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Mi, 10:00 Uhr
19.08.2026
Ausgezogen

Das letzte Hemd

Das letzte Hemd - dieser Spruch verfolgt mich schon seit ich denken kann. Man gibt es für einen Freund alles, selbst das letzte Hemd. Jetzt allerdings gibt es eine Protestaktion, die sich diesem Kleidungsstück widmet. Vor allem in der Goldenen Aue...

Bild:
Das letzte Hemd (Foto: privat)

Vor einigen Tagen flattern sie bevorzugt in der Goldenen Aue an den Schildern der Ortseingänge. Weiße Hemden oder T-Shirts mit dem Slogan "Das letzte Hemd". Was soll das bedeuten, was steckt hinter der Aktion? Wir gingen auf Spurensuche.

Wir hatten die Polizei in Nordhausen um eine Stellungnahme gebeten und nach eventuellen Ermittlungen in Nordthüringen angefragt. In anderen Regionen haben die Ermittlungsbehörden im Anbringen von Hemden keinen strafbaren Tatbestand entdeckt, sondern eher einen "Fall" für die Ordnungsämter. Das muss nicht unbedingt für Thüringen gelten, da das hiesige Innenministerium in punkto Proteste jeglicher Art, die nicht staatlich unterstützt oder der sogenannten "Zivilgesellschaft" initiiert werden, mitunter eine staatsgefährdende Aktion vermuten könnte. Doch gestern Abend kam dann eine Zwischenantwort von der Darre. "Das Kommissariat für Staatsschutzdelikte in der Kriminalpolizeiinspektion Nordhausen wurde mit einer entsprechenden Zuarbeit beauftragt".

Also befragten wir zwischenzeitlich die KI und die spuckte folgendes aus: "Die Protestaktion 'Das letzte Hemd' bezeichnet eine im Sommer 2026 aufgekommene, bundesweite Kundgebungsform, bei der Unbekannte weiße T-Shirts oder Hemden an Ortsschildern, Masten und Bahnhöfen aufhängen. Das Symbol soll ausdrücken, dass die Bevölkerung durch die Politik wirtschaftlich ausgepresst wird und ihr sprichwörtlich „das letzte Hemd“ genommen wird."

Es ist ein Protest gegen hohe Steuern und Abgaben, Inflation, steigende Lebenshaltungskosten und Energiepreise, aber auch Renten-, Gesundheits-, Klima-, Migrations- und Außenpolitik werde als Gründe genannt. Gefordert werden unter anderem ein Politikwechsel, Neuwahlen, niedrigere Belastungen, ein Migrationsstopp und eine grundlegende Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Obwohl sich die Initiative als parteiübergreifend versteht und bezeichnet, wird die Aktion von vielen Medien dem rechten bis rechtspopulistischen Spektrum zugeordnet. Sicher, all das was dort als rechts und mit einem fließenden Übergang zu rechtsradikal, rechtsextremistisch oder wahlweise auch mit populistisch etikettiert wird, gefällt vermutlich Parteien wie zum Beispiel der AfD. Warum auch nicht, die "Omas gegen rechts" oder die Organisatoren von Antifa-Camps haben vermutlich beim DGB, den Linken oder der SPD sicher auch weiterhin einen guten Stand als zu fördernde NGO "unserer Demokratie". Und schließlich muss ja auch gegen die Demokratie-Untergangswahl im benachbarten Sachsen Anhalt mobil gemacht werden. Das letzte Hemd könnte aber auch im Zusammenhang mit der alltäglichen Belastungsgrenze für den Otto-Normal-Bürger gedeutet werden. Nach dem aktuellen OECD-Vergleich lag der sogenannte Steuerkeil für einen alleinstehenden Durchschnittsverdiener in Deutschland 2025 bei 49,3 Prozent der Arbeitskosten. Nur Belgien ist noch übergriffiger. Also, der deutsche Staat macht vermutlich keinen Unterschied zwischen SPD- oder AfD-Mitglied.

