Menschenbilder (18)
Montag, 26. September 2011, 09:19 Uhr
Aus dem im Spätherbst des Jahres 2011 erscheinenden reich bebilderten Buch "Menschenbilder aus der Harz- und Kyffhäuserregion" von Bodo Schwarzberg veröffentlicht die nnz in loser Folge eine Auswahl an Texten über Mitbürger, die er seit April 2010 zu ihrem Leben, ihrer Tätigkeit und deren gesellschaftlichen und persönlichen Hintergründen gesprochen hat.
99734 Nordhausen
Wir können unsere Absolventen beruhigt in den Dienst am Menschen entlassen, sagt Uta Triebel und meint damit die vielen jungen Leute, die bei der pro vita Akademie in Nordhausen eine Ausbildung absolvieren. Dienst am Menschen bedeutet dabei, die Jugendlichen zu befähigen, den schwächsten Gliedern unserer Gesellschaft, den Kindern, alten, kranken und behinderten Menschen, ein so würdevolles und so unbeschwertes Leben wie möglich zu geben.
Altenpfleger, Physiotherapeuten, Masseure / med. Bademeister, Kinderpfleger, Sozialassistenten, Erzieher und Heilerziehungspfleger – das sind nur einige der Berufe, die in der Geschwister-Scholl-Straße 14 erlernt werden können. Die Ausbildung ist für alle Bevölkerungskreise erschwinglich, weil laut Grundgesetz, Art.7, Abs. 4, eine Sonderung der Schüler nach den Besitzverhältnissen der Eltern nicht sein darf, betont Uta Triebel. Bildungsmöglichkeiten bestehen für alle Schüler, vom Hauptschulabschluss bis hin zum Abitur.
Die 1943 in Nordhausen geborene Pädagogin hat es mit ihrer pro vita Akademie geschafft, die vorgeschriebenen Lehrpläne auf eine ganz besondere, individuelle Weise umzusetzen, wobei wichtige Schwerpunkte die Schulung der fachlich-sozialen Kompetenz, die Stärkung der Eigenverantwortung der Auszubildenden sowie ihrer Kreativität sind. Das hohe Ansehen der Einrichtung hat dazu geführt, dass die meisten Absolventen bereits während ihrer Zeit bei der pro vita einen Arbeitsvertrag mit einer Kindereinrichtung, einem Altenpflegezentrum, einer Behinderteneinrichtung oder einem Krankenhaus in der Tasche haben.
Der dem Namen pro vita innewohnende Gedanke, der übersetzt für das Leben heißt, wird hier so effektiv umgesetzt, dass sich die Schule weit über die Grenzen Thüringens hinaus eines hohen Ansehens sicher sein kann. Hierzu tragen auch Kooperationsverträge mit vielen medizinischen und sozialen Einrichtungen bei, in denen die Schüler das erworbene Wissen praktisch anwenden.
Fragt man die jungen Leute, die es geschafft haben, einen Ausbildungsplatz in der Schule von Uta Triebel zu bekommen, so betonen sie die lockere, individuelle Atmosphäre, in der ihnen Wissen und Fähigkeiten vermittelt werden, das Engagement ihrer 26 hauptberuflich tätigen Dozenten und die gediegene Infrastruktur der Akademie mit einer Bibliothek, einer hochwertigen Ausstattung an Lehrmitteln, einer Cafeteria, in der alles noch vor Ort gekocht wird, und mit weitläufigen Grünflächen. Diese Bedingungen sind mit dafür verantwortlich, dass in der Geschwister-Scholl-Straße hoch motivierte junge Leute zu finden sind, Jugendliche, die wirklich lernen wollen. Viele von ihnen haben im Vorfeld der Ausbildung bereits ein soziales Jahr absolviert.
Es ist für die Schüler nicht leicht, sich vorzustellen, wie es ist, alt, pflegebedürftig und schwer krank zu sein. Aber wir konfrontieren sie stets mit der Frage, wie sie selbst behandelt werden möchten, falls sie in einen solchen Zustand geraten sollten, sagt die Schulleiterin. Dazu gehört es zum Beispiel, dass die Auszubildenden jede vermittelte Behandlung an sich selbst erfahren müssen. Selbst der alte Knigge wird hier bemüht, um jene Werte zu vermitteln, die im Umgang mit den ihnen später anvertrauten, hilfsbedürftigen Menschen, unabdingbar sind: An erster Stelle Respekt Ehrlichkeit und Freundlichkeit, aber auch Eigenschaften wie Sauberkeit, Ordnung, Höflichkeit, Disziplin und Toleranz.
Sie lernen so, die ihnen anvertrauten Menschen ernst zu nehmen, betont die Schulleiterin. Uta Triebel stellt immer wieder fest, dass der wendebedingte Wertewandel bei den jungen Leuten zu einem Verlust auf diesen Gebieten geführt hat. Das, was Elternhäuser und allgemeinbildende Schulen oft vermissen lassen, vermitteln wir mit Erfolg unseren Auszubildenden, weil es ohne diese Werte in unseren Berufen nicht geht. Zumindest nicht, wenn man diese optimal zum höchstmöglichen Wohl der ihnen anvertrauten Menschen gestalten möchte.
Die Wurzeln der pro vita Akademie sind untrennbar mit dem Lebensweg ihrer Chefin verbunden. Lange Zeit sieht sie sich als Suchende, als eine junge Frau, die sich nach einer Heimat für ihre naturgegebene Kreativität und Phantasie sehnte. Eine ihrer ersten Ideen hieß Modezeichnerin. Bevor sie sich dann jedoch für eine Ausbildung zur Krankenschwester und zum Fachlehrer für medizinische Fachschulen in Potsdam entschied, ging sie nach dem Abitur mit einer Berufsausbildung zum Maurer (1961) ganz andere Wege: Sie absolvierte ein praktisches Jahr unter Tage in einem Sangerhäuser Bergwerk und erlernte den Beruf eines Bergvermessungszeichners. Nach ihrem Abschluss als Fachlehrerin für Medizinische Fachschulen qualifizierte sich die zielstrebige, junge Frau im Fernstudium außerdem zur Diplompädagogin an der Pädagogischen Hochschule Erfurt.
1963 erhielt Uta Triebel ein Angebot des damaligen Nordhäuser Kreisarztes Dr. Erb, die Leitung einer gerade gegründeten Bildungseinrichtung für die Qualifizierung von Erwachsenen zu übernehmen, die als Ungelernte im Gesundheitswesen tätig werden wollten. Bis 1990 übte sie diese Tätigkeit aus, und sie erinnert sich sehr gern an diese Zeit: Mir stand ein eigener kleiner Haushalt für Personal und Anschaffungen zur Verfügung, ich konnte weitestgehend selbst bestimmen und ich lernte geschäftlich zu denken und zu arbeiten, erklärt sie. Zu DDR-Zeiten wäre dieser hohe Grad an Selbstständigkeit ohne die Unterstützung durch die jeweils amtierenden Kreisärzte nicht möglich gewesen, zumal sie kein SED-Mitglied war. Außerdem schützte mich mein Mann Henry Triebel, der damals Vorsitzender der NDPD im Kreis Nordhausen war, sagt sie. In der kleinen Schule wurden Krankenschwestern, Stationsschwestern, Gemeindeschwestern, Betriebsschwestern und Krippenleiterinnen ausgebildet.
Nach der Wende wagte Uta Triebel, auf Grund des Versiegens der bis dahin geflossenen staatlichen Mittel, Mitte 1990 sogleich den Schritt in den Aufbau einer eigenen Ausbildungsstätte für medizinische Dienstleistungsberufe. Wir versuchen es, sagten sich auch fünf ihrer Kollegen, mit denen sie in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt und zunächst in Räumlichkeiten der Medizinischen Fachschule, Umschulungen u.a. zu Altenpflegern, Arzthelfern, Masseuren und Krankenpflegehelfern anbot.
Auf Grund der dort gegebenen Konkurrenzsituation verlegte Uta Triebel ihre Ausbildungseinrichtung später in die Geschwister-Scholl-Straße 14, und gab ihr den wegweisenden Namen pro vita Akademie Nordhausen gGmbH. 120.000 DM bekam die Schulleiterin 1990 von der Bundesanstalt für Arbeit für den Auf- und Ausbau von pro vita, und sie beklagt, dass vergleichbare Institutionen in der Wendezeit, insbesondere aus den alten Bundesländern, deutlich mehr Geld erhielten. Aber auch sonst stehe die Unterstützung für die staatlich anerkannte Schule durch das Land Thüringen weit hinter der für vergleichbare staatliche Schulen zurück.
Trotzdem bieten wir unseren Schülern während ihrer Ausbildungszeit weit mehr an, als der staatliche Lehrplan vorsieht. Wir müssen sie fit machen für das Tätigsein im 21. Jahrhundert mit all seinen sozialen, medizinischen und pädagogisch psychologischen Problemen und Brennpunkten in unserer immer älter werdenden Gesellschaft, betont die Schulleiterin.
Zu diesen Angeboten zählt sie auch die Kultur bei pro vita: Die Auszubildenden der sozialpädagogischen Berufe spielen Theaterstücke, um eigene Ängste und Hemmschwellen zu überwinden, was für den Umgang mit Kindern, Jugendlichen, alten und kranken Menschen von großer Bedeutung ist. Der Kreativität sind bei uns keinerlei Grenzen gesetzt, so Uta Triebel.
Sie wünscht sich daher eine höhere Wertschätzung der Arbeit von pro vita, auch übrigens durch die Medien: Wenn die Sparkasse acht Ausbildungsverträge abschließt, bekommt sie einen halbseitigen Artikel. Der Beitrag über unsere Schule in derselben Zeitungsausgabe, in dem über 230 neue Ausbildungsverträge unserer Einrichtung berichtet wird, steht irgendwo ganz klein am Rand. Ich glaube, obwohl wir als private Schule staatlich anerkannt sind, werden wir auf Grund unserer Qualität gefürchtet!
4.500 Absolventen haben die pro vita – Akademie seit ihrer Gründung vor 20 Jahren mit Erfolg durchlaufen, und meist können nicht alle Bewerber auf Grund der großen Nachfrage auch berücksichtigt werden.
Auf der Suche nach einer Heimat für ihre Kreativität und Phantasie ist Uta Triebel spätestens im Jahre 1990 fündig geworden. Ihre Heimat heißt pro vita. Und wenn ihr ihre Schüler sagen, dass sie stolz darauf sind, Provitianer zu sein, dann weiß sie, dass sie die richtige Heimat gefunden und gestaltet hat. Seit fast 50 Jahren ist die Pädagogin leitend auf dem Gebiet der medizinischen Bildung tätig. Und sie ist sich sicher, dass sie für die nächsten 50 pro-vita-Jahre tragfähige Grundlagen schaffen konnte.
Uta Triebel ist Mutter von zwei Töchtern. Heike und Sonka Triebel haben beide einen Studienabschluss als Lehrerin. Eine Tochter unterrichtet ebenfalls bei pro vita.
Das Buch wird von Helmut Peter von der Autohaus Peter GmbH und vom Maler und Grafiker Klaus-Dieter Kerwitz (mit Grafiken) großzügig unterstützt. Kommentare sind nicht erwünscht.
Autor: nnzDiplompädagogin Uta Triebel
pro vita Akademie Nordhausen gGmbH99734 Nordhausen
Wir können unsere Absolventen beruhigt in den Dienst am Menschen entlassen, sagt Uta Triebel und meint damit die vielen jungen Leute, die bei der pro vita Akademie in Nordhausen eine Ausbildung absolvieren. Dienst am Menschen bedeutet dabei, die Jugendlichen zu befähigen, den schwächsten Gliedern unserer Gesellschaft, den Kindern, alten, kranken und behinderten Menschen, ein so würdevolles und so unbeschwertes Leben wie möglich zu geben.
Altenpfleger, Physiotherapeuten, Masseure / med. Bademeister, Kinderpfleger, Sozialassistenten, Erzieher und Heilerziehungspfleger – das sind nur einige der Berufe, die in der Geschwister-Scholl-Straße 14 erlernt werden können. Die Ausbildung ist für alle Bevölkerungskreise erschwinglich, weil laut Grundgesetz, Art.7, Abs. 4, eine Sonderung der Schüler nach den Besitzverhältnissen der Eltern nicht sein darf, betont Uta Triebel. Bildungsmöglichkeiten bestehen für alle Schüler, vom Hauptschulabschluss bis hin zum Abitur.
Die 1943 in Nordhausen geborene Pädagogin hat es mit ihrer pro vita Akademie geschafft, die vorgeschriebenen Lehrpläne auf eine ganz besondere, individuelle Weise umzusetzen, wobei wichtige Schwerpunkte die Schulung der fachlich-sozialen Kompetenz, die Stärkung der Eigenverantwortung der Auszubildenden sowie ihrer Kreativität sind. Das hohe Ansehen der Einrichtung hat dazu geführt, dass die meisten Absolventen bereits während ihrer Zeit bei der pro vita einen Arbeitsvertrag mit einer Kindereinrichtung, einem Altenpflegezentrum, einer Behinderteneinrichtung oder einem Krankenhaus in der Tasche haben.
Der dem Namen pro vita innewohnende Gedanke, der übersetzt für das Leben heißt, wird hier so effektiv umgesetzt, dass sich die Schule weit über die Grenzen Thüringens hinaus eines hohen Ansehens sicher sein kann. Hierzu tragen auch Kooperationsverträge mit vielen medizinischen und sozialen Einrichtungen bei, in denen die Schüler das erworbene Wissen praktisch anwenden.
Fragt man die jungen Leute, die es geschafft haben, einen Ausbildungsplatz in der Schule von Uta Triebel zu bekommen, so betonen sie die lockere, individuelle Atmosphäre, in der ihnen Wissen und Fähigkeiten vermittelt werden, das Engagement ihrer 26 hauptberuflich tätigen Dozenten und die gediegene Infrastruktur der Akademie mit einer Bibliothek, einer hochwertigen Ausstattung an Lehrmitteln, einer Cafeteria, in der alles noch vor Ort gekocht wird, und mit weitläufigen Grünflächen. Diese Bedingungen sind mit dafür verantwortlich, dass in der Geschwister-Scholl-Straße hoch motivierte junge Leute zu finden sind, Jugendliche, die wirklich lernen wollen. Viele von ihnen haben im Vorfeld der Ausbildung bereits ein soziales Jahr absolviert.
Es ist für die Schüler nicht leicht, sich vorzustellen, wie es ist, alt, pflegebedürftig und schwer krank zu sein. Aber wir konfrontieren sie stets mit der Frage, wie sie selbst behandelt werden möchten, falls sie in einen solchen Zustand geraten sollten, sagt die Schulleiterin. Dazu gehört es zum Beispiel, dass die Auszubildenden jede vermittelte Behandlung an sich selbst erfahren müssen. Selbst der alte Knigge wird hier bemüht, um jene Werte zu vermitteln, die im Umgang mit den ihnen später anvertrauten, hilfsbedürftigen Menschen, unabdingbar sind: An erster Stelle Respekt Ehrlichkeit und Freundlichkeit, aber auch Eigenschaften wie Sauberkeit, Ordnung, Höflichkeit, Disziplin und Toleranz.
Sie lernen so, die ihnen anvertrauten Menschen ernst zu nehmen, betont die Schulleiterin. Uta Triebel stellt immer wieder fest, dass der wendebedingte Wertewandel bei den jungen Leuten zu einem Verlust auf diesen Gebieten geführt hat. Das, was Elternhäuser und allgemeinbildende Schulen oft vermissen lassen, vermitteln wir mit Erfolg unseren Auszubildenden, weil es ohne diese Werte in unseren Berufen nicht geht. Zumindest nicht, wenn man diese optimal zum höchstmöglichen Wohl der ihnen anvertrauten Menschen gestalten möchte.
Die Wurzeln der pro vita Akademie sind untrennbar mit dem Lebensweg ihrer Chefin verbunden. Lange Zeit sieht sie sich als Suchende, als eine junge Frau, die sich nach einer Heimat für ihre naturgegebene Kreativität und Phantasie sehnte. Eine ihrer ersten Ideen hieß Modezeichnerin. Bevor sie sich dann jedoch für eine Ausbildung zur Krankenschwester und zum Fachlehrer für medizinische Fachschulen in Potsdam entschied, ging sie nach dem Abitur mit einer Berufsausbildung zum Maurer (1961) ganz andere Wege: Sie absolvierte ein praktisches Jahr unter Tage in einem Sangerhäuser Bergwerk und erlernte den Beruf eines Bergvermessungszeichners. Nach ihrem Abschluss als Fachlehrerin für Medizinische Fachschulen qualifizierte sich die zielstrebige, junge Frau im Fernstudium außerdem zur Diplompädagogin an der Pädagogischen Hochschule Erfurt.
1963 erhielt Uta Triebel ein Angebot des damaligen Nordhäuser Kreisarztes Dr. Erb, die Leitung einer gerade gegründeten Bildungseinrichtung für die Qualifizierung von Erwachsenen zu übernehmen, die als Ungelernte im Gesundheitswesen tätig werden wollten. Bis 1990 übte sie diese Tätigkeit aus, und sie erinnert sich sehr gern an diese Zeit: Mir stand ein eigener kleiner Haushalt für Personal und Anschaffungen zur Verfügung, ich konnte weitestgehend selbst bestimmen und ich lernte geschäftlich zu denken und zu arbeiten, erklärt sie. Zu DDR-Zeiten wäre dieser hohe Grad an Selbstständigkeit ohne die Unterstützung durch die jeweils amtierenden Kreisärzte nicht möglich gewesen, zumal sie kein SED-Mitglied war. Außerdem schützte mich mein Mann Henry Triebel, der damals Vorsitzender der NDPD im Kreis Nordhausen war, sagt sie. In der kleinen Schule wurden Krankenschwestern, Stationsschwestern, Gemeindeschwestern, Betriebsschwestern und Krippenleiterinnen ausgebildet.
Nach der Wende wagte Uta Triebel, auf Grund des Versiegens der bis dahin geflossenen staatlichen Mittel, Mitte 1990 sogleich den Schritt in den Aufbau einer eigenen Ausbildungsstätte für medizinische Dienstleistungsberufe. Wir versuchen es, sagten sich auch fünf ihrer Kollegen, mit denen sie in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt und zunächst in Räumlichkeiten der Medizinischen Fachschule, Umschulungen u.a. zu Altenpflegern, Arzthelfern, Masseuren und Krankenpflegehelfern anbot.
Auf Grund der dort gegebenen Konkurrenzsituation verlegte Uta Triebel ihre Ausbildungseinrichtung später in die Geschwister-Scholl-Straße 14, und gab ihr den wegweisenden Namen pro vita Akademie Nordhausen gGmbH. 120.000 DM bekam die Schulleiterin 1990 von der Bundesanstalt für Arbeit für den Auf- und Ausbau von pro vita, und sie beklagt, dass vergleichbare Institutionen in der Wendezeit, insbesondere aus den alten Bundesländern, deutlich mehr Geld erhielten. Aber auch sonst stehe die Unterstützung für die staatlich anerkannte Schule durch das Land Thüringen weit hinter der für vergleichbare staatliche Schulen zurück.
Trotzdem bieten wir unseren Schülern während ihrer Ausbildungszeit weit mehr an, als der staatliche Lehrplan vorsieht. Wir müssen sie fit machen für das Tätigsein im 21. Jahrhundert mit all seinen sozialen, medizinischen und pädagogisch psychologischen Problemen und Brennpunkten in unserer immer älter werdenden Gesellschaft, betont die Schulleiterin.
Zu diesen Angeboten zählt sie auch die Kultur bei pro vita: Die Auszubildenden der sozialpädagogischen Berufe spielen Theaterstücke, um eigene Ängste und Hemmschwellen zu überwinden, was für den Umgang mit Kindern, Jugendlichen, alten und kranken Menschen von großer Bedeutung ist. Der Kreativität sind bei uns keinerlei Grenzen gesetzt, so Uta Triebel.
Sie wünscht sich daher eine höhere Wertschätzung der Arbeit von pro vita, auch übrigens durch die Medien: Wenn die Sparkasse acht Ausbildungsverträge abschließt, bekommt sie einen halbseitigen Artikel. Der Beitrag über unsere Schule in derselben Zeitungsausgabe, in dem über 230 neue Ausbildungsverträge unserer Einrichtung berichtet wird, steht irgendwo ganz klein am Rand. Ich glaube, obwohl wir als private Schule staatlich anerkannt sind, werden wir auf Grund unserer Qualität gefürchtet!
4.500 Absolventen haben die pro vita – Akademie seit ihrer Gründung vor 20 Jahren mit Erfolg durchlaufen, und meist können nicht alle Bewerber auf Grund der großen Nachfrage auch berücksichtigt werden.
Auf der Suche nach einer Heimat für ihre Kreativität und Phantasie ist Uta Triebel spätestens im Jahre 1990 fündig geworden. Ihre Heimat heißt pro vita. Und wenn ihr ihre Schüler sagen, dass sie stolz darauf sind, Provitianer zu sein, dann weiß sie, dass sie die richtige Heimat gefunden und gestaltet hat. Seit fast 50 Jahren ist die Pädagogin leitend auf dem Gebiet der medizinischen Bildung tätig. Und sie ist sich sicher, dass sie für die nächsten 50 pro-vita-Jahre tragfähige Grundlagen schaffen konnte.
Uta Triebel ist Mutter von zwei Töchtern. Heike und Sonka Triebel haben beide einen Studienabschluss als Lehrerin. Eine Tochter unterrichtet ebenfalls bei pro vita.
Das Buch wird von Helmut Peter von der Autohaus Peter GmbH und vom Maler und Grafiker Klaus-Dieter Kerwitz (mit Grafiken) großzügig unterstützt. Kommentare sind nicht erwünscht.
