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Standards führen Wacker zum Sieg

Sonntag, 16. Oktober 2011, 18:14 Uhr
Wir hatten gestern bereits über den 3:1-Auswärtserfolg von Wacker Nordhausen gegen Weimar berichtet. Sandra Arm war mit auf den Lindenberg gereist und fasst das Geschehen auf dem Platz und daneben für die nnz-Leser ausführlich zusammen...

Die Standardspezialisten wie Pascal Biank, Matti Langer und Robert Stark vom Fußball-Verbandsligisten FSV Wacker 90 Nordhausen waren am Sonnabend in der Partie beim SC Weimar einmal mehr gefragt. Davon profitierte insbesondere Jan-Philipp Rose, der nach Freistößen von Biank zweimal erfolgreich war. Zudem erwies sich Stark erneut als sicherer Vollstrecker vom Elfmeter-Punkt. Den Ehrentreffer beim 3:1 (1:0)-Sieg der Gäste vor 200 Zuschauern gelang Mario Oschmann.

Ein verschmitztes Lächeln konnte sich Rose nach dem Abpfiff nicht verkneifen, hatte der Stadionsprecher doch aus dem sympathischen Nordlicht versehentlich einen Franzosen gemacht. So dröhnte zunächst bei der Mannschaftsaufstellung ein „Jean-Philippe Rose“ durch die Boxen. Doch Rose nahm es mit Humor. Mit dem war es dann spätestens nach dