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Do, 15:00 Uhr
24.09.2026
Förderzentrum Pestalozzi erhält Grundschulpreis

Vom Beet zum Tisch

Wir schreiben das Jahr 2026. Schulgarten ist in ganz Deutschland ein sterbendes Fach. In ganz Deutschland? Nein, ein kleines Bundesland behält die Gartenlehre weiter im Lehrplan und eine kleine Nordhäuser Schule ist seit Jahren mit Herzblut dabei, aus dem Schulgarten mehr als nur einen Acker zu machen. Für das umtriebige Engagement wurde das Förderzentrum Pestalozzi heute ausgezeichnet…

Bild: Schüler im Schulgarten
Schüler des Förderzentrums wurden für ihr Projekt ausgezeichnet (Foto: mda)

In Thüringen gibt es rund 1000 Schulen, in ganz Deutschland dürften es zehntausende sein. Unter all den vielen Häusern hat das Netzwerk „Lernen durch Engagement“ jetzt sechs Grundschulen ausgewählt und ausgezeichnet, darunter auch das Förderzentrum Pestalozzi in Nordhausen.

Entsprechend stolz war man heute ob der Ehrung, wer das Programm der Schule in den letzten Jahren mitverfolgt hat, versteht auch schnell, warum die Auszeichnung verdient ist. Der Anfang liegt im „Grünen Klassenzimmer“, die Schülerinnen und Schüler lernen an der frischen Luft und kommen mit ihrer Umwelt in Kontakt. Soweit nicht weiter besonders, „grüne Klassenzimmer“ gibt es nicht nur am Geiersberg. Direkt nebenan liegt der Schulgarten und der wurde vor etwas über drei Jahren von Kerstin Beyer und Kollegen mit Herzblut und vielen zupackenden Kinderhänden aus dem Dornröschenschlaf geholt.

Das Fach Schulgarten steht in Thüringen weiter im Lehrplan, eine Ausnahme in der deutschen Bildungslandschaft, oft bleibe vom Unterricht aber nicht viel mehr hängen, als Unkraut zupfen, erzählt Madleen Köthe, die stellvertretende Schulleiterin des Förderzentrums. Im eigenen Schulgarten sollte das anders werden und so holte man sich über die „Gemüseakademie“ Verstärkung vom Fach. Drei Mal im Jahr kommt der „Ackercoach“ und hilft mit Pflanzplänen, Aussaat, Tipps und Tricks. Auf dem Feld herrscht Abwechslung, aktuell warten etwa Kürbis, Zuckerrübe, Feldsalat, Gurke und Mais auf die Ernte, berichtet Lehrerin Beyer.

Und hier könnte die Geschichte aufhören, vom Beet geht es am Geiersberg aber noch weiter bis auf den Tisch der Schulgemeinschaft. Mit zunehmend erfolgreicher Ernte fragte man sich nämlich, wohin mit all den guten Dingen und man kam auf die Idee der „Pesta-Bar“ – einer kleinen, schuleigenen Verkaufsstelle für frische Kost aus dem eigenen Garten.

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Rezepte schreibt man im Deutschunterricht, gekocht wird im Fach Hauswirtschaft, ein bisschen Mathe ist auch mit von der Partie und den „Vertrieb“ deckt eine kleine Gruppe engagierter Schülerinnen und Schüler während der großen Pausen im Schichtbetrieb ab. Für die Teilnahme mussten ordentliche Bewerbungen verfasst werden, die „Pesta-Bar“ wird wie eine kleine Firma geführt, so sammelt man praktische Erfahrung für den Lebensalltag. Die gesunde Kost vom eigenen Acker wird für überschaubare Preise feilgeboten, der Erlös geht direkt zurück in die Projektarbeit und finanziert neue Gerätschaften, Arbeitskleidung oder auch mal einen Ausflug.

Die interdisziplinär ineinandergreifenden Teile, die praktische Lernerfahrung und die „soft skills“, die man nebenbei mit vermittelt, gaben den Ausschlag für die Auszeichnung, die heute Vormittag von Thüringens Bildungsminister Christian Tischner (CDU) und der Landtagsabgeordneten Carolin Gerbothe (CDU) übergeben wurde.

Bild: Gerbothe und Tischer auf der Schulbank des Museum Förderzentrum Pestalozzi
Carolin Gerbothe und Christian Tischner auf der historischen Schulbank (Foto: mda)
Teamfähigkeit, Zusammenhalt, Selbstwirksamkeit, Verantwortung, Engagement und vollbrachte Arbeit, die sich für die Gemeinschaft insgesamt lohnen - all das wird zwischen Tisch und Gemüsebeet für alle Schüler von Groß bis Klein vermittelt. Wirklich „gute Schule“ habe man am Geiersberg gemacht, die Projekte der Schulgemeinschaft zeigten, was möglich ist, wenn man sich traut und mit Herzblut an die Sache geht.

Zur Feier des Tages gab es neben der passenden Urkunde noch ein Geschenk vom Minister: einen jungen Apfelbaum. Ein passendes Mitbringsel, denn die Schule plant schon den nächsten Schritt für ihre jungen Gärtner: auf dem Schulhof, in direkter Nachbarschaft zum Gemüsebeet, soll eine Streuobstwiese entstehen. Ein erstes Bäumchen hat man schon Anfang des Jahres pflanzen können und fortan „Günther“ genannt. Dem kann man nun „Christian“ zur Seite stellen, zusammen mit einem Kirschbaum ist der Anfang also schon gemacht und zum Gemüse kann sich bald auch das Obst auf den Tisch der Schulgemeinschaft gesellen.
Angelo Glashagel
Autor: mda

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Kommentare
Schnumpeule
24.09.2026, 17:29 Uhr
Ein tolles Projekt
Es ist toll das es noch solche Leute gibt, die unseren Kindern die Natur und das Gärtnern etwas näher bringen. Von der Pflanzung über Pflege bis zur Ernte und dann auch die Weiterverwertung in den eigenen Reihen betreiben, einfach super.
Es müsste mehr solcher Projekte geben, ein großes Lob an alle die das ermöglichen.
Schnumpeule
24.09.2026, 21:23 Uhr
Voting Daumen nach unten
Wer bei so einem Projekt den Daumen nach unten drückt, hat echt den Bezug zur Realität verloren.
Ist wahrscheinlich jemand der immer nur an allem rum nörgeln möchte und nichts mehr positiv sieht. Tut mir leid für denjenigen.
Jäger53
25.09.2026, 09:18 Uhr
Schulgarten
Ein Schulgarten ist eine sehr gute Idee. Das macht Kindern viel Spaß. Zu DDR Zeiten hatten wir an unserer Schule auch einen großen Schulgarten .
Daumen hoch und ich wünsche viel Erfolg.
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