Bei den Südharzwerken wurde heute die Volljährigkeit gefeiert: vor 18 Jahren wurde das kommunale Unternehmen gegründet, um die Abfallentsorgung in eigener Hand zu behalten und zu verbessern. Seitdem hat sich viel getan, zur jüngsten Errungenschaft konnte heute Richtfest gefeiert werden…
Geburtstagsfeier und Richtfest bei den Südharzwerken, v.l.: Oberbürgermeister Kai Buchmann, Geschäftsführerin Katrin Materlik und Landrat Matthias Jendricke (Foto: Pressestelle Landratsamt)
Die Woche hat für die Südharzwerke nicht gut begonnen: erst ein brennendes Müllfahrzeug am Montag, dann ein schwerer Unfall am Mittwoch, der wohl mit gesundheitlichen Problemen des Fahrers zu tun hatte und man sich also auch Sorgen um einen Kollegen machen musste.
Es wurde niemand verletzt, ein Lichtblick immerhin und nicht der einzige, betont Katrin Materlik, die Geschäftsführerin der Südharzwerke heute. Unsere Arbeit geht meist mit Selbstverständlichkeit einher. Wenn die Entsorgung funktioniert, fällt sie nicht weiter auf und unser größtes Lob ist es, wenn es keine Kritik gibt. Aber in diesen Momenten, wenn die Selbstverständlichkeit nicht mehr gegeben ist, sieht man woran man ist. Trotz aller Sorge um den Kollegen haben unsere Mitarbeiter schnell und organisiert gehandelt und den Betrieb aufrechterhalten. Nicht weil es einfach gewesen wäre, sondern weil es nötig war, lobte Materlik und sprach ihren Dank sowohl den eigenen Leuten als auch den Kollegen bei den Stadtwerken aus.
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Und Grund zu Danken hat man nicht allein der aktuellen Herausforderungen wegen, sondern auch, weil man inzwischen 18 Jahre gemeinsame Arbeit hinter sich gebracht hat - die Südharzwerke sind inzwischen volljährig.
Im Reigen der vielen, großen Jubiläen mag ein 18. Geburtstag noch nicht nach viel klingen, man denkt eher an die Schwelle zum Erwachsenenalter, als an alteingesessene Erfahrung, meinte Materlik, bei den Südharzwerken hat man Erfahrung seit 2008 aber zweifelsohne schon reichlich gesammelt.
Man hätte es sich damals einfach machen, die Dienstleistung ausschreiben und die Verantwortung an Dritte abgeben können. Es wurde ein anderer Weg gewählt, der Einfluss und Gestaltungsmöglichkeiten erhalten sollte und in der Gründung der Südharzwerke mündete, führte die Geschäftsführerin aus, die 2025 aus der Amtsstube der Abfallwirtschaft im Landratsamt an die Spitze des kommunalen Entsorgungsunternehmens gewechselt hat.
Es sei eine Entscheidung mit Weitblick gewesen, man habe über die Jahre als Dienstleister stets im Interesse der Gesellschafter und der Bürger an der Verbesserung der Entsorgung arbeiten können. Angefangen bei der Übernahme der Aufgaben für den gesamten Kreis, den Bau der Bioabfallanlage 2013 und der Inbetriebnahme des dazu passenden Heizwerkes 2021, über die fortschreitende Digitalisierung bis zur Einführung der Gelben Tonne 2021.
Der rote Faden sei stets die Weiterentwicklung gewesen, unterstrich Materlik, der jüngste Schritt dahin war der Bau des neuen Verwaltungsgebäudes in der Robert-Blum-Straße, dem nun bald ein weiterer folgen soll. Denn mit dem Geburtstag konnte man heute auch Richtfest feiern: der neue Wertstoffhof nimmt Form an und soll im kommenden Frühjahr in Betrieb gehen. Seit 2012 kann man seinen Grünschnitt bei den Stadtwerken abgeben, vom Prinzip eines Wertstoffhofes hat da noch keiner gesprochen und das ganze System war ein Stück weit Wildwuchs. In der Hauptsaison haben wir heute an den Samstagen zwischen 9 und 12 Uhr mitunter rund 300 Besucher und der Bedarf ist so groß geworden, dass eine Neuordnung dringend notwendig ist, erzählt die Geschäftsführerin am Rande.
Noch tummelt es sich weiter wild zwischen der Fahrzeugflotte auf dem Hof der Stadtwerke und der Abgabestelle, aber das soll nun bald ein Ende haben. Der neue Wertstoffhof bringt mehr Platz und mehr Ordnung. Auf rund 3000 Quadratmetern Fläche will man im Jahr bis zu 10.000 Tonnen Abfall in 25 Fraktionen annehmen können, darunter natürlich Grünabfall und Bauschutt, aber auch Sperrmüll, Papier, Pappe, Schrott, Glas und gefährliche Abfälle wie Leuchtstoffröhren und Batterien. Auch Elektrogeräte will man annehmen, die Demontage soll aber wie gewohnt bei der Lebenshilfe verbleiben. Vom Hof ausgenommen sind Gefahrstoffe, für die man sich weiterhin an das Schadstoffmobil des Landkreises wenden muss.
Der Umzug aus der Nachbarschaft ist für den Dezember geplant, wenn in der Regel weniger Besucherverkehr herrscht. Wir geben uns ein bisschen Zeit, um anzukommen und uns ordentlich einzurichten, nach dem Winter kann es dann im Frühjahr des neuen Jahres richtig losgehen, versichert Katrin Materlik. Drei Mitarbeiter stehen dann bereit, allerlei Wertstoff entgegen zu nehmen, die Öffnungszeiten werden bereits geplant. Angelo Glashagel