Wenn es Sommer ist, dann wollen uns vor allem Bundes- und Landespolitiker zeigen, dass sie für uns - also den Wähler - offene Ohren und Augen haben. Sie machen die wohlbekannte Sommertour. Heute kam die "Herrin" der Thüringer Finanzen in das "Südharzer Bäderdreieck"...
Ministerin Katja Wolf im Gespräch mit Bürgermeister Stephan Klante (r.) vor der Baustelle in Ilfeld (Foto: nnz)
Ja, diese Sommertouren gehören zum politischen Zirkus nun mal dazu. Und meist besuchen die Damen und Herren Minister natürlich Projekte, die man vorzeigen kann, die sich letztlich auch für positive Fotoaussagen eignen.
Das kann man gut finden oder nicht, das kann an alte Zeiten erinnern oder nicht - es ist eine Tradition, die vielleicht auch einen kleinen, jedoch nicht zu unterschätzenden Nebeneffekt hat. Die Politiker kommen mal - außerhalb jeglicher Wahlkämpfe - an die Basis. Heute wollte Thüringens Finanzministerin Katja Wolf sich ein Bild machen, wie die Menschen in Harztor mit1,9 Millionen Euro umgehen?
Das ist die Summe, die aus einem Förderprogramm des Landes in Höhe von 1.000 Millionen Euro auf den Weg gebracht und für Harztor bewilligt wurde. Wer sich im Südharzer Ländle umsieht, der kann erahnen, wohin die Euronen in der Landgemeinde Harztor fließen: Zuförderst in den Straßenbau und die sogenannten Nebenanlagen.
Harztor Bürgermeister Stephan Klante begrüßte die 50jährige, die zudem stellvertretende Ministerpräsidentin ist, und berichtete, dass hier an der Neuen Marktstraße eigentlich nichts für die Galerie gemacht werde, sondern dass der Straßenbau auch weiterhin in Harztor höchste Priorität habe.
Und da dieser komplexe grundhafte Straßenausbau in unmittelbarer Nachbarschaft zur Sportanlage in Ilfeld stattfindet, wurde der BSW-Politikerin an diesem Beispiel erläutert, was "Leben im Dorf" so lebenswert macht. Es ist der Zusammenhalt, es ist das Mitmachen, das Mittun für die Gemeinschaft. Fachlich ausgedrückt: das ehrenamtliche Engagement. Das wiederum kommt auch ohne übergeordnetes Geld nicht so ganz aus, wie Ortsbürgermeister Imre Dittberner berichtete. So hatte das Finanzamt in Mühlhausen einem Verein die Gemeinnützigkeit verwehrt, weil in der Beantragung das Wort "Walpurgisfeier" stand. Geselligkeit können man nicht fördern, so das Amt in Mühlhausen.
Kleiner Tipp der Ministerin: man hätte dann doch lieber "Traditionspflege" reinschreiben müssen. Mal sehen, ob es dann "funktioniert"?
Ergebnis der ersten Station der heutigen Reise an die Basis, zu der auch CDU-Landtagsabgeordnete Carolin Gerbothe dazu kam: das Geld aus dem kommunalen Investitions-Programm ist gut angelegt. Und wenn eine Ministerin schön mal den Südharz kennenlernt und staunend zur Kenntnis nimmt, dass die Gemeinde drei Freibäder unterhält, dann schaut man sich die mal an. Zumindest das Waldbad in Ilfeld, von dem es dann weiterging zum Mittagessen nach Sophienhof und letztlich noch einmal zurück nach Ilfeld zum Neanderplatz, wo auch gebaut wird. Peter-Stefan Greiner
Ach, ich wünschte mir solch einen Ober-/ Bürgermeister für die Stadt Nordhausen. Bis die Nordhäuser ihr Salzabad wieder haben, fließt noch viel Wasser die Salza entlang.