So, 10:35 Uhr
13.09.2026
Thüringer Philologen zum neuen "PISA Schock"
Wir brauchen eine neue Förder- und Lernkultur an Schulen
Die neuen PISA-Ergebnisse waren voraussehbar, meint man beim Thüringer Philologenverband, wer darüber erstaunt oder schockiert sei, der habe in den letzten Jahren nicht sehen wollen, was an den Schulen in Deutschland passiert. Der Verband stellt deshalb für eine veränderte Lern- und Anforderungskultur an Schulen eigene Forderungen...
"Wenn das Abfordern von schulischen Leistungen als Leistungsterror angesehen wird, mangelnde Motivation und geringe Anstrengungsbereitschaft bei Schülern ursächlich ausschließlich Lehrkräften angelastet werden und das Fördern von Spitzenleistungen unter dem Slogan Elite ist Schiete! verpönt ist, muss sich niemand über Mittelmäßigkeit oder absinkende Kenntnisse und Kompetenzen wundern.", so Heike Schimke, Vorsitzende des Thüringer Philologenverbandes.
Dass die dennoch guten und sehr guten Abschlussnoten in Abitur- und Realschulzeugnissen durch Noteninflation zustande kamen, wurde hingenommen. Lediglich die zunehmende Zahl der Schüler ohne Schulabschluss wurde mit Sorge betrachtet. Dabei war dies der deutlichste Indikator für die zunehmende Schwäche des Schulsystems.
Nun wird das längere gemeinsame Lernen von mehreren Seiten wieder als Allheilmittel angesehen. Dabei sind die Gesamt- oder Gemeinschaftsschulen Teil des Problems.
Alle Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen sozioökonomischen Hintergründen und unterschiedlichen Leistungspotenzialen in eine Klasse zu stecken, reicht nicht, um Chancengerechtigkeit herzustellen und jeden Schüler zu Höchstleitungen zu bringen. Das haben die PISA-E-Studien der Vergangenheit deutlich gezeigt.
Was Deutschlands Schulen brauchen, ist eine neue Förder- und Lernkultur. Die unterschiedlichen Schularten sind der Garant dafür, dass für jedes Kind die richtige Schule gefunden werden kann.
Alle Schularten benötigen dringend Förderstrukturen und Förderpersonal, um benachteiligten Schülerinnen und Schülern mit passgenauen Hilfs- und Unterstützungsangeboten gerecht zu werden.
Wer Lehrkräfte jedoch mit den Problemlagen der hohen Heterogenität durch unterschiedliche Leistungsfähigkeit und unterschiedliche Motivationslagen der Schüler, Inklusion und Migration sowie mangelnder oder überbordender Elternfürsorge allein lässt, der darf sich nicht wundern, wenn Lehrkräfte und Schulen überlastet sind und die Leistungen der Schüler sinken, so Heike Schimke weiter. Hinzu kommen fehlendes Personal, sinkende Anforderungen an die Qualifikation von Lehrkräften und die nicht ausreichende Vorbereitung vieler Kinder auf die Schuleinführung.
Der Thüringer Philologenverband stellt deshalb für eine veränderte Lern- und Anforderungskultur an Schulen folgende Forderungen zum wiederholten Mal auf:
Autor: red"Wenn das Abfordern von schulischen Leistungen als Leistungsterror angesehen wird, mangelnde Motivation und geringe Anstrengungsbereitschaft bei Schülern ursächlich ausschließlich Lehrkräften angelastet werden und das Fördern von Spitzenleistungen unter dem Slogan Elite ist Schiete! verpönt ist, muss sich niemand über Mittelmäßigkeit oder absinkende Kenntnisse und Kompetenzen wundern.", so Heike Schimke, Vorsitzende des Thüringer Philologenverbandes.
Dass die dennoch guten und sehr guten Abschlussnoten in Abitur- und Realschulzeugnissen durch Noteninflation zustande kamen, wurde hingenommen. Lediglich die zunehmende Zahl der Schüler ohne Schulabschluss wurde mit Sorge betrachtet. Dabei war dies der deutlichste Indikator für die zunehmende Schwäche des Schulsystems.
Nun wird das längere gemeinsame Lernen von mehreren Seiten wieder als Allheilmittel angesehen. Dabei sind die Gesamt- oder Gemeinschaftsschulen Teil des Problems.
Alle Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen sozioökonomischen Hintergründen und unterschiedlichen Leistungspotenzialen in eine Klasse zu stecken, reicht nicht, um Chancengerechtigkeit herzustellen und jeden Schüler zu Höchstleitungen zu bringen. Das haben die PISA-E-Studien der Vergangenheit deutlich gezeigt.
Was Deutschlands Schulen brauchen, ist eine neue Förder- und Lernkultur. Die unterschiedlichen Schularten sind der Garant dafür, dass für jedes Kind die richtige Schule gefunden werden kann.
Alle Schularten benötigen dringend Förderstrukturen und Förderpersonal, um benachteiligten Schülerinnen und Schülern mit passgenauen Hilfs- und Unterstützungsangeboten gerecht zu werden.
Wer Lehrkräfte jedoch mit den Problemlagen der hohen Heterogenität durch unterschiedliche Leistungsfähigkeit und unterschiedliche Motivationslagen der Schüler, Inklusion und Migration sowie mangelnder oder überbordender Elternfürsorge allein lässt, der darf sich nicht wundern, wenn Lehrkräfte und Schulen überlastet sind und die Leistungen der Schüler sinken, so Heike Schimke weiter. Hinzu kommen fehlendes Personal, sinkende Anforderungen an die Qualifikation von Lehrkräften und die nicht ausreichende Vorbereitung vieler Kinder auf die Schuleinführung.
Der Thüringer Philologenverband stellt deshalb für eine veränderte Lern- und Anforderungskultur an Schulen folgende Forderungen zum wiederholten Mal auf:
- Es muss eine verbindliche Schulvorbereitung in den Kindertagesstätten oder in Form einer Vorschule installiert werden. Eine Sprachfeststellung und Sprachförderung im Vorschulbereich reichen nicht aus.
- Die Schulen müssen ausreichend Förderpersonal für die individuelle Förderung sowie ausreichend Personal zur Beratung und Betreuung von Schülerinnen und Schülern mit Problemlagen zur Verfügung gestellt bekommen.
- Für eine neue Kultur des Forderns und Förderns müssen die nachfolgenden Prinzipien gelten: Belohnung von Leistungen, Maßnahmen zur effektiven und frühzeitigen Sanktionierung von bewussten Störungen des Unterrichts, frühzeitige Maßnahmen zur Verhinderung von Lernlücken, Auffangstrukturen für Schülerinnen und Schüler mit Problemlagen, Wahl der weiterführenden Schulart vor allem nach dem Leistungsvermögen der Schüler und nach der Empfehlung der Lehrkräfte und nicht vorwiegend nach dem Elternwillen.

