Prävention und Repression
Mittwoch, 20. August 2003, 13:57 Uhr
Nordhausen/Neustadt (nnz). Die nnz hatte in den zurückliegenden Tagen bereits mehrfach über die 1. Thüringer Präventionsfachtagung berichtet, die in einer Woche in Nordhausen stattfinden wird. Heute wurden Hintergründe erläutert.
Der Journalistentross hatte es nicht leicht, den Ort der Pressekonferenz zu finden: Die Burgruine Hohnstein. Doch dieser Ort wurde bewusst gewählt, dient das Burgensemble als Kulisse für eine szenische Lesung des türkischen Künstlers Serdar Somuncu. Auch darüber berichtete die nnz bereits mehrfach. Thüringens Innenstaatssekretär Manfred Scherer würdigte heute zu Beginn seiner Ausführungen die Arbeit des Vereins neue ebenen, denn diese werde auch in Thüringen immer noch gebraucht. In punkto Rechtsextremismus könne im Freistaat keine Entwarnung gegeben werden. Zwar habe sich Zahl der Anhänger rechtsextremer Parteien wie der NPD, der DVU oder der Republikaner erheblich reduziert, doch die Gefahren würden in verstärktem Maße von der so genannten freien nationalen Szene ausgehen. Diese soll in Thüringen etwa 500 Personen umfassen. Als Bindeglied unter den vorwiegend Jugendlichen fungiere die Musik mit zum Teil extrem gewaltbereiten Texten.
Für die Region Nordthüringen konnte indes der Chef der Nordhäuser Polizeidirektion, Günther Lierhammer, eine positive Bilanz ziehen. Im vergangenen Jahr wurden lediglich fünf Gewaltdelikte mit politischer Motivation registriert. Das sei der niedrigste Stand seit der Wende. Lierhammer verdeutlichte auch, dass ein Angehen gegen den Extremismus nur in der Mischung von Prävention und Repression erfolgreich sei. Für beides sei die Polizei in Zusammenarbeit mit den Staatsanwaltschaft zuständig. So seien nicht nur 15 Personen aus der rechtsextremen Szene in Haft genommen worden, sondern die Polizei betreibe massive Aufklärung in den Schulen. Da werden Fragen beantwortet wie: Ist das Zeigen des Hitlergrußes eine Straftat? Wichtig für die Polizei seien die Lehrer als Multiplikatoren.
Und genau dort setzt neue ebenen mit der oben erwähnten Fachtagung an. Einladungen seien zum Beispiel an alle Thüringer Schulen verschickt worden, sagte Stephan Masch vom Vereinsvorstand. Bislang seien 130 Anmeldungen in der Vereinszentrale in der Köllingstraße eingegangen. Mit dem Beginn des neuen Schuljahres rechnet Masch mit weiteren Anmeldungen aus dem schulischen Bereich. Prävention in Sachen Rechtsextremismus müsse in der Familie und in der Schule einsetzen. Da sei die Chance auf Erfolg bei den jungen Menschen am größten, ergänzte Staatssekretär Scherer.
Autor: nnzDer Journalistentross hatte es nicht leicht, den Ort der Pressekonferenz zu finden: Die Burgruine Hohnstein. Doch dieser Ort wurde bewusst gewählt, dient das Burgensemble als Kulisse für eine szenische Lesung des türkischen Künstlers Serdar Somuncu. Auch darüber berichtete die nnz bereits mehrfach. Thüringens Innenstaatssekretär Manfred Scherer würdigte heute zu Beginn seiner Ausführungen die Arbeit des Vereins neue ebenen, denn diese werde auch in Thüringen immer noch gebraucht. In punkto Rechtsextremismus könne im Freistaat keine Entwarnung gegeben werden. Zwar habe sich Zahl der Anhänger rechtsextremer Parteien wie der NPD, der DVU oder der Republikaner erheblich reduziert, doch die Gefahren würden in verstärktem Maße von der so genannten freien nationalen Szene ausgehen. Diese soll in Thüringen etwa 500 Personen umfassen. Als Bindeglied unter den vorwiegend Jugendlichen fungiere die Musik mit zum Teil extrem gewaltbereiten Texten.
Für die Region Nordthüringen konnte indes der Chef der Nordhäuser Polizeidirektion, Günther Lierhammer, eine positive Bilanz ziehen. Im vergangenen Jahr wurden lediglich fünf Gewaltdelikte mit politischer Motivation registriert. Das sei der niedrigste Stand seit der Wende. Lierhammer verdeutlichte auch, dass ein Angehen gegen den Extremismus nur in der Mischung von Prävention und Repression erfolgreich sei. Für beides sei die Polizei in Zusammenarbeit mit den Staatsanwaltschaft zuständig. So seien nicht nur 15 Personen aus der rechtsextremen Szene in Haft genommen worden, sondern die Polizei betreibe massive Aufklärung in den Schulen. Da werden Fragen beantwortet wie: Ist das Zeigen des Hitlergrußes eine Straftat? Wichtig für die Polizei seien die Lehrer als Multiplikatoren.
Und genau dort setzt neue ebenen mit der oben erwähnten Fachtagung an. Einladungen seien zum Beispiel an alle Thüringer Schulen verschickt worden, sagte Stephan Masch vom Vereinsvorstand. Bislang seien 130 Anmeldungen in der Vereinszentrale in der Köllingstraße eingegangen. Mit dem Beginn des neuen Schuljahres rechnet Masch mit weiteren Anmeldungen aus dem schulischen Bereich. Prävention in Sachen Rechtsextremismus müsse in der Familie und in der Schule einsetzen. Da sei die Chance auf Erfolg bei den jungen Menschen am größten, ergänzte Staatssekretär Scherer.
