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So, 13:09 Uhr
16.08.2026
So wird der Schulweg mit dem Fahrrad sicher

Zwei Räder, viele Risiken

Nach den großen Ferien nutzen viele Schülerinnen und Schüler das Fahrrad für den Weg in die Schule. Leider zeigt die Unfallstatistik, dass diese Fahrt nicht ungefährlich ist: In Thüringen war 2025 beinahe jedes zweite auf dem Schulweg verunglückte Kind mit dem Rad unterwegs. Nach Ansicht des Unfallexperten Marcel Schauffler vom TÜV Thüringen sollten Kinder erst dann den Schulweg mit dem Fahrrad in Angriff nehmen, wenn sie sowohl ihr Rad als auch die Verkehrsregeln sicher beherrschen...

Ein verkehrssicheres Fahrrad und ein geeigneter Fahrradhelm sollten zur selbstverständlichen Grundausstattung der Kinder gehören. Den Weg zur Schule mit dem Fahrrad zu fahren, zählt für viele Schulpflichtige zum ganz normalen Tagesablauf. Doch gerade für junge und unerfahrene Verkehrsteilnehmer birgt das Radfahren auch viele Gefahren: Unübersichtliche Kreuzungen, fehlende Radwege oder unachtsame Autofahrer machen den Schulweg schnell zur Herausforderung.

Eltern sollten ihre Kinder deshalb nur dann allein mit dem Rad zur Schule fahren lassen, wenn sie sicher im Straßenverkehr unterwegs sind – und der Weg vorher gemeinsam geübt wurde. Ein verkehrssicheres Fahrrad, das Tragen eines Helms und gute Sichtbarkeit durch reflektierende Kleidung sind dabei unverzichtbar.

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„Jedes Jahr kommt es zu Unfällen mit Schulkindern, von denen die meisten relativ leicht vermeidbar wären. Oftmals ist die Sichtbarkeit der Kinder ein Problem, denn häufig werden sie von anderen Verkehrsteilnehmern zu spät wahrgenommen oder schlichtweg übersehen. Eine Warnweste kann dabei helfen, solche Unfälle zu vermeiden. Ein anderer häufiger Grund für Unfälle ist, dass Kinder sowohl zu Fuß als auch auf dem Fahrrad das Verkehrsgeschehen falsch einschätzen oder Gefahrensituationen zu spät erkennen“, erklärt Marcel Schauffler vom TÜV Thüringen.

Auch wenn der Schulweg mit dem Fahrrad viel schneller zu absolvieren ist als zu Fuß, sollten Schulkinder generell erst nach einer Radfahrausbildung allein mit dem Rad zur Schule fahren. Das ist in der Regel ab der dritten oder vierten Klasse der Fall. „Viele Eltern glauben, dass ihr Kind sicher mit dem Fahrrad umgehen kann. Ein gemeinsamer Radausflug in ruhiger Umgebung am Wochenende ist aber nicht mit dem täglichen Berufsverkehr vergleichbar. Hier lauern ganz andere Gefahren und das Kind ist auf sich allein gestellt. Kinder sind oftmals auch motorisch noch nicht in der Lage, auf überraschende Verkehrssituationen richtig zu reagieren“, meint Marcel Schauffler.

Gerade unübersichtliche Verkehrssituationen wie beim Abbiegen oder Vorfahrt gewähren, das Überqueren von verkehrsreichen Straßen oder das Einordnen in den fließenden Verkehr am Ende von Radwegen sind für viele jüngere Schulkinder eine große Herausforderung. Auch das richtige Einschätzen von Abständen und Geschwindigkeiten fällt Kindern noch schwerer als Erwachsenen. Eltern sollten den Schulweg daher unbedingt sorgsam auswählen und mit dem Kind üben. Auf dem Fahrrad ist das noch wichtiger als zu Fuß. Im Idealfall werden die ersten Fahrten zur Schule gemeinsam absolviert, damit den Kindern praxisnahe Tipps und Hinweise zum sicheren Umgang mit dem hohen Verkehrsaufkommen im Berufsverkehr gegeben werden können.

