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Sa, 10:08 Uhr
12.09.2026
Naturschutz

Ost und West nähern sich an

Noch gibt es in Deutschland zwei getrennte Gottesanbeterinnen-Vorkommen. Im für die Insekten günstigen Hitzejahr 2026 haben sich die Verbreitungsgebiete im Osten und Westen aber merklich ausgedehnt und damit aufeinander zubewegt...

„Die deutsche Gottesanbeterinnen-Einheit steht kurz bevor“, prognostiziert NABU-Insektenexpertin Laura Breitkreuz. „Der Zusammenschluss wird wohl zuerst im Raum Westthüringen, Südniedersachsen und Nordhessen stattfinden. Bereits jetzt gibt es dort immer mehr Funde.“


Dank des warmen Frühjahrs konnten sich die auch als Mantis bekannten Fangschrecken ungewöhnlich früh entwickeln, gleichzeitig ist die Anzahl der Tiere geradezu explodiert. Im Portal NABU-naturgucker.de wurden bundesweit mehr als 30.000 Funde gemeldet, nahezu das Vierfache des Vorjahres. „Dabei ist die Saison noch nicht zu Ende“, betont Breitkreuz. „Soweit nicht schon geschehen, kann man die Weibchen jetzt bei der Eiablage beobachten. Das ‚Oothek‘ genannte Paket enthält rund 200 Eier. Es ist in eine aushärtende Masse gebettet, die es wie Bauschaum wirken lässt.“

Bild:
Gottesanbeterin im Südharz, Archivbild (Foto: Steffen Liesegang)

Die Tiere bevorzugen Eiablageplätze, die sich leicht erwärmen. Das kann die Sonnenseite eines Strauchs sein, aber auch ein Stein, ein Zaunpfahl, ein Gartenstuhl oder eine Hauswand. Der NABU freut sich über Meldungen frühherbstlicher Gottesanbeterinnen ebenso wie über Fotobelege von Ootheken. Diese zeigen, dass in einem Gebiet nicht nur Einzeltiere vorkommen, sondern auch Nachwuchs zu erwarten ist, die Art sich also etabliert.
Autor: red

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