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Di, 12:18 Uhr
15.09.2026
Aus dem Kreisausschuss

Reges Baugeschehen im Kreis und Kritik am Kreissportbund

Ende des Monats kommt auch der Kreistag aus der Sommerpause, zur Vorberatung trat dazu gestern auch der Kreisausschuss wieder zusammen, gesprochen wurde unter anderem über aktuelle Baustellen, den Haushalt und den Sport…

Landrat Matthias Jendricke konnte den Reigen mit einer guten Nachricht eröffnen: in Ilfeld hat man vor kurzem mit der Grundschule einen kompletten Neubau einweihen können, eine Seltenheit in diesen Tagen. Von der Eröffnung führte eine gerade Linie direkt zum Baugeschehen, denn die alten Schulgebäude sind nun vakant. Die Grundstücke gehen zurück an die Gemeinde Harztor, erläuterte Jendricke, der Altbau wird vermutlich abgerissen. Erhalten bleibt hingegen vorerst die Turnhalle, da der Grundschule am neuen Standort eine solche noch fehlt. Im Blick hat man eine passende Halle auf dem alten Klostergelände in direkter Nachbarschaft, die müsste man aber in Absprache mit der Klosterkammer als Besitzer noch ein wenig ertüchtigen. Gleiches gilt für den alten Stall, der an den neuen Schulhof grenzt, hier musste man in Absprache mit dem Denkmalschutz das Dach aus Gründen der Sicherheit abnehmen.

Mit einem „vorzeitigem Maßnahmebeginn“ sei derweil in Nordhausen zu rechnen, für den Mensa-Neubau in der Altstadt sollen die Erdarbeiten beginnen, sobald die Stadt Nordhausen den entsprechenden Bescheid aus der Städtebauförderung erhalten hat.

Erfreulich sei es auch gewesen, am Wochenende zum Lokalderby gegen Bad Frankenhausen die voll besetzte Tribüne bei Wacker zu sehen. „Ich war ganz überrascht und hatte eigentlich gedacht, das man das die nächsten fünf Jahre noch nicht sehen würde aber der Resonanz nach wurde der Neubau gut angenommen. Der Spielstand war noch nicht das, was man sich wünscht, aber es kann ja nur besser werden“, so Jendricke. Fertig ist man am Albert-Kuntz-Sportpark noch nicht, für die Restarbeiten seien die entsprechenden Mittel aber vorhanden und eingeplant, so der Landrat auf Nachfrage aus dem Ausschuss. Und noch eine Baustelle hat man in der Betrachtung: die regionale Leitstelle für die Rettungsdienste. Rund 17 Millionen Euro sind für den Bau veranschlagt, für den nötigen Mietvertrag wurde jetzt von den zuständigen Stellen grünes Licht gegeben, weitere Abstimmungen liefen noch.

Zur Haushaltslage wurde vergangene Woche im Finanzausschuss berichtet und der „Erfüllungsstand“ vorgestellt, Problemlagen gebe es keine zu verkünden, so Jendricke, Sorgen bereiteten dem Kreis wie den Kommunen aber die Preissteigerungen, vor allem an den Tankstellen.

Die Nachfragen aus dem Ausschuss gingen ebenfalls auf die Baustellen des Kreises ein, darunter die Turnhalle am Humboldt-Gymnasium an der sich seit längerem wenig bis nichts getan hat. Grund für den Stillstand sei die Insolvenz des Trockenbauers gewesen, erläuterte der Landrat. Die Klärung der Verhältnisse beim Insolvenzverwalter habe sich gezogen, inzwischen wurde aber eine Ersatzfirma gefunden und es herrsche wieder rege Bautätigkeit. Bis Ende der Herbstferien soll die Turnhalle endlich fertig werden und damit auch die viel belegte Wiedigsburghalle wieder entlastet werden.

