Landsenioren auf TAGESTOUR AN DAS LILAFARBENE MEER
Löns, Heide, Landsenioren
Auf der Lüneburger Heide, in dem wunderschönen Land, ging ich auf und ging ich runter, allerlei am Weg ich fand. Ei du Hübsche, ei du Feine, ei du Bild wie Milch und Blut. Unsere Herzen woll`n wir tauschen, denn du weißt ja wie das tut. So beschrieb der Heimatdichter Hermann Löns die Lüneburger Heide, die er schätzte, liebte und oft durchwanderte...
Das Hotel Heiderose empfing die Gäste aus Nordhausen. (Foto: O. Pabst)
Sie ist die größte zusammenhängende Heidefläche Deutschlands, unterbrochen von Grün der Wacholder, Kiefern und dem hellen Weiß der Birken. Einmal im Leben sollte jeder das lilafarbene Meer gesehen haben.
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Und so war es für die Landseniorinnen und -senioren aus dem Landkreis Nordhausen, die diese Pracht noch nicht erlebten, am Mittwoch ein Erlebnis auf einer Tagestour in das schöne Land, wie es Löns beschrieb. Zunächst aber fand die Reisgruppe bei der Ankunft auf dem Platz vor dem Hotel Heiderose in Undeloh Pferdekutschen vor.
Mit der Pferdekutsche in die Heidelandschaf (Foto: O. Pabst)
Holterdiepolter ging es über uriges Kopfsteinpflaster und verstaubten Wegen in die Heide hinein. Von erhöhter Warte aus schweiften die Blicke über das Land. Nur gut, bemerkte Vereinsvorsitzender Manfred Birkefeld zum Abschied vielsagend, dass dieses Vergnügen vor dem Mittagessen erfolgte. Das gab es im besagten Hotel.
Wie aus dem Nichts tauchten plötzlich kleine reetgedeckte Fachwerkhäuser auf, ehemalige Bauernhöfe, die einst das Landleben verkörpern. (Foto: O. Pabst)
Am 27. Juli war für 2026 offiziell die Heideblüte ausgerufen worden. Normal erfolgt der Startschuss erst am 8. August. Extreme Hitze und Trockenheit ließen heuer die Heide schon frühzeitig erblühen. Der Sonne Glut zeige Auswirkungen. Das lilafarbene Meer offenbare sich daher nicht so recht in ausgeprägter Schönheit, sagen Einheimische.
Rückblende
Es war der 13. August 2014. An diesem Mittwoch waren die Landsenioren auch auf Heide-Tour. Euphorisch schwärmten wir damals von diesem Tag, reich an Erlebnissen und Informationen: Reiseleiterin Ingrid Hintz begrüßte uns in Celle, dem Ausgangspunkt der Fahrt. Kenntnisreich informierte sie bei einer Stadtrundfahrt über die erstmals 993 erwähnte und etwa 69000 Einwohner zählende Stadt mit ihren rund 400 unterschiedlichen unter Denkmalschutz stehenden Fachwerkhäusern.
Celle, vom Krieg verschont und als schönste Stadt Deutschlands ausgezeichnet, präsentierte sich mit ihren herrlichen Gärten und Parkanlagen. Hintz informierte über das größte Roggenanbaugebiet im Raum Celle, über den Spargelanbau, das Knäckebrot und den angeblich ältesten Ratskeller.
Mit dem Bus, am Steuer saß damals Steffen Keitel vom gleichnamigen Unternehmen aus Hainrode, ging es ein Stück in die Heide. Dorthin, wo Planwagen bereitstanden. Ausgestattet mit Bänken rechts und links und einem rustikalen Tisch in der Mitte. Plötzlich stand da ein Schäfer im Gelände mit seiner 300 Tieren zählenden Heidschnucken-Herde. Nicht zufällig war er vor Ort. Ingrid Hintz und Marina Döring hatten Adolf Heck, den Schäfermeister, dorthin gebeten. Von Kindesbeinen an Schafe hütend, gab er Einblicke in seine Arbeit.
Während die Reisegesellschaft im Freien verweilte und die Landschaft bewunderte, bestückte die Familie Reuter, die auch durch die Heide kutschieren ließ, die Planwagen: mit deftigen Würsten. Rot-, Leber und -Blutwurst nebst Knackern baumelden einladend vom Dachhimmel der Planwagen. Daneben hingen Brotlaibe. Eingelegte Gurken, Messer, Gabeln, Pappteller, diverse Getränke – für alles war gesorgt worden. Die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt, zusätzlich befeuert durch Lieder aus Löns Feder aus gesangsfreudigen Kehlen. Ein Highlight ohnegleichen.
Zurück zur Gegenwart
Der Heide-Fahrt am Mittwoch fehlte das gewisse Etwas. Sie beschränkte sich auf die Kutschfahrt, das Mittagessen und die Kaffeerunde, was nicht zum Nulltarif zu haben war. Zum Glück meinte es Petrus mit dem Wetter gut: Keine 35 Grad und drückende Schwüle. Dem Kreislauf wäre das wohl einigen der über 80-jährigen Teilnehmern womöglich zum Höllentrip geworden.
Durch die Heide
Zwölf Jahren gingen seitdem ins Land. Die Zeiten ändern sich, weshalb man auch wissen sollte: Heute ist in Gaststätten und Hotels nicht nur ein Schnitzel für 10 Euro zu haben. Kurt Frank