte sich zum Vormonat: Für die unter 25-Jährigen stieg sie im Juli auf 371 Personen. Das waren aber auch 11,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Zunahme ist stark mit Schulabgängen begründet: 87 der jüngeren Arbeitslosen (23 Prozent) waren im Juli unter 20 Jahre alt.

Im Landkreis Nordhausen wurden für das diesjährige Ausbildungsjahr 433 betriebliche Berufsausbildungsstellen bei der Arbeitsagentur gemeldet. Viele von den Ausbildungsstellen waren im Juli noch nicht besetzt. Über die Hälfte der freien Stellen richtet sich an junge Menschen mit einem Hauptschulabschluss. Bei rund einem Drittel ist ein Realschulabschluss erforderlich. Die meisten noch freien Ausbildungsstellen im Landkreis Nordhausen gibt es in den Bereichen Handel, verarbeitendes Gewerbe sowie im Baugewerbe.

Das Medianentgelt im Landkreis Nordhausen lag 2025 bei 3.512 Euro. Damit liegt der Landkreis Nordhausen leicht über dem Durchschnitt in Thüringen. Männer verdienten im Landkreis Nordhausen mit durchschnittlich 3.478 Euro weniger als Frauen (3.594 Euro). Auch bei dem Anforderungsniveau bestehen Unterschiede. Während eine Fachkraft monatlich 3.399 Euro durchschnittlich im vergangenen Jahr verdient hat, waren es bei Helfern lediglich 2.651 Euro. Die höchsten Medianentgelte erzielten Vollzeitbeschäftigte im Bereich Erziehung und Unterricht (4.462 Euro). Im Bereich Heime und Sozialwesen lag der Wert bei 4.133 Euro. Beschäftigte im verarbeitenden Gewerbe sowie im Baugewerbe erzielten ein Medianentgelt von 3.336 Euro bzw. 3.409 Euro.

Unstrut-Hainich-Kreis
Die Arbeitslosigkeit im Unstrut-Hainich-Kreis ist im Juli 2026 saisonbedingt gestiegen. 3.654 Menschen waren arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies aber auch ein Rückgang um 3,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote betrug 7,4 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 7,6 Prozent. Insbesondere die Arbeitslosigkeit Jüngerer erhöhte sich zum Vormonat: Für die unter 25-Jährigen stieg sie im Juli auf 500 Personen. Das waren 14,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Zunahme ist stark mit Schulabgängen begründet: 132 der jüngeren Arbeitslosen (26 Prozent) waren im Juli unter 20 Jahre alt. In Nordthüringen weist der Unstrut-Hainich-Kreis damit die höchste Jugendarbeitslosigkeit auf.

Im Unstrut-Hainich-Kreis wurden für das diesjährige Ausbildungsjahr 333 betriebliche Berufsausbildungsstellen bei der Arbeitsagentur gemeldet. Viele von den Ausbildungsstellen waren im Juli noch nicht besetzt. Die freien Stellen richten sich je zur Hälfte an junge Menschen mit einem Hauptschulabschluss und einem Realschulabschluss. Die meisten noch freien Ausbildungsstellen im Unstrut-Hainich-Kreis gibt es in den Bereichen Handel, Handwerk sowie im Baugewerbe.

Das Medianentgelt im Unstrut-Hainich-Kreis lag 2025 bei 3.251 Euro. Damit weist der Unstrut-Hainich-Kreis das geringste Medianentgelt für 2025 in Nordthüringen aus. Männer verdienten mit durchschnittlich 3.223 Euro weniger als Frauen (3.273 Euro). Auch bei dem
Anforderungsniveau bestehen Unterschiede. Während eine Fachkraft monatlich 3.138 Euro durchschnittlich im vergangenen Jahr verdient hat, waren es bei Helfern lediglich 2.641 Euro.

Die höchsten Medianentgelte erzielten Vollzeitbeschäftigte im Bereich Erziehung und Unterricht (4.386 Euro). Im Bereich Heime und Sozialwesen lag der Wert bei 3.913 Euro. Beschäftigte im verarbeitenden Gewerbe sowie im Baugewerbe erzielten ein Medianentgelt von 3.039 Euro bzw. 3.236 Euro.

Kyffhäuserkreis
Die Arbeitslosigkeit im Kyffhäuserkreis ist im Juli 2026 saisonbedingt gestiegen. 2.824 Menschen waren arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies aber auch ein Rückgang um 5,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote betrug 8,0 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 8,3 Prozent. Insbesondere die Arbeitslosigkeit Jüngerer erhöhte sich zum Vormonat: Für die unter 25-Jährigen stieg sie im Juli auf 259 Personen. Das waren 5,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Zunahme ist stark mit Schulabgängen begründet: 69 der jüngeren Arbeitslosen (27 Prozent) waren im Juli unter 20 Jahre alt.

Im Kyffhäuserkreis wurden für das diesjährige Ausbildungsjahr 268 betriebliche Berufsausbildungsstellen bei der Arbeitsagentur gemeldet. Viele von den Ausbildungsstellen waren im Juli noch nicht besetzt. Rund die Hälfte der freien Stellen richtet sich an junge Menschen mit Hauptschulabschluss. Bei einem Drittel ist ein Realschulabschluss erforderlich. Die meisten noch freien Ausbildungsstellen im Kyffhäuserkreis gibt es in den Bereichen Handel, Handwerk sowie im Baugewerbe.

Das Medianentgelt im Kyffhäuserkreis lag 2025 bei 3.445 Euro. Männer verdienten mit durchschnittlich 3.406 Euro weniger als Frauen (3.545 Euro). Auch bei dem Anforderungsniveau bestehen Unterschiede. Während eine Fachkraft monatlich 3.351 Euro durchschnittlich verdient hat, waren es bei Helfern lediglich 2.883 Euro. Die höchsten Medianentgelte erzielten Vollzeitbeschäftigte im Gesundheitswesen (3.839 Euro). Beschäftigte im verarbeitenden Gewerbe sowie im Baugewerbe erzielten ein Medianentgelt von 3.494 Euro bzw. 3.115 Euro.

Methodische Hinweise
Die Statistik der BA weist Medianentgelte und keine „Durchschnittsgehälter“ im engeren Sinne aus. Zudem werden nur Vollzeitbeschäftigte berücksichtigt. Die Daten basieren auf der Meldung der Arbeitgeber zur Sozialversicherung. Da Löhne und Gehälter nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze für die Rentenversicherung gemeldet werden, die im vergangenen Jahr bei 8.050 Euro in Deutschland lag, ist nicht für alle Beschäftigten bekannt, wie hoch das tatsächlich erzielte Entgelt war. Die Statistik der BA weist deswegen das Medianentgelt aus, das heißt, die eine Hälfte der Beschäftigten erzielt ein Entgelt, das unter diesem Medianentgelt liegt, die andere Hälfte liegt darüber. Die BA erhebt die Entgelte immer zum Stichtag 31. Dezember für alle Vollzeitbeschäftigten.
Autor: psg

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