Studenten des Studiengangs Sozialmanagement der Hochschule Nordhausen besuchten das Sozialkaufhaus Stöbereck des Horizont Vereins. Im Fokus des Besuchs standen die jüngsten Umstrukturierungen und eine verstärkte Ausrichtung auf regionale Produkte...
Studenten der Hochschule zu Besuch im Stöbereck (Foto: privat)
Im Rahmen des Praxissemesters besuchten Studierende des zweiten und vierten Semesters des Studiengangs Sozialmanagement die Einrichtung in Nordhausen.
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Der Besuch hatte einen direkten Bezug zur Praxis: Ein Student des Studiengangs absolviert derzeit sein Praktikum im Stöbereck. Gemeinsam mit der neuen Leitung Diana Rabe sorgt Ben Ernesti aktuell für Veränderungen und neue Impulse im Betrieb.
Fokus auf Regionalität und klare Strukturen
Ein zentraler Baustein des neuen Konzepts ist die Einführung regionaler Produkte, die von der Kundschaft sehr gut angenommen wird. Zum Sortiment gehören mittlerweile Spezialitäten wie Eis vom Eiscafé Verona, Gin aus Werther, gekühlte Getränke von Neunspringe, Nordhäuser Bier, Friwi-Kekse aus Stolberg sowie Honig von verschiedenen Imkern aus dem Raum Nordhausen.
Neben der Erweiterung des Angebots wurde auch die Verkaufsfläche optimiert. Durch eine umfassende Umstrukturierung und die Einführung eines neuen Systems für den Möbelkauf bietet das Kaufhaus den Kunden nun deutlich mehr Klarheit und einen verbesserten Überblick über die verfügbaren Einrichtungsgegenstände.
Von der Theorie in die Praxis: Sozialmanagement
Ich konnte schon sehr viel von meinem erlernten Wissen aus dem Studium anwenden und hier im Stöbereck umsetzen. berichtet Ernesti. Sozialmanagement spiele im Kaufhaus eine zentrale Rolle. Alle Kompetenzen, die ein Sozialmanager mitbringen sollte, würden hier gefordert. Es ist besonders wichtig die Wirtschaftlichkeit und Prozesse im Verein zu analysieren und parallel dazu alle sozialen Aspekte im Blick zu haben, so Ben. Dabei sei eine klare Struktur unabdingbar, um auch in Ausnahmesituationen richtig reagieren und handeln zu können.
Ein besonders großer Bereich im Stöbereck ist das Personalmanagement. Das Team setzt sich aus unterschiedlichen Personengruppen zusammen: Der Großteil der Mitarbeiter ist festangestellt. Einige Mitarbeiter engagieren sich freiwillig im Rahmen eines Ehrenamts. Andere wurden über eine Maßnahme vom Jobcenter zugeteilt. Gelegentlich wird hier auch gemeinnützige Arbeit abgeleistet. Diese Vielfalt stellt das Personalmanagement vor die Aufgabe, individuelle Bedürfnisse und Rahmenbedingungen unter einen Hut zu bringen.
Ein weiterer wichtiger Themenbereich ist das Qualitätsmanagement. Das Stöbereck führt ein breites Sortiment an Möbeln für Menschen in besonderen Lebenslagen. Unser Ziel ist es, diesen Personen eine große und qualitative Auswahl für einen sehr guten Preis zu bieten, so Ernesti. Dabei verbindet der Verein wirtschaftliche Effizienz mit sozialer Verantwortung – genau das, was den Studiengang Sozialmanagement ausmacht.
Nachhaltigkeit im Stöbereck
Neben den sozialen und wirtschaftlichen Aspekten spielt das Thema Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle im Konzept des Sozialkaufhauses. Durch die gezielte Weiterverwendung von Möbeln, Kleidung und Haushaltsgegenständen schenkt die Einrichtung gebrauchten Waren ein zweites Leben. Jede Sachspende und jeder Einkauf im Stöbereck trägt somit direkt zu einem umweltbewussten und nachhaltigen Konsum in der Region Nordhausen bei.
Kooperation zwischen Hochschule und Praxis
Diese erfolgreiche Verbindung von Theorie und Praxis spiegelt auch das positive Fazit von Frau Rabe wider: Die engagierte und produktive Zusammenarbeit hat nicht nur innovative Impulse gesetzt, sondern zeigt eindrucksvoll, wie gewinnbringend der direkte Dialog zwischen Hochschule und Praxis für beide Seiten ist.
Für die Zukunft sind weitere gemeinsame Projekte geplant. Das gesamte Team des Stöberecks bedankt sich bei Herrn Ernesti für die großartige Unterstützung und wünscht ihm für sein weiteres Studium viel Erfolg sowie persönlich und beruflich nur das Beste.
Schön, wenn Regionalprodukte angeboten werden und somit die Erzeuger unterstützt werden, aber ist das Stöbereck der richtige Ort?
Ins Stöbereck kommen von Armut Betroffene, die aus finanziellen Gründen sich dort mit gebrauchten Möbel, Haushaltsgegenstände, Bekleidung usw. versorgen müssen.
Soll ihnen mit den hochpreisigen Angeboten gezeigt werden, ist alles lecker, aber ihr könnt es euch nicht leisten?
Oder das sie sich doch für ein Glas Honig 5€ entscheiden und die dringend benötigten Schuhe nicht mehr leisten können?
Oder soll andere Kundschaft angelockt werden?
Selbst erlebt, älteres Paar, fährt mit einem dicken Benz auf den Hof und kleidet sich günstig ein. Sie lobten das tolle Angebot an günstiger Bekleidung. Sie hatten dadurch noch mehr finanziellen Spielraum, den teuren Gin, Honig und Kekse zu kaufen!
Ist das vom Horizont so gewollt, dass nun auch noch die günstigen Sachen von finanziellen Starken, den finanziellen Schwachen " weggekauft" werden?
Was soll das Ganze?
Das vorherige Konzept des Stöberecks, unter Leitung von Frau Teichmann, war besser ausgerichtet für Armutsbetroffene!
...Sie haben ja irgendwie Recht (aus der moralischen Denke, wirtschaftlich sind solche Kunden für das Stöbereck ein Segen - sie sichern mit ihrem Umsatz das Bestehen dieser Einrichtung und damit die Versorgung von sozial Schwachen), aber wie könnte man denn verhindern, dass auch ältere Ehepaare mit dickem Benz dort einkaufen ...und wieso ? Auf welcher Grundlage ? Ich halte das Beobachtete sowieso eher für eine Ausnahme.
@ PB eigentlich wollte ich nicht auf Ihre Antwort reagieren , aber ich kann das so nicht stehen lassen.
Im Stöbereck wird man von 1 Eurojobber, Ehrenamtliche und eine Festangestellte bedient. Also hat das Stöbereck einen sozialen Charakter.
Die Produkte, die jetzt dort angeboten werden, zählen als Lebensmittel.
Ich frage mich, ist das Stöbereck noch eine soziale Einrichtung oder zählt es jetzt unter Einzelhandel?
Wenn dem so ist, müssten dort Festangestellte zum Mindestlohn arbeiten und keine gesponserten Mitarbeiter vom Jobcenter.
Auch stellt sich mir die Frage, sind die Hygienebestimmungen eingehalten? Gleich daneben werden gespendete getragene Bekleidung angeboten. Ob alle vor der Spende gewaschen wurden, bezweifel ich?
Diese Produkte sind im Stöbereck fehl am Platze.
Mal abgesehen von der Demütigung der Armutsbetroffenen, solche teuren Produkte dort anzubieten.
Nicht umsonst gehen dort finanziell schwache Menschen einkaufen .
Um für mehr Umsatz zu sorgen, müssen andere Ideen her.
Mehr die Werbetrommel rühren.
Oder z.B. ein Friseur mit Herz ins Boot holen, 1x im Monat für Bedürftige die Haare schneiden, Tiertafel usw.!
...ich verstehe ja Ihre Sichtweise. Allerdings steht auf der Webseite des Stöbereck das Folgende:
"Für Jedermann offen. Die soziale und finanzielle Situation hat sich in all den Jahren immer wieder verändert, neue Herausforderungen der Gesellschaft machen sich auch bei uns bemerkbar. Nicht nur sozial schwache Menschen zählen zu unseren Kunden, nein, das "Stöbereck" steht für Jedermann offen."
Warum auch nicht ? Im Grunde ist es ein Second-Hand-Laden, ergänzt um regionale Produkte... in den ja auch jeder reingehen kann. Nicht jeder, der viel Geld hat, gibt es auch mit vollen Händen aus, sondern sieht zu, dass er spart, wo er sparen kann - ich nenne solche Leute gerne "Dagobert". Andererseits ist es doch auch vernünftig, nicht teures Zeug zu kaufen, nur weil man es kann. Vielleicht sind die Menschen aus ihrer Beobachtung einfach Idealisten, die die regionale Wirtschaft unterstützen und gebrauchte Waren nachhaltig weiter benutzen möchten.
Natürlich ist es ärgerlich, wenn solche Dagoberts, den wirklich Bedürftigen die Ware wegkaufen, aber nochmal: Was soll man dagegen tun ? Soll jeder beim Eintritt seinen Kontoauszug vorzeigen ? ...und wer dort arbeitet steht im Artikel: "Einige Mitarbeiter engagieren sich freiwillig im Rahmen eines Ehrenamts. Andere wurden über eine Maßnahme vom Jobcenter zugeteilt. Gelegentlich wird hier auch gemeinnützige Arbeit abgeleistet. " Wer dort warum arbeitet, können Ihnen nur die Personen selbst beantworten.
Was die Hygienebestimmungen angeht: Solange die Lebensmittel gemäß der EU-weit gültigen Regeln verpackt sind und ggf. gekühlt werden spielt das, soweit ich weiß, keine Rolle - ob die gebrauchten Klamotten und Möbel vor Verkauf gereinigt und desinfiziert wurden kann Ihnen ggf. das Stöbereck beantworten.
Wir sollten für die sozial Schwachen froh sein, dass das Stöbereck besteht, betrieben wird und erhalten bleibt.... auch für die regionale Wirtschaft ist es schön, einen Vertriebspartner mehr zu haben ...und überhaupt: Bald wird doch alles besser 😉.
@PB Es ist kein Second Hand Laden, dann würde es definitiv zum Einzelhandel zählen.
Nochmal,dort sind Mitarbeiter vom Jobcenter zu einer Maßnahme geschickt worden, Ein Euro Jobber und somit ist es eine soziale Einrichtung. Für die" Betreuung " der Maßnahmeteilnehmer bekommt der Horizont e.V. vom Land bzw. Staat finanzielle Zuschüsse.
Nun werden dort Lebensmittel verkauft, ist hier dringend die Frage zu beantworten, ist das Stöbereck eine soziale Einrichtung oder nun ein Einzelhandel. Die Lebensmittel sind keine Spenden, wie der Rest, der dort angeboten wird.
Somit dürften dann auch keine Mitarbeiter mehr vom Jobcenter eingesetzt werden, eine rechtliche Frage ist hier zu klären.
Ja ins Stöbereck kann jeder gehen, völlig richtig, war aber sehr selten, dass finanziell Starke dort einkaufen. Meistens wurden von denen willkommene Spenden abgegeben.
...also ist es ein Second-Hand-Laden... ersatzweise ein Antiquariat ? - wie will man das trennen...
Soweit ich weiß, darf das Jobcenter Leistungsempfänger überall hin vermitteln und jeder darf auch überall umsonst arbeiten (im Ehrenamt). Und wenn der AG dafür eine Unterstützung bekommt, macht es ihn noch nicht zur sozialen Einrichtung. Im Übrigen wissen weder Sie noch ich, wer an wen aus welchem Grund da irgendetwas zahlt. Es fällt mir daher etwas schwer, Ihrer Argumentation zu folgen. Eine soziale Einrichtung ist das Stöbereck laut Webseite nicht... Es geht eher um Nachhaltigkeit und Wiederverwendung gebrauchter und noch nutzbarer Waren - was ich im Übrigen sehr, sehr gut finde. Dass diese günstiger als Neuwaren sind und damit attraktiver für sozial Bedürftige liegt in der Natur der Sache. Vielleicht liegt ja in diesem Punkt Ihr Irrtum. Fragen Sie doch im Stöbereck einfach mal nach. Ich denke auch, dass das Stöbereck dem Einzelhandel zuzurechnen ist - das hat aber nichts damit zu tun, dass es eine "soziale Einrichtung", wie etwa eine Wärmestube wäre.
