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Di, 10:39 Uhr
25.08.2026
Nordhäuser „Heimatshoppen“ geht in die nächste Runde

Erleben statt bestellen

Unter dem Motto „Erleben statt bestellen“ wird am ersten Septemberwochenende in der Nordhäuser Innenstadt wieder zum „Heimatshoppen“ gerufen. Viele kleine Aktionen sollen weg vom Netz und in die Läden locken…

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Am 05. September heißt es in der Nordhäuser Innenstadt wieder "Heimat shoppen" (Foto: agl)

Wer digital kauft, der verpasst etwas - mit diesem Gedanken wird auch in diesem Jahr wieder zum „Heimat shoppen“ eingeladen. Die Aktion der Industrie- und Handelskammer IHK zur Unterstützung des darbenden Einzelhandels findet in 14 Thüringer Städten statt, darunter auch in Nordhausen.

Wolle man die Innenstadt beleben und den regionalen Handel stützen, dann müsse man dem Problem von zwei Seiten begegnen, meinte Bürgermeisterin Alexandra Rieger heute zur Vorstellung der Aktion: über die der Händler, die den Einkauf auch zum Erlebnis machen können und die der Kundschaft, die die Bequemlichkeit des Online-Handels einmal hinten anstellen sollte.

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„Wenn ich im Netz einkaufe dann kann ich nicht fühlen, nicht schmecken, nicht probieren“, ergänzt Manuela Fiedler-Hebestreit, „und auch für uns ist es schön, wenn man die Kundschaft direkt beraten kann und mit den Menschen ins Gespräch kommt.“ Begegnungen, Gespräche, erleben - all das findet im Netz nicht statt, unterstreichen die Organisatoren. Zu groß darf das Spektakel aber auch nicht werden, hat die Erfahrung gezeigt, die Verbindung von „Heimat shoppen“ mit dem verkaufsoffenen Sonntag und Events wie einst dem „City Lauf“ habe sich nicht bewährt, so Torsten Pietzsch, der Leiter der Marktpassage. Mit dem Termin am Samstag und einer Fülle an individuellen Ideen komme man sowohl der Kundschaft als auch den Händlern entgegen.

Um die Leute aus dem Haus und in die Geschäfte zu locken, muss man sich also etwas einfallen lassen. Im Modegeschäft Hebestreit steht schon jetzt ein Glücksrad, außerdem wird zum Shopping-Samstag im September Wein und Sekt verkostet, alkoholfrei, weil die meisten doch mit dem Auto unterwegs sind, erzählt die Händlerin. Auch in der Marktpassage wird man auf Glück und Genuss setzen, wer in diesen Tagen einen Einkauf von mindestens 25,- Euro tätigt, erhält ein Rubbel-Los und kann am 05. September an der Ziehung teilnehmen. Im Eingangsbereich der Marktpassage wird zudem zur Kaffeeverkostung geladen, zwei Sorten stehen zur Auswahl, eine davon will die Stadtinformation in Zukunft in ihr Sortiment aufnehmen. Welche es wird, soll die Nordhäuser Kundschaft entscheiden können. Schlichting Feinkost will passend zum Monat eine Probieraktion mit neun Produkten anbieten, jeweils um 12, 14 und 16 Uhr.

Auf dem Rathausplatz wird die Marktgilde einen Flohmarkt für Jedermann ausrichten, Details hierzu sollen noch bekannt gegeben werden. Ein paar Meter weiter im Buchcafé „Kapitel J“, soll es erholsam und entspannt zugehen. „Zum Mittsommer hatten wir ein ‚Buch-Speeddating‘ geplant, das wird wegen der Hitze aber abkürzen mussten und jetzt nachholen wollen. Wer sich künstlerisch betätigen will, kann Bilder aus Bügelperlen basteln, das geht gut für die Kleinen wie die Großen und wir bieten eine „Wollberatung“ an. Essen und Trinken gibt es natürlich auch und dazu etwas Musik. Es soll schön lauschig werden und wer will, kann auch mit der Picknickdecke auf dem Lutherplatz kommen“, sagt Cafébetreiberin Johanna Lautenbach.

Still bleibt es hingegen gegenüber, in den leer stehenden Räumlichkeiten im Bürgerhaus. Man plane noch einmal eine Ausschreibung, ist von Bürgermeisterin Rieger zu erfahren, wenn möglich soll der Café-Betrieb hier beibehalten werden. Zwischendurch nutze man die Räume für Veranstaltungen wie zuletzt beim Bibliotheksfest.

Auch andere teilnehmende Händler würden ihren Teil zum Geschehen beitragen, versichert Pietzsch, in den letzten Jahren sei die Aktion auf Seiten des Handels in der Regel gut angenommen worden. „Da machen eigentlich fast alle mit, wir hatten meist sehr gute Tage mit dem „Heimat shoppen“. Schön wäre es freilich, wenn man in Zukunft Überschneidungen mit anderen Veranstaltungen vermeiden könnte, die ohne Not Publikum aus der Innenstadt ziehen“, so Pietzsch in Richtung Stadtverwaltung.

Gemeint ist das Hoffest der EVN, das ebenfalls am 05. September ab 15 Uhr stattfinden wird und vor allem Familien mit Kindern locken dürfte. Ob man sich hier „kannibalisiert“ oder ob sich Shopping-Tag und Fest nicht vielleicht doch gegenseitig befruchten, muss sich zeigen. Im nächsten Jahr wird man dieses spezielle Problem in jedem Fall nicht haben, denn dann fällt das Hoffest des städtischen Unternehmens mit Rolandsfest und Thüringentag zusammen.
Angelo Glashagel
Autor: red

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