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Sensation in Bleicherode

Donnerstag, 01. September 2011, 15:18 Uhr
In den Nachrichten wird über die Auffindung von Aquarellen von Otto Dix berichtet. Aber auch in Bleicherode sind Werke eines nicht weniger bedeutenden Zeitgenossen entdeckt worden. Wie Dix war auch der Bildhauer Gerhard Marcks in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts eine bekannte Künstlerpersönlichkeit...

Plastik vor dem Kulturhaus (Foto: E. Kagelmacher) Plastik vor dem Kulturhaus (Foto: E. Kagelmacher)

Beide wurden nach 1933 aus dem Lehramt im Hochschuldienst entfernt und wurden in der Ausstellung „Entartete Kunst“ herabgewürdigt und erhielten Ausstellungsverbot. Sozusagen im Untergrund arbeiteten sie weiter, Dix in der Schweiz und Marcks auf dem Darß, zumal seit ihm sein Berliner Atelier in einem Bombenangriff zerstört wurde. Marcks hatte das Glück, in der Zeit nach 1936 einen Auftrag für Bleicherode zu bekommen. Das Denkmal „Krieg und Frieden“ zur Erinnerung an die im Krieg und bei der Arbeit zu Tode gekommenen Bergleute wurde 1939 eingeweiht. Dass es nicht wie so viele andere Plastiken zu Rüstungszwecken eingeschmolzen wurde, grenzt
an ein Wunder.
Und jetzt ist in Bleicherode eine weitere Rarität aus dem Schaffen dieses Künstlers zu sehen. In einer Ausstellung über sein Wirken in Mitteldeutschland werden erstmals der Öffentlichkeit Zeichnungen des jungen Gerhard Marcks gezeigt, die in einem Skizzenbuch in Privatbesitz erhalten geblieben sind! Zusammen mit Tierplastiken des noch nicht zwanzigjährigen Bildhauers wird Anschauungsmaterial über die Tätigkeit am Bauhaus Weimar und an der Burg Giebichenstein Halle am 10. und 11. September von 10 bis 18 Uhr in der Alten Kanzlei in Bleicherode
zu sehen sein.

Der Bildhauer Peter Genßler hat in Archiven, Museen und an ehemaligen Wirkungsstätten von Gerhard Marcks Material gesichtet und zusammengetragen und betreut die Ausstellung an beiden Tagen.
Autor: nnz

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