DRK Landesverband Thüringen fordert zum Welt-Erste-Hilfe-Tag 2026:
Erste Hilfe muss so selbstverständlich werden wie Lesen, Schreiben und Rechnen
Anlässlich des Welt-Erste-Hilfe-Tages am 12. September macht der DRK-Landesverband Thüringen auf die besondere Bedeutung von Erste-Hilfe-Kompetenzen für Kinder und Jugendliche aufmerksam...
Symbolbild "Erste Hilfe" (Foto: Pixabay-succo)
Wer schon früh lernt, in Notfällen richtig zu handeln, kann Leben retten, Verantwortung übernehmen und in kritischen Situationen handlungsfähig bleiben.
Während bundesweit über eine stärkere Verankerung von Erster Hilfe und Wiederbelebung im schulischen Kontext diskutiert wird, nimmt Thüringen bereits seit vielen Jahren eine Vorreiterrolle ein. Bereits im Jahr 2015 wurde die Erste-Hilfe-Ausbildung für Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe 7 im Rahmen eines gemeinsamen Projekts des Thüringer Bildungsministeriums und der Thüringer Hilfsorganisationen erfolgreich an den Schulen des Freistaats etabliert.
Aus Sicht des Deutschen Roten Kreuzes war diese Entscheidung ein wichtiger Schritt, um lebensrettende Fähigkeiten frühzeitig zu vermitteln und junge Menschen für Verantwortung und gesellschaftliches Engagement zu sensibilisieren.
DRK-Landesarzt Prof. Dr. Reinhard Fünfstück sagt: Die ersten Minuten nach einem Notfall entscheiden häufig über Leben und Tod. Deshalb ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen wissen, was zu tun ist. Erste Hilfe darf keine Ausnahme sein, sondern muss zu einer Selbstverständlichkeit werden. Thüringen hat mit der frühzeitigen Einführung der Erste-Hilfe-Ausbildung an Schulen bereits vor Jahren ein wichtiges Zeichen gesetzt.
Das Deutsche Rote Kreuz engagiert sich darüber hinaus seit vielen Jahren mit zahlreichen Schulsanitätsdiensten an Thüringer Schulen. Dort übernehmen Schülerinnen und Schüler Verantwortung für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler, leisten Erste Hilfe bei kleineren und größeren Notfällen und erwerben wichtige soziale Kompetenzen. Gleichzeitig werden Teamgeist, Empathie und Zivilcourage gestärkt.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Projekt Herzensretter, mit dem das DRK Thüringen jüngere Zielgruppen an das Thema Wiederbelebung heranführt. Ziel ist es, Hemmungen abzubauen und schon früh ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass jede und jeder im Ernstfall helfen kann. Spielerisch und altersgerecht lernen Kinder dabei die Grundlagen lebensrettender Sofortmaßnahmen kennen.
Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass deutlich mehr Menschenleben gerettet werden könnten, wenn mehr Bürgerinnen und Bürger die Grundlagen der Wiederbelebung beherrschen. Eine frühzeitige Ausbildung in Erster Hilfe und Laienreanimation leistet daher nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsbildung, sondern stärkt auch die Resilienz unserer Gesellschaft.
Der DRK-Landesverband Thüringen begrüßt deshalb alle Initiativen, die dazu beitragen, Gesundheitskompetenz, Krisenvorsorge und Erste Hilfe dauerhaft im Bildungsalltag von Kindern und Jugendlichen zu verankern.
Denn: Wer helfen kann, gewinnt Sicherheit. Wer helfen will, kann Leben retten.