Vergleichen Sie das Stöbereck vielleicht mit z.B. der Tafel ? Dort müssen entsprechende behördliche Nachweise vorgelegt werden...wenn ich das richtig weiß. Das wäre in der Tat eine Möglichkeit, die Dagoberts fern zu halten - allerdings kenne ich die rechtlichen Grundlagen nicht, die ggf. notwendig sind um das umzusetzen - möglicherweise ist das ja tatsächlich auf Lebensmittel beschränkt und daher beim Stöbereck gar nicht möglich. Das ist aber Spekulation - ich weiß es einfach nicht. Die Frage ist ja auch, ob die Betreiber das überhaupt wollen...
Nichts destotrotz... ich finde es für alle Beteiligten gut, dass es das Stöbereck gibt. Für die Spendenden, die ihre Sachen einfach in gute Hände geben können. Für die Kaufenden, die den gebrauchten Sachen eine weitere Verwendung schenken und dabei Geld sparen. Für die regionalen Unternehmen, die dort ihre (zugegeben nicht immer günstigen) Waren anbieten können.
Ich finde es auch gut, dass es das Stöbereck gibt und es hätte so, wie es war ,bleiben können, vielleicht mit mehr Angebote für Armutsbetroffene, z.B. Tiertafel usw .
Wenn es nun durch die Lebensmittel/Genussmittel, als Geschäft zählt, also dem Einzelhandel untersteht, dürfen keine Ein Euro Maßnahme mehr durchgeführt werden, dafür bekommt der Horizont e V. Steuergelder/ Zuschüsse vom Land .
Nach Paragraph 16d SGB II dürfen nur von geeigneten Trägern Maßnahmen angeboten werden. Öffentliche Träger, Gemeinden, Kommunen Ämter, gemeinnützige Organisationen und Vereine, wie Wohlfahrtsverbände, Kirchen und gemeinnützige Träger und alle oben genannten müssen vom Jobcenter zugelassen werden.
Private, gewinnorintierte Unternehmen dürfen keine Maßnahmen vom Jobcenter anbieten, also ist das Stöbereck bisher eine soziale Einrichtung, sprich ein sozialer Träger Horizont e.V.!
Ist es durch die neuen Produkte ein Einzelhandel geworden ist der gesetzliche Rahmen ein anderer.
Die 1 Euro Jobber dürfen nur dort eingesetzt werden, wo die Arbeit zusätzlich ist, keine reguläre Arbeit verdrängt wird, Wettbewerbsneutral und vom öffentlichen Interesse ist.
Ist das Stöbereck ein Einzelhandel dürfen keine 1Euro Maßnahmen mehr durchgeführt werden.
Jeder kann kostenlos irgendwo arbeiten, im Stöbereck, REWE, EDEKA oder sonst wo, darum geht es nicht.
Ist das Stöbereck jetzt ein Einzelhandel verliert es die Zulassung vom Jobcenter .
@tinki ...Ich verstehe Ihre Argumentation, aber ich kann jeden einzelnen Satz von P.Burkhardt
unterschreiben.
Nur weil wohlhabende Menschen dort einkaufen, hat diese Einrichtung doch nicht ihren Sinn verloren !
Und den Faktor Nachhaltigkeit sollte man auch nicht unterschätzen. Was hier so weggeworfen wird ?
und gestehe, dass ich mich im Sozialgesetzbuch nicht wirklich auskenne ...Träger ist der Horizont e.V. - also schon gemeinnützig und garantiert vom Jobcenter zugelassen - über alles Andere kann ich nur spekulieren. Vielleicht genügt es ÜBERWIEGEND sozial orientiert zu sein, schließlich muss sich auch ein gemeinnütziger Verein irgendwie finanzieren.
Wir beide raten hier nur rum - eine richtige Erklärung kann wohl nur ein Anwalt geben, oder der Horizont selbst. Ich gehe mal davon aus, dass der Horizont sich das schon genau überlegt hat, ob er das Angebot erweitern darf oder nicht - aber auch das ist Spekulation, vielleicht haben die auch einen Fehler gemacht.