Zum traditionellen Sommerfest hatte der CDU-Kreisvorstand die Mitglieder am Donnerstagabend in die Traditionsbrennerei eingeladen. Das Wetter jedoch passte zu allgemeinen Situation in Thüringen und in Berlin...
"Sommerfest" der CDU in der Traditionsbrennerei (Foto: C. Rheinländer)
Schauen die Christdemokraten auf die aktuellen Umfragewerte in Bund und in den Ländern, dann fällt es selbst Profis schwer, gute Laune und Aufbruchstimmung zu vermitteln. Die leichtesten Part hatte gestern Abend noch Kreisvorsitzender Stefan Nüßle zu absolvieren. Der begrüßte die Gäste und stellte die politischen Schwergewichte vor.
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Andreas Bühl, der Vorsitzende der Landtagsfraktion der CDU, und David Gregosz, der CDU Bundestagsabgeordnete aus Nordthüringen bemühten sich bei aufziehendem Regen die aktuell schwierigen Zeiten den mehr 50 Parteimitgliedern statt zu erklären eher zu umschiffen und eher auf Erfolge in der Regierungsarbeit zu verweisen.
So verwies Bühl unter anderem darauf, dass es gelungen sei, die versprochene Kostenfreiheit der Meisterausbildung in Thüringen umzusetzen und die Ausfälle von Unterrichtsstunden von zwölf auf neun Prozent zu drücken. Auch die Landtagsabgeordnete Carolin Gerbothe trotze dem beginnenden Regen und berichtete als bildungspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion von ihrer Arbeit.
Sie trotzten tapfer dem Regen. Von links: Steffen Iffland, René Fullmann, David Gregosz, Carolin Gerbothe, Andreas Bühl und Stefan Nüßle (Foto: C. Rheinländer)
Last but not least informierten René Fullmann und Steffen Iffland von der Arbeit der christdemokratischen Fraktionen in Kreistag und Stadtrat. Themen waren die Sanierung des Berufsschulstandortes an der Morgenröthe sowie die Wallrothstraße entlang des Nordhäuser Geheges.
Dann bestimmte zunehmend das Wetter das weitere Geschehen. Die aufgespannten Regenschirme wurden zugeklappt und die Gespräche in den Räumen der "Tradi" weitergeführt. Peter-Stefan Greiner
… wäre ich vermutlich die ganze Zeit damit beschäftigt, mich dafür zu entschuldigen, was wir nicht geschafft haben, und dann dafür, dass ich mich immer wieder entschuldigen muss, ohne aber zu vergessen, dass wir nun endlich geeignete Rezepte gefunden haben, um eine Trendwende herbeizureden … wieder einmal.
Vermutlich glauben die Granden dieser Partei tatsächlich noch immer, sie würden dieses Land irgendwie mitgestalten. Doch die Wortmeldungen klingen oft hölzern und vermitteln ein Bild, bei dem die Kreativität und der Gestaltungsanspruch an den Wänden einer Schreibtischschublade enden. Sie wirken verbraucht und sind aus der Zeit gefallen.
Das Publikum zeichnet dieses Bild nach. Laut aktuellen Umfragen in Sachsen-Anhalt kann die CDU dort nur noch bei Alterskohorten 70+ eine Mehrheit erreichen. Und auch in Thüringen hat die CDU wenig zu bieten. Es herrscht gemeinhin Stillstand, der Gehacktes-Ministerpräsident hat seinen Doktortitel verloren und damit das letzte Bisschen Glaubwürdigkeit, doch bei den CDU-Jüngern glänzen noch immer die Augen, wenn das Dickerchen aus der Limousine winkt.
Von Inhalten entleert und von den eigenen Werten entfremdet, wird diese CDU vermutlich alsbald zwischen AfD und SED (SPD/Linken/BSW/Grünen) zerrieben. Wir wollen hoffen, dass sich die Besucher dennoch amüsiert haben. Denn es könnte eines der letzten Feste dieser Partei gewesen sein.
Die CDU geht jetzt den Weg, den die SPD schon gegangen ist...
... da es bei letzterer vom Wähler nicht mehr viel zu kürzen gibt. Ich bin oder war nie Anhänger einer dieser beiden Parteien, und wie ich heute weiß, zu Recht.
Aber dieser jämmerliche Blick auf das politische System Deutschlands macht selbst mich nicht wirklich froh. Denn im Ergebnis dieser Erosionsprozesse sehen wir ja nun das Erstarken extremistischer rechter Strömungen. Und zur Tragik dieser Geschichte gehört eben auch, dass es genau die grundfalsche Politik dieser implodierenden einstigen Volksparteien ist, die nach 93 Jahren wieder das Tor zur Hölle aufstößt.
Die einzige Hoffnung, die man haben kann, ist, dass sich in den betreffenden Bundesländern der Entzauberungsprozess schnell genug vollzieht, um nicht das ganze Land in den Abgrund zu führen.