Viele Gefahren können schon durch die Wahl eines möglichst sicheren Schulradwegs umfahren werden. „Bei der richtigen Wahl des Schulwegs tragen die Eltern eine besonders große Verantwortung für die Sicherheit ihrer Kinder. Ab 10 Jahren müssen Kinder wie alle anderen Fahrradfahrer die Fahrbahn oder den Radweg benutzen. Doch nur die wenigsten Schulwege sind vollständig über Radwege realisierbar. Außerdem kann auch ein Sicherheit vermittelnder Radweg Gefahren mit sich bringen, etwa durch abbiegende Fahrzeuge an schlecht einsehbaren Ein- und Ausfahrten“, so der Unfallexperte.

Generell sollten Radfahrer nicht nur für den Weg zur Schule einen Fahrradhelm tragen. Dieser kann bei einem Unfall schwere Kopfverletzungen vermeiden. „Außerdem muss das Fahrrad über eine für den Straßenverkehr zugelassene Ausstattung verfügen. Dazu gehört neben einer Vorderrad- und Hinterradbremse sowie einer Klingel vor allem die Sicherheitsausstattung für die Sichtbarkeit des Radfahrers. Vorgeschrieben ist dafür ein weißes Frontlicht und ein weißer Reflektor vorn, hinten ein rotes Rücklicht inklusive eines roten Reflektors, je Laufrad zwei gelbe Speichenreflektoren oder weiße Streifenreflektoren an Bereifung, Felge oder Speichen sowie rutschfeste Pedalen mit je zwei gelben Pedalreflektoren“, erklärt Marcel Schauffler.
Autor: red

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Kommentare
Euphrasia
17.08.2026, 10:36 Uhr
Mit dem Fahrrad in die Schule ?
Schon beim ersten Satz musste ich lachen. Bei den zwei Schulen in meiner Gegend kommt fast keiner mit ein Fahrrad. Fast alle kommen entweder, von die Eltern mit das Mammamobil (meisten ein SUV) oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule.
Quallensammler
17.08.2026, 20:44 Uhr
Mein Domizil liegt neben einer Regelschule,
von Kindern und Jugendlichen, die ihre Schule mit dem Fahrrad bereisen, kann ich nicht berichten. Seit Jahren schon nicht.

Der überwiegende Teil der Schulpflichtigen wird mit dem Auto angekarrt und auch wieder abgeholt Und zwar möglichst gaaanz nahe am Schuleingang.

Die beiden Zuwegungen sind morgens hoffnungslos überlastet. Ist ja ein Wohngebiet und somit unfreiwillig ein Parcours. Genervte Anwohner, genervte Autolenker, genervter Nachwuchs.

Die Absenker ließen sich umme 250 m entfernt ganz entspannt an einem Parkplatz ausladen. 50 m weiter befindet sich ein großer Parkplatz, da könnten die Ellies sogar mega entspannt ausladen und wenden. Doch offenbar handelt es sich bei dem Großteil der Schulpflichtigen um Gehbehinderte, oder Orientierungslose.

Nach Schulschluss ist es etwas entspannter für Anlieger UND Autolenker, denn die Abholzeiten sind unterschiedlich. Dafür warten dann die Abholer vor Grundstückseinfahrten, an unübersichtlichen Stellen der schmalen Straßen, in Halte- und Parkverboten...Und der Nachwuchs lässt (dem Gefluche und Gequengel der Abholer) gerne mal auf sich warten, weil da noch ein Spielplatz, oder die Kumpels warten.

Kinder, die mit dem Fahrrad den Schulweg absolvieren - das wäre schön! Für die wenigen, die das tun, drücke ich die Daumen für allzeit gute Fahrt! Den vom Busbahnhof zu Fuß ankommenden Lernwilligen ebenfalls!

Falls sich von den Älteren noch jemand an die eigene Schulzeit ohne Fahrservice durch die Eltern erinnert, das Latschen in die Pedalen, der Speed und die tollen Manöver haben Spaß gemacht. Bissel Tuning und was an der Optik verbessert: die Welt war schön. Vielleicht kann man das der aktuellen Generation doch irgendwie verklickern. Radfahren soll nebenbei sogar gesund sein.

Auch wenn Schüler auf dem Fahrrad heute eine Seltenheit sind, sollten wir Autofahrer immer mit ihnen rechnen. Schüler als E-Scooter-Fahrer werden in Zukunft mit Sicherheit zu Herdentieren. Eine Herausforderung für alle Verkehrsteilnehmer.
P.Burkhardt
17.08.2026, 21:44 Uhr
das mit den Elterntaxis muss man doch verstehen...
...so viele haben Angst vor den in NDH allgegenwärtigen Messermännern und Kopftuchmädchen... natürlich muss deswegen der biodeutsche Nachwuchs bis vor das Schultor gefahren werden...würde doch jeder machen im NoGo-Area....

Ich fahr weiter Rad... und mein Filius auch...
RWE
18.08.2026, 12:53 Uhr
Sorry P.Burkhardt
das Problem sind Helicoptereltern. Ich verstehe ja dass sie in fast jeden Kommentar gerne Richtung AfD abbiegen würden.
Es hat nichts mit "Messermännern" oder pöhsen Autofahrern zu tun. Es sind Helicoptereltern: Ihr ausnahmslos hochbegabter Nachwuchs wird von den Lehrern ungerecht behadelt, den Kindern ist nicht zuzumuten eine kleine Strecke in die Schule zu laufen und muss daher direkt ins Klassenzimmer chaufiert werden... Und so weiter. Jede kleine kleine Schotterflechte auf den Spielplatz blockiert die Notaufnahmen. Die Kinder werden in Watte eingepackt und vor Wettbewerb in Schutz genommen. Und dann wundert man sich, warum es so viele Abbrecher in Schule, Ausbildung oder Studium gibt.
Lassen sie ihren Nachwuchs ruhig Rad fahren, wenn die Schultasche nicht beim Fahren stört. Die Kinder müssen selbständig werden. Und das der Ofen heiß ist, lernt man auch nur, wenn man sich einmal den Finger verbrennt. Das gehört dazu.
Kobold2
18.08.2026, 13:17 Uhr
schon paradox
das man seine Kinder wegen der vielen Autos, mit dem Auto zu Schule bringen muss.
Die Szenen, die sich dabei oft vor den Schulen abspielen, sind selten ein gutes Vorbild für den Nachwuchs.
Tom der ungläubige
18.08.2026, 14:23 Uhr
Mein Gott, Burkhard!…
Da wollten sie mal witzig sein und dann dass! Alle verstehen hier, dass sie ein Problem mit ihrem Fetisch haben. Aber bitte, bitte bitte halten Sie uns den nicht jeden Tag vor die Nase. Ich wollte auf diesen Beitrag mit den Helikopter, Eltern und ihre Gründe nicht antworten, ganz einfach, wenn mich das nicht mehr betrifft! Die Beweggründe, warum heutzutage Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren, kann ich ein Stück weit verstehen andererseits auch wieder nicht! Aber selbst mit meiner Blühende Fantasie, wäre ich nicht auf dieses abstruse Geschreibsel kommen, was sie losgelassen haben! Unterirdisch, wohl gemerkt, meine Meinung! Kobold wird Ihnen zustimmen!
Lautaro
18.08.2026, 14:54 Uhr
@Kobold2 da gebe ich Ihnen recht ! ...und P.Burkhardt....
Das Problem sind doch einfach fehlende Radwege und nicht irgendwelche "Messermusels".
Doofis am Lenkrad, welche trotz Gegenverkehr einen Radfahrer mit 20cm Abstand......erlebe ich immer wieder.....überholen....sind für unsere Kinder das grösste Risiko.
RWE
18.08.2026, 15:58 Uhr
Genau so sieht es aus, Kobold2
Die Elterntaxis selber stellenselbst ein Risiko dar. Es gibt gute Gründe den Nachwuchs auch mal mit dem Auto zu fahren: Wenn die Zeit mal knapp ist oder wenn der Weg zur Arbeit an der Schule vorbei führt. Da kann man aber ruhig etwas abseits parken.
P.Burkhardt
18.08.2026, 18:28 Uhr
Oh... das verwundert...
da versuche ich mal die Narrative der Allermeisten hier zu bedienen und da ist es auch wieder falsch... sry, Jungs, Mädels und alle dazwischen und darüber hinaus ... das ist lustig.

Aber bald wird ja alles besser, oder ? 😉

Es ist aber schön, dass hier mal nicht DIE ANDEREN verantwortlich gemacht werden... *Applause* ...und auch schön, dass es hier in der Kommentarspalte keine Helikopter-Eltern gibt 👍.


Im Ernst: Natürlich ist es die Angst der Eltern vor allem Möglichen, die sie oft dazu bringt die Kids in die Schule zu chauffieren (sog. Helikopter-Eltern, wie hier einer richtig schrieb), natürlich gibt es auch andere Gründe... berechtigt oder nicht, wer in diesem Land wird nicht müde, allen zu erzählen, wie schrecklich und furchteinflößend alles ist ? Wenn ich dem Glauben schenken würde, hätte ich natürlich auch Angst und hätte meine Kids auch schön behütet bis vors Schultor gekarrt... egal, meiner ist aus der Schule raus und fährt selber Auto...manchmal...

Richtig ist, dass Radfahren für den Fahrer gefährlicher ist, als Autofahren...auch wenn die Folgen für Radfahrer wegen der geringeren Geschwindigkeit häufig i.d.R. weniger schlimm sind als bei Autofahrern.

und diesen SUV-Wahn (wie im ersten Kommentar angesprochen) verstehe ich sowieso nicht... lässt gefühlt aber gegenwärtig etwas nach...
emmerssen
18.08.2026, 21:51 Uhr
Die NoGo Area
Von Ihnen Herr P.Burkhardt sind die ewig langen Erklärungen,Belehrungen.
Wie man den täglichen Schulweg mit den Problemen mit den Ausländern in Verbindung bringen kann, zeigt doch klar auf wer hier das Land spaltet.
In meiner Kindheit sind alle Schüler mit dem Bus, Rad oder zu Fuß in die Schule gekommen. Geschadet hat es uns nicht. Das heutige Verhalten einiger Eltern zeigt doch auf wie gut es uns eigentlich geht.
marco-sdh
18.08.2026, 22:40 Uhr
Nenene, emmersen, bitte nicht die Tatsachen verdrehen....
P. Burkhard hat ganz klar deutlich gemacht, dass der eine oder andere seinen Nachwuchs deswegen lieber selbst zur Schule bringt, weil es nun einmal Kräfte in diesem (und Nachbar-Bundesländern) gibt, die das Spiel mit der Angst in Perfektion beherrschen und einfach mal behaupten, dass der eigenständige Schulweg (z.B. per Fahrrad oder per pedes) wegen vermeintlich krimineller "Zugereister" lebensbedrohlich gefährlich sei.
Da hetzt kein P. Burkhard, da hetzen die allseits bekannten Hetzer, der P. benennt nur zutreffend die Hetzer.
P.Burkhardt
18.08.2026, 23:06 Uhr
lieber emmersen...
...erstaunlich... da mache ich mal genau das, was sonst immer so aus der entgegengesetzten Ecke kommt... und das ist den blauen Wellenreitern dann auch nicht Recht... ist schon schwierig, das eigene Spiegelbild zu ertragen, oder?
emmerssen
19.08.2026, 09:46 Uhr
Da haben wir das Problem
Die NNZ berichtet über den Schulweg und die uns allseits bekannten Kommentatoren kommen in der Folge mit Hetze, Hetzern und Messerstechern. Soweit ich das nachlesen kann, hat das ausser diesen Herren niemand geschrieben. Da ist wohl schon ein gewaltiges Stück Augenmaß verloren gegangen. Deutschland ist tief gespalten.
Kobold2
19.08.2026, 10:04 Uhr
ein weiters Paradoxum
das sich jetzt diejenigen aufregen, die sonst nicht müde werden, zu fast jedem Artikel ein Bogen zu den üblichen Empörungsthemen zu schlagen, wenn ihnen jetzt mal der Spiegel vorgehalten wird. Auch die Feststellung, das es uns gut geht, wo doch "alles den Bach runter geht", finde ich bemerkenswert.
Ich erinnere hier nochmal an das Interview einer Mutter aus Sömmerda, zur letzten Landtagswahl, die überzeugend behauptete, man kann ja seine Kinder nicht mehr wegen der ganzen Ausländer allein rauslassen kann. Mit dem Eindruck ist die Frau ja auch nach den Kommentaren hier nicht allein.
nur_mal_so
19.08.2026, 11:21 Uhr
Verstehe ich nicht.
Wann immer es um (Schul-)Wege geht wird man nicht müde zu betonen, wie gefährlich Nordhausen ist, dass es inzwischen No-Go-Areas gäbe, wohin sich nicht einmal mehr die Polizei traut, und dass man deswegen u.a. seine Kinder nicht mehr allein lassen kann, wo sich doch die Erwachsenen schon nicht mehr trauen.

Nun schreibt ein Kommentator genau dies als Begründung dafür nieder, warum Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen müssen, und statt sich zu freuen, dass man ihnen recht gibt, kommen die Kommentatoren nun daher damit, was das für eine Hetze und Spaltung ein solcher Kommentar sei.

Wie man's macht, macht man's verkehrt.
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