Als Beispiel immer wieder angeführt werden die gigantischen Summen, die in Deutschland zum Beispiel für die "allgemeinen flüchtlings- und asylbezogenen Ausgaben von Bund, Ländern und Kommunen" ausgegeben werden? Im Jahr 2024 gaben die Bundesländer rund 6,7 Milliarden Euro für Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz aus, während der Bund insgesamt rund 28,4 Milliarden Euro für flüchtlingsbezogene Aufgaben eingeplant hatte. Das waren - zusammengerechnet - rund Fünfunddreißigtausend Millionen Euro im Jahr. 35000000000 Euro. 2025 wurde es nicht besser.

Die Hemden- und T-Shirtspender sind vermutlich auch sauer, dass die Landesregierung die finanzielle Unterstützung für Schulausflüge zu außerschulischen Lernorten, mit Ausnahme von Gedenkstätten, gestrichen und die Mittel für die Jugendförderung zusammengestrichen und gedeckelt hatte. Die Aufzählung könnte fortgesetzt werden, aber wir wollen nicht zwingend pessimistisch sein. Es wird schon alles seine Richtigkeit haben und vielleicht sollten all jene, die nicht bereit sind, ihr "letztes Hemd" zu geben, froh sein, dass - ob der Altkleidercontainerknappheit - nicht allzu viel textiler Müll dort landet, wo er nicht hingehört. Die Entsorgungskosten könnten sich für die Allgemeinheit womöglich drastisch erhöhen. Auch das noch...
Peter-Stefan Greiner

Update 17 Uhr: Keine Ermittlungen

Nach Prüfung durch die Kriminalpolizeiinspektion Nordhausen liegen zu dem Phänomenbereich „Letztes Hemd“ gegenwärtig keine Ermittlungsverfahren in dem Zuständigkeitsbereich der Landespolizeiinspektion Nordhausen vor. Dies bedeutet nicht, dass dieses Phänomen nicht auch hier aufgetreten sein könnte, sondern vielmehr, dass es nicht bei der Polizei bekannt gemacht wurde – sofern es diese „Letzten Hemden“ gab.
Autor: psg

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Kommentare
Marino50
19.08.2026, 10:16 Uhr
Das letzte Hemd
Guter Artikel, Herr Greiner.
Ja so ist das bei uns hier geworden. Wer nicht dafür ist, ist dagegen.
Es wird sofort Staatsschutz, Polizei, Ordnungshüter u.ä. eingeschaltet. Es wird auch nicht mit den Menschen gesprochen. Diese Ortsteile sind Nordhausen oder in diesem Fall auch Heringen zugeordnet. Unser OB will seine Ruhe haben und der Landtag um Herrn Voigt ist mit sich selbst beschäftigt. Das BSW will nicht mehr "mitspielen " und die AfD will keiner zum Mitspielen haben.
Die Bevölkerung in den Ortsteilen werden böse und müssen bestraft werden.
Es erinnert mich alles so an Kindergarten. Aber es ist alles zu traurig, um darüber zu lachen.
rens
19.08.2026, 11:31 Uhr
Meinung und Werbung
Ich habe Schnauze voll von der Regierung, aber da muss man nicht von oder für die AfD sein, das zeichnet sich genauso in den amtierenden Parteien selbst ab oder bei Linken und Grünen. Realistische Lösungen präsentiert die AfD ebenso wenig wie der Rest. Wenn man meint, der Stopp von Migration und dem ÖRR sind oben auf der Liste der Forderungen, wenn man auf den aktuellen Unfug, Lobbyismus und die Korruption schaut, der lässt sich wirklich populistisch einlullen.

Mal direkt zum Artikel: Geht es noch polemischer? Und wie wär es das Ganze als Meinung zu deklarieren oder hält man schon nichts mehr von Journalismus?

Natürlich vorne mit dabei das Niederreden von NGOs und der Zivilgesellschaft, die wohl nicht linksgerichtet sein dürften?
"da das hiesige Innenministerium in punkto Proteste jeglicher Art, die nicht staatlich unterstützt oder der sogenannten "Zivilgesellschaft" initiiert werden, mitunter eine staatsgefährdende Aktion vermuten könnte"
"Warum auch nicht, die "Omas gegen rechts" oder die Organisatoren von Antifa-Camps haben vermutlich beim DGB, den Linken oder der SPD sicher auch weiterhin einen guten Stand als zu fördernde NGO "unserer Demokratie". "
Und ja, wenn hauptsächlich Umsturzfantasien von rechts kommen, kommt von da auch weniger Verteidigung der Demokratie.