Spannungen zwischen Schul- und Vereinssport
Man blieb beim Sport: Carola Böck, Leiterin der Ellricher Oberschule, hatte Kritik am Kreissportbund anzubringen, der gute Kontakt, den man über Jahre gepflegt hatte, sei zuletzt weggebrochen und die Unterstützung der Schulen bei Großveranstaltungen sei „in den letzten Jahren etwas traurig“ geworden. Beim Sportfest der Oberschule, mit immerhin rund 500 Teilnehmern auch aus Grundschule und Kindergarten, erhalte man keine Unterstützung mehr, gleiches gelte für den jährlichen Stadtlauf, an dessen Organisation die Schule ebenfalls maßgeblich beteiligt ist.

Wenn man etwa eine Hüpfburg brauche, hieße es von Seiten des Kreissportbundes, dass man für die Bereitstellung kein Personal habe, Abholung und Aufbau müsse man selbst organisieren, so Böck. Ärgerlich sei auch die darauffolgende Rechnung. „Schule hat kein Geld und die Schulverwaltung keine passende Kostenstelle. Der Kreissportbund hat die Mittel, wird auch über den Landkreis finanziert und ich sehe es auch als Aufgabe des KSB, die Schulen zu unterstützen“, so Böck und wollte vom Landratsamt wissen, was der KSB konkret könne und dürfe.

Der Landrat musste darauf verweisen, dass der Sportbund als Verein eine eigenständige Organisation ist und nicht ausschließlich vom Landkreis finanziert wird. Als Vorsitzende des zuständigen Ausschusses könne sich Böck Präsident und Geschäftsführer des KSB aber jederzeit einladen um derlei Fragen zu klären.

Dass die Lage zwischen Schul- und Vereinssport keine leichte sei, stehe außer Frage, so der Landrat weiter, seit Werner Hütcher den Mantel des Schulsportkoordinators offiziell abgegeben hat, seien „reihenweise“ Veranstaltungen weggebrochen, weil es von Seiten des Thüringer Schulamtes und dem Bildungsministerium keine Nachbesetzung gegeben hat. „Das Thema wurde von der vorherigen und jetzigen Landesregierung liegen gelassen“, sagt Jendricke. Hütcher übernimmt für das Landratsamt zwar weiter Koordinationsaufgaben, ist aber eigentlich Ruheständler und geht seinem 70. Geburtstag entgegen. Die Organisation von Großveranstaltungen wie dem Crosslauf, die oft Scharnier und Treffpunkt von Vereinen und Schule waren, liegt derweil bei den hauptamtlichen Sportkoordinatoren aus den Nachbarkreisen, die Nordhausen aus der Ferne mit bearbeiten. Eine Neuregelung sei zwingend nötig, liege aber nicht in der Hand der Kreisverwaltung. Am Ende stünden Personalfragen, vor denen man auch beim Kreissportbund stehe. Mit Änderungen in der Beschäftigungsförderung sei hier viel weggebrochen, dennoch sei der Kreissportbund weiter umtriebig, meint Jendricke.

Baustellen, die Zweite
Ein Vertreter der Kreissportbundes ist im Ausschuss nicht vertreten, eine abschließende Klärung der Fragen konnte gestern also nicht herbeigeführt werden und man Schritt weiter in der Tagesordnung zu den überplanmäßigen Ausgaben. Die führen zurück auf die Baustellen, der erste Punkt war die Sanierung der Kreisstraße zwischen Kehmstedt und Bleicherode. Hier liegen inzwischen konkrete Zahlen vor, eine knappe Million Euro soll die Maßnahme kosten, rund 221.000 Euro mehr, als ursprünglich angesetzt. Der Eigenanteil des Kreises liegt bei rund 61.000 Euro. Neben der Sanierung werden auch Kanalarbeiten durchgeführt, mit der Fertigstellung wird Ende kommendes Jahres gerechnet.

Gebaut und repariert werden soll auch in der Verwaltung selbst, im „Haus VI“ des Landratsamtes kann zur Zeit nur das Erdgeschoss sicher genutzt werden. Um das Gebäude wieder voll nutzen und an anderer Stelle Baufreiheit zu gewinnen, muss man an Brandschutz und Statik heran, Kostenpunkt rund 120.000 Euro. Die nötigen Mittel will man aufbringen, in dem man den Abriss des alten Schulgebäudes in Wolkramshausen verschiebt.
Angelo Glashagel
Autor: red

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