Anzeige
Di, 11:01 Uhr
11.08.2026
Ein Blick in die Statistik

Hotel Mama wird öfter gebucht

In Thüringen waren nach den vorläufigen Ergebnissen des Mikrozensus 2025 mehr als ein Viertel (27,9 Prozent) der 443.000 Kinder, die bei ihren Eltern wohnten, bereits 18 Jahre und älter. Wie das Thüringer Landesamt für Statistik mitteilt, war der Anteil 10 Jahre zuvor (2015) mit 27,6 Prozent von 420.000 Kindern fast gleich groß…

Demnach stieg die Gesamtzahl aller Kinder, die bei ihren Eltern lebten, seit 2015 um 23. 000 Personen (+5,5 Prozent). Die Zahl der volljährigen Kinder im „Hotel Mama“ bzw. „Hotel Papa“ stieg im gleichen Zeitraum ebenfalls und zwar um 8.000 Personen (+6,7 Prozent) auf 124. 000 erwachsene Kinder in Thüringer Familien.

Anzeige symplr (mr_1)

Obwohl die Gesamtzahl der volljährigen Kinder, die bei den Eltern lebten, anstieg, sank die Zahl der 27-Jährigen und Älteren um 4.000 Personen (-7,9 Prozent). Die Zahl der 18- bis unter 27-Jährigen stieg hingegen um 12.000 Personen (+17,0 Prozent), wodurch die Gesamtveränderung der volljährigen Kinder auf die Gruppe der 18- bis unter 27-Jährigen zurückzuführen ist. Die Zahl der minderjährigen Kinder in der Familie stieg hingegen im Vergleich zu 2015 um 16. 000 Personen (+5,1 Prozent).

Bei den „daheimgebliebenen“ erwachsenen Kindern handelte es sich 2025, wie bereits 10 Jahre zuvor, mit zunehmendem Alter um Söhne. Die 18- bis 26-jährigen Kinder in der Familie waren zu 59,0 Prozent Männer (2015: 58,8 Prozent). Der Männeranteil bei den 27-Jährigen und Älteren lag bei 78,1 Prozent (2015: 77,1 Prozent). Damit lagen 2025 in Thüringen die jeweiligen Anteile der männlichen „Nesthocker“ erneut über dem Bundesdurchschnitt. Deutschlandweit waren 56,3 Prozent der 18- bis 26-Jährigen, die bei den Eltern wohnten, männlich, während es bei den ab 27-Jährigen über zwei Drittel waren (67,2 Prozent).

Von 2015 bis 2025 sank in Thüringen der Anteil der erwachsenen Kinder, die bei Ehepaaren lebten, von 67,2 Prozent auf 57,2 Prozent. Der Anteil der Kinder, die bei Lebensgemeinschaften lebten, stieg hingegen leicht an (2015: 4,3 Prozent; 2025: 7,7 Prozent). Seit 2015 stieg der Anteil der erwachsenen Kinder, die bei ihren alleinerziehenden Eltern bleiben, um 7,5 Prozentpunkte auf 35,0 Prozent.
Autor: red

Anzeige symplr (lb_3)
Kommentare
BerndLuky
11.08.2026, 15:57 Uhr
Hotel Mama vs.
Mich wundert diese Entwicklung ehrlich gesagt nicht. Wer unter 25 ist, keine Arbeit oder Ausbildung hat und auf das Jobcenter angewiesen ist, kann eben nicht einfach problemlos eine eigene Wohnung beziehen – die Kosten werden nur unter bestimmten Voraussetzungen übernommen. Natürlich ist das nicht der einzige grund fürs „Hotel Mama“. Hohe Mieten, fehlendes Einkommen und Ausbildung oder Studium sowie Angst auf eigenen Füßen zu stehen oder keine Bock auf Verantwortung spielen ebenfalls eine Rolle. Aber wenn jungen Erwachsenen einerseits Selbstständigkeit abverlangt wird, andererseits der Auszug finanziell erschwert wird, braucht man sich über solche Zahlen auch nicht zu wundern.
Kommentar hinzufügen
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (bb_2)