##gekürzt##

Groß dabei sind wieder Zahlen, die Migration betreffen. Es gibt keine kurzfristige Lösung der überalternden Bevölkerung und geburtenschwachen Jahrgänge, wenn man sich abschottet. Das heißt aber auch nicht, dass man die Migrationspolitik so lassen sollte wie sie ist, da es sehr viel zu tun. Und wenn man auf das Geld schaut, wie wäre es mit riesigen Konzernen und Überreichen, die immer mehr anhäufen und bei denen der Steuer so einiges durch die Lappen geht? Die aktuelle Regierung packt es nicht an und die AfD will sich das aber ebenso wenig auf die Fahne schreiben. Die AfD genießt übrigens ebenso die Unterstützung reicher Elite. Nix mit besserer Alternative.
Anmerkung techn. Support:
Wir haben das ja nicht geändert, damit es dann trotzdem kommentiert wird. Ich habe den Absatz also entfernt und im Kommentar als ##gekürzt## gekennzeichnet.
Bernd das Brot
19.08.2026, 11:49 Uhr
Die Aktion
Diese Aktion ist von den Faschisten Freie Sachsen ins Leben gerufen worden und wer diese Aktion unterstützt, unterstützt damit automatisch die faschistische Partei Freie Sachsen, Leute wacht auf den Sozialkahlschlag machen die Faschisten genauso wie die jetzige Regierung es kommt keine Besserung wenn man nur Parlamente besetzt und da wild rum diskutiert siehe Bundestag die diskutieren auch nur rum und am Ende kommt bei allen Parteien scheiße raus.
adele
19.08.2026, 13:02 Uhr
Super Artikel
Es beschreibt, wie sich die arbeitenden und Steuer zahlenden Menschen hier fühlen, die Menschen in unserem Land bluten langsam aus. Coole Aktion, und da bin ich komplett unparteiisch ;-)
Tom der ungläubige
19.08.2026, 13:31 Uhr
Ein guter, witziger Protest gegen…
Die immer höhere Staatsquote (Steuern und Abgaben). Und er ist friedlich und anders als zum Beispiel von der militanten Antifa! Vermutlich von Bürgern, die in diesem Land noch Wertschöpfend arbeiten. Jetzt warten wir mal auf die Einordnung unseres allwissenden Burkhardt zu dieser pösen,pösen rechtsextremen Meinungsäußerung! Ich bin gespannt!
wissender
19.08.2026, 13:36 Uhr
Erinnrungen
an finsterste Nazizeiten werden da wach. Wer die verkehrte Fahne nach draußen gehangen hat würde von der Staatspolizei verfolgt und bestraft. Die SED hatte sich das dann gut abgeschaut und dort durfte man auch nur Linientreu sein. Das verkehrte Palakat rief sofort die Stasi auf den Plan. Heute ist diese Aktion vergleichsweise harmlos und der Staatsschutz nimmt sich der Sache an. Linientreu- so muss dass wohl heute sein?! Diese Hemden sind doch ein einzige Hilferuf des einfachen Mannes**innen. Demokratie bedeutet für mich freie Meinungsäußerung in welcher Form auch immer. So lange die Hemden das Ortsschild nicht verdecken lasst sie doch hängen. Ach nein das passt den LINKS-Christlichen Parteienbündnis ja nicht. Ich für mein Teil warte gespannt auf eine Veränderung zuerst im Nachbarbundesland.
Nörgler
19.08.2026, 13:41 Uhr
Richtigstellung
Links und grün zu sein impliziert nicht unbedingt die Allwissenheit: Nur soviel zur Richtigstellung:

