Vor dem Strom kam der Dampf und revolutionierte auch die Landwirtschaft. Ein Relikt aus solch alter Zeit haben die Schlepperfreunde vom Lanz Bulldog Club Südharz am Scheunenhof untergebracht und am Wochenende wird der Kessel für das große Dreschfest wieder angeheizt. Traktoren und Technik in Hülle und Fülle wird es natürlich auch zu sehen geben…
Beim Lanz Bulldog Club hat man heute alle Hände voll zu tun, schon jetzt stehen rund 200 historische Schlepper und Traktoren am Scheunenhof, auf der Wiese herrscht Feststimmung und man sieht Kennzeichen aus ganz Deutschland.
In Sundhausen freut man sich wieder auf das Dreschfest und viel alte Technik (Foto: Peter Blei/nnz-Archiv)
Der Grund für das bunte Treiben: am Wochenende steht das große Dreschfest an, am Samstag und Sonntag will man jeweils von 9 bis 17 Uhr die alte Technik feiern und natürlich auch die Dampfmaschine wieder anheizen. In Sundhausen gab es schon um 1910 eine Dampfmaschine, mit der nicht nur gedroschen, sondern über einen Generator auch Strom erzeugt wurde. Das war eigentlich nur etwas für gut betuchte Leute, aber am Scheunenhof war man da früh dabei, erzählt Rolf Benkstein, Vereinsvorsitzender beim Lanz Bulldog Club.
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Die Maschine hier bei uns im Schuppen ist 90 Jahre alt und hat früher in Friesdorf ein Sägewerk angetrieben. Man hat die Maschine mit Sägespänen gefüttert und konnte so die Drechselbänke antreiben. Fast ein Perpetuum mobile. Wärme gab es obendrein und über die Pfeife zu Betriebsbeginn, Frühstück, Mittag und Feierabend wurde das Leben im ganzen Dorf geordnet, erzählt Benkstein.
Dass die alte Dame immer noch Leistung bringt und die Pfeife tönt wie eh und je, will man am Wochenende zeigen, wenn wieder wie in alter Zeit gedroschen wird. Als Kesselwärter und Platzmeister stehen die Vereinsfreunde Andreas Hofer, Dirk Wolf und Molly an der Maschine, auf dem Gelände werden sich allerlei Interessierte und Gäste tummeln. Unter anderem werden wir Langholz wie zu DDR Zeiten verladen und haben einen passenden W50 und Stämme von 14 Metern Länge hier. Außerdem wollen wir 90 Jahre NORMAG feiern. Lutz Aderhold hat dazu extra eine Ausstellung vorbereitet, die am Wochenende zu sehen sein wird und wir werden die gesamte NORMAG Reihe auf dem Hof haben, das hat man so noch nicht gesehen, freut sich Benkstein. Insgesamt rechnet man mit über 700 Fahrzeugen, von denen einige auch fahrbereit sein werden, wobei der älteste fahrtüchtige Schlepper auf das Jahr 1921 datiert.
Ein schönes Fest soll es werden, die Schlepperfreunde hoffen auf viele interessierte Gäste. Der Eintritt zum Dreschfest beträgt 6,- sechs Euro, Kinder haben freien Eintritt. Angelo Glashagel