Am Freitag kommender Woche feiert das Theater im Anbau mit der Theaterfassung von Joachim Meyerhoffs »Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke« die Nordhäuser Premiere mit dem Rudolstädter Kooperationsensemble...
Das Stück erzählt mit viel Humor von Joachim Meyerhoffs eigenem Weg zum Schauspiel. Wie seine Figur Joachim verlor auch er seinen Bruder und es entstand diese schmerzhafte innere Leere nach dem Tod, die Traurigkeit und Entfremdung erzeugt – diese entsetzliche Lücke. Zugleich zeigt das Stück, wie Lücke und Unbestimmtheit zur treibenden Kraft des künstlerischen Suchprozesses werden können. Im Fokus steht die Faszination des Schauspielerberufs und die Suche eines jungen Menschen nach Orientierung.
Szene aus "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" (Foto: Theater Nordhausen)
Der junge Joachim kämpft sich durch die Herausforderungen einer Schauspielschule in München: Selbstzweifel, skurrile Unterrichtsmethoden und innere Konflikte begleiten ihn auf dem Weg zum Schauspieler. Beispielhaft dafür ist die Aufgabe, eine Passage aus Fontanes »Effi Briest« als Nilpferd vorzutragen – eine absurde Übung, die seine Hilflosigkeit und Überforderung verkörpert. Sein Satz »Ich wollte auf der Bühne stehen und dabei nicht gesehen werden« fängt seinen Konflikt treffend ein. Zwischen Ehrgeiz und Unverständnis hin- und hergeworfen, lernt Joachim schließlich, die Absurditäten des Theater-Alltags auszuhalten.
Privat lebt Joachim bei seinen Großeltern in einer exzentrischen Welt: Großmutter Inge, eine ehemalige schillernde Ex-Schauspielerin und Diva, und Großvater Hermann, emeritierter Philosophieprofessor, begleiten Joachims Weg. Sie führen ein nahezu aus der Zeit gefallenes, ritualisiertes und vom Alkohol geprägtes Leben: Champagner am Morgen, Weißwein am Mittag, Whisky um 18 Uhr, Rotwein am Abend.
In der Fassung von Regisseur Sören Hornung spaltet sich die Figur des Joachim in vier Darstellerinnen und Darsteller – sie verkörpern die verschiedenen Facetten der Hauptfigur, um die fragmentierte Innenwelt und die wechselnden emotionalen Zustände greifbar zu machen.
Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke
Inszenierung Sören Hornung
Bühne & Kostüme Freya Elisabeth Partscht
Mit Mitgliedern des Schauspielensembles des Schiller-Theaters Rudolstadt
Premiere am 09. Oktober, 19.30 Uhr im Theater im Anbau