Die Protestaktion „Das letzte Hemd“, bei der weiße T-Shirts an Ortsschildern aufgehängt werden, stammt aus dem Sommer 2026. Ihren regionalen Ursprung hat die Kampagne im Juli 2026 in Schleswig-Holstein, wo sie unter anderem von der regionalen Initiative „Schleswig-Holstein steht auf“ verbreitet und über soziale Medien zu einer bundesweiten Aktion gemacht wurde.
Hallogemeinde
19.08.2026, 13:56 Uhr
faschistisch?
kennt der Bernd den Unterschied zwischen faschistisch und rechtsextrem? bitte mal googln bevor sie hier so ein Mist verbreiten!
rens
19.08.2026, 14:40 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert von psg – Gehört nicht zum Artikel
rens
19.08.2026, 15:29 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert von vgf – Ich habe den Kommentar bearbeitet, nicht Herr Greiner.
Lautaro
19.08.2026, 15:41 Uhr
Danke Herr Greiner ! ....21,7 Milliarden Euro Bürgergeld an Ausländer:....
war die Aussage des AfD-Kandidaten in Sachsen-Anhalt.
Die dortige Regierung widersprach natürlich reflexartig seiner Aussage im MDR.
Die Ironie....ausgerechnet der Faktencheck dieses Senders der vielgescholtenen ÖRR gab dem Kandidaten recht..
Wir geben das Geld bis zum letzten Hemd für alles mögliche aus und kürzen andererseits bei bei unserer Bevölkerung. Ob Pflege, Kinder usw.....
Es geht nicht darum, ob die AfD es besser machen wird.
Aber sie ist zumindest der kleine Junge, welcher feststellt....dass der Kaiser unbekleidet ist.
Wählen werde ich sie nicht, aber sie ist zumindest ein wichtiges demokratisches Korrektiv.
Anmerkung techn. Support:
Ein »demokratisches Korrektiv«, dem in fünf Bundesländern vom Verfassungsschutz amtlich als gesichert rechtsextrem zertifiziert wurde. Qualitätssiegel sozusagen.
rens
19.08.2026, 16:20 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert von vgf – Gelesen. Rufen Sie ggf. an. Das ist nicht der richtige Ort für solche Diskussionen.
RWE
19.08.2026, 17:17 Uhr
Wer sich vor einem aufgehangenen Shirt gruselt sollte zu festgeklebten "Aktivisten"
Straßenblockaden und Antifagewalt besser schweigen. Wobei ich kein Fan von diesem Wutbürgertum bin, wo man ja eigentlich gegen alles ist.
Und wiedereinmal bin ich bei Lautaro. Ich will von der AfD eigenlich nicht regiert werden. Aber sie zeigt blinde Flecken auf und bricht sehr lautstarkes Schweigen zu bestimmten Themen im, zum Glück ehemals links-grün dominierten, Meinungskorridor auf. Der Diskurs geht wieder rechts Richtung politischer Mitte. Die rückzugsgefechter der linken "Zivilgesellschaft ändern da nichts mehr. Ich finde es eher belustigend...
Junge21
19.08.2026, 21:04 Uhr
Friedlicher Protest
Besser ein paar weiße Hemden, als Hammerschläge, Anschläge auf Stromnetze, Niedertreten von freien Journalisten...bestimmt hab ich noch ein paar Gewalttätigkeiten der Linken Protestbewegung vergessen oder nicht auf dem Schirm, weil ich keine ÖR schaue. Ach Moment, da wird davon ja kaum berichtet, wie mir mein Nachbar sagte. Ich finde die Hemden gut 👍
Siegmund
20.08.2026, 00:32 Uhr
Wegen einem weißen Hemd
Wegen einem weißen Hemd ermittelt der Staatsschutz und die Polizei, dass kann ja wohl nicht wahr sein, können die sich nicht um wirklich wichtige Dinge kümmern?
Lautaro
20.08.2026, 13:08 Uhr
Danke an die Redaktion für die Zulassung meines Kommentars und die entsprechende Rückmeldung.
Bis 2015 hatte ich (bis auf 2 grüne Verirrungen ) immer LINKS gewählt.
Die Linke wurde immer durch den Verfassungsschutz beobachtet....Gregor Gysi hat mal spöttisch festgestellt, dass seine Beobachtung immer wieder bei Wahlen thematisiert wurde.
Auch Ramelow war ja mal ein Ziel.
Schon damals hatte ich das Gefühl, dass diese wichtige Institution ein wenig für politische Zwecke eingespannt wird.
Auch wenn mich Herr Höcke an etwas erinnert, wofür man bei einer Tombola nichts bekommt.
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