Wie die Zeit vergeht, könnte man meinen: Vor allem, wenn man öfter mal durch Rothesütte fährt. Dort wird an prominenter Stelle gemauert, betoniert und gezimmert. Heute jedoch stand ein ganz besonderer Nagel im Mittelpunkt des Geschehens...
Auf der Baustelle: Laura Meyer, Matthias Jendricke, Torsten Meyer (Foto: privat)
Dort, wo einst ein historisches, vom Verfall bedrohtes Gasthaus stand, dort soll eine Tierarztpraxis mit dem Fokus auf Pferde entstehen. Die nnz hatte bereits im März dieses Jahres ausführlich darüber berichtet.
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Heute nun wurde Richtfest gefeiert und dazu hatten sich nicht nur Freunde der Familie Meyer angesagt, sondern auch Landrat Matthias Jendricke sowie der Geschäftsführer der Service-Gesellschaft, Gunnar Reuter, statteten dem "Rohbau" quasi als Nachbarn (Hexenreich) einen Besuch ab.
Blick auf die Baustelle (Foto: privat)
Bevor Zimmermann Sebastian Lochner von Buchmann Bau den Richtspruch kundtat, richtete Torsten Meyer als Vertreter der Bauherrenfamilie kurze Worte an die Freunde und Bauarbeiter, die gekommen waren. Er und seine Tochter Laura als Tierärztin seien froh, dass sie nach den "Auflagen" des Denkmalschutzes nun das Richtfest feiern können. Kritik an der Behörde gab es auch.
Allein für diverse Gutachten zu Fledermäusen oder dem Alter des für das Gasthaus verwendeten Holzes musste eine hoher fünfstelliger Betrag gezahlt werden. "Diese Kuh ist jetzt vom Eis", sagte Meyer, der jahrelang in der Wirtschaft ein Unternehmen geleitet hatte, "doch die Dimensionen, die vom Denkmalschutz verlangt wurden, seien dem Projekt nicht angemessen." Hier solle die Politik die Behörde vielleicht ein wenig an die Kette legen. Schließlich spreche man bei jeder Gelegenheit vom Abbau der Bürokratie. Die Realität sehe anders aus.
Zimmermann Sebastian Lochner (Foto: nnz)
Landrat Jendricke freute sich über die Aufwertung des Ortes im Norden Thüringen und teilte mit, dass die untere Denkmalschutzbehörde nur die Vorgaben des Landes Thüringen umsetzen musste.
Beim letzten Nagel: Bauherr Torsten Meyer (Foto: nnz)
Mitunter schreibt das wahre Leben immer noch die kleinen Geschichten. So musste Torsten Meyer den berühmten letzten Nagel ins Gebälk schlagen, denn der Lebensgefährte von Laura, Frank Schulze, der ebenfalls Tierazt ist, hatte mit seinem Auto einen Platten. Er soll sich einen Nagel eingefahren haben... Peter-Stefan Greiner
Als Jemand, der fast täglich die "Baustelle" passiert habe ich als einer, der mit 80 Jahren nicht mehr im Berufsleben steht, allerhöchste Achtung vor dieser Leistung. Und, wenn man "Auswüchse" der Bürokratie liest noch mehr. Eine Bereicherung der Infrastruktur auf den Höhen des Thüringer Südharz. Man möge sich "gegenseitig befruchten". "Hexenbesen", Tierarztpraxis, Rothesütte an sich mit ihren Einwohnern. Und vielleicht passt auch Sophienhof mit seiner aktuellen Infrastruktur dazu. Ein Radweg zwischen den beiden schönen Orten könnte eine Bereicherung für den Tourismus sein. Auch dadurch könnten wirtschaftliche Impulse im näheren- und weiteren Umfeld auf das künftige Unternehmen der Tierärzte einfließen. Der Familie Meyer für die Zukunft viel Gesundheit, wirtschaftliche Erfolge, möglichst viele interessiert Kunden und "weniger Bürokratie".
Wolfgang Jörgens
Sophienhof