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Sa, 09:00 Uhr
15.08.2026
Johanniter-Unfall-Hilfe und Berufsfeuerwehr:

Gemeinsam trainiert

Was im Ernstfall funktionieren muss, sollte vorher gemeinsam trainiert werden. Unter diesem Leitgedanken fand am Möwensee ein gemeinsamer Praxis- und Ausbildungstag der Johanniter-Unfall-Hilfe Nordhausen und der Nordhäuser Berufsfeuerwehr statt...

Bild:
Gemeinsam trainiert (Foto: JUH)

Im Mittelpunkt standen Tauchunfälle, Ertrinkungsunfälle sowie die Rettung und Versorgung von Menschen aus besonderen Wassersituationen.

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Unter dem Motto „Gemeinsam trainieren. Gemeinsam handeln.“ kamen angehende Einsatzkräfte verschiedener Ausbildungsstandorte und Organisationen zusammen, um ihr theoretisches Wissen unter möglichst realistischen Bedingungen in die Praxis umzusetzen.

Drei Ausbildungsjahre – ein gemeinsames Ziel
Beteiligt waren Auszubildende aller drei Lehrjahre aus den Rettungswachen Nordhausen, Erfurt und Blankenhain sowie Auszubildende der Bundeswehr.

Die unterschiedlichen Ausbildungsstände waren dabei ausdrücklich Teil des Konzeptes. Erfahrenere Auszubildende konnten Verantwortung übernehmen und ihr Wissen weitergeben, während jüngere Kolleginnen und Kollegen von den gemeinsamen Einsatzsituationen profitierten.

Gleichzeitig bot der Ausbildungstag die Gelegenheit, bereits während der Ausbildung die Zusammenarbeit mit anderen Einsatzorganisationen kennenzulernen. Denn gerade bei Notfällen im und am Wasser gilt: Rettungsdienst • Feuerwehr • Wasserrettung“. Nur wenn die unterschiedlichen Fähigkeiten ineinandergreifen, kann eine schnelle, sichere und professionelle Patientenversorgung gelingen.

Tauchmedizinisches Wissen als Grundlage
Bevor es in die praktischen Szenarien ging, wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer theoretisch auf die besonderen Herausforderungen vorbereitet. Den fachtheoretischen Unterricht übernahm PADI-Tauchlehrer und Praxisanleiter Andreas Dietzel.

Im Mittelpunkt standen die medizinischen Besonderheiten von Ertrinkungs- und Tauchunfällen, mögliche Verletzungs- und Krankheitsbilder sowie die daraus resultierenden Anforderungen an die präklinische Versorgung.

Ein besonderer Schwerpunkt lag darauf, nicht nur einzelne medizinische Maßnahmen zu vermitteln, sondern den gesamten Einsatzablauf zu betrachten: von der Rettung aus dem Wasser über die strukturierte Erstversorgung bis zur weiteren notfallmedizinischen Behandlung und Übergabe.

Vom Möwensee direkt ins Einsatzszenario
Anschließend wurde aus Theorie Praxis. In verschiedenen vorbereiteten Übungsszenarien mussten die Auszubildenden ihr Wissen unter realistischen Bedingungen anwenden. Dazu gehörten unter anderem die Rettung von Personen aus dem Wasser, der Transport mit dem Feuerwehrboot sowie die Versorgung kritisch erkrankter oder reanimationspflichtiger Patienten nach einem Wasser- oder Tauchunfall.

Dabei wurde schnell deutlich, dass solche Einsatzlagen weit mehr verlangen als medizinisches Fachwissen. Kommunikation, Führungsverhalten, Aufgabenverteilung und die Zusammenarbeit verschiedener Fachdienste spielen eine ebenso entscheidende Rolle.

Genau deshalb lautete ein weiteres Motto: „Training unter realistischen Bedingungen.“ Beobachten, bewerten und gemeinsam besser werden. Die verschiedenen Szenarien wurden durch die anwesenden Praxisanleiter Linda und Michel begleitet und bewertet.

Neben der fachlich korrekten Durchführung medizinischer Maßnahmen standen insbesondere das strukturierte Vorgehen, die Kommunikation innerhalb des Teams und die Zusammenarbeit mit den Kräften der Feuerwehr im Fokus.

Im Anschluss an die Szenarien erfolgte eine gemeinsame Auswertung. Positive Abläufe konnten ebenso herausgestellt werden wie Situationen, in denen Optimierungspotenzial bestand. Gerade diese direkte Rückmeldung ist ein wichtiger Bestandteil einer modernen und praxisnahen Ausbildung: Fehler dürfen im Training entstehen, damit sie im realen Einsatz vermieden werden können.

Gemeinsam vorbereitet auf besondere Einsatzlagen
Die Leitung des Praxistages lag bei Isabell Rennebach, die gemeinsam mit den beteiligten Praxisanleitern und Einsatzkräften für die organisatorische und praktische Umsetzung des Ausbildungstages sorgte.

Der Tag zeigte eindrucksvoll, welchen Wert organisationsübergreifende Ausbildung besitzt. Rettungsdienst und Feuerwehr begegnen sich im Einsatz regelmäßig unter hohem Zeitdruck. Bei Wasserrettungs-, Ertrinkungs- und Tauchunfällen kommen zusätzliche Gefahren und besondere medizinische Anforderungen hinzu.

Wer bereits während seiner Ausbildung gemeinsam trainiert, kennt im späteren Einsatz nicht nur die eigenen Möglichkeiten, sondern versteht auch die Arbeitsweise der anderen Beteiligten.

Besonderer Dank an das Tauchsportzentrum Sundhäuser See
Ein besonderer Dank gilt dem Tauchsportzentrum Sundhäuser See für die Unterstützung des Ausbildungstages. Durch die Bereitstellung benötigter Materialien konnte die praktische Ausbildung realitätsnah umgesetzt werden. Ebenso bedanken sich die Beteiligten für die Gastfreundschaft am Möwensee und die Unterstützung vor Ort. Ohne Partner, die Ausbildung und organisationsübergreifendes Training unterstützen, wären Praxistage in dieser Form nur schwer umzusetzen.

Mehr als nur ein Ausbildungstag
Neben den fachlichen Erkenntnissen nahmen die Auszubildenden deshalb vor allem eine Erfahrung mit: Bei komplexen Einsatzlagen entscheidet nicht allein die Leistung eines Einzelnen über den Erfolg. Entscheidend ist, dass alle Beteiligten miteinander kommunizieren, ihre Kompetenzen bündeln und als Team handeln.

Der gemeinsame Praxistag von Johanniter-Unfall-Hilfe und Berufsfeuerwehr Nordhausen stand deshalb vom theoretischen Unterricht bis zum letzten Übungsszenario für eine klare Botschaft:
  • „Gemeinsam trainieren. Gemeinsam handeln.“
  • „Rettungsdienst • Feuerwehr • Wasserrettung“
  • „Training unter realistischen Bedingungen.“
  • Und wenn aus einer Übung plötzlich Realität wird, zählt vor allem eines: „Wenn jede Sekunde zählt, zählt das Team.“
Fotos/Text: Johanniter-Unfall-Hilfe Nordhausen
Autor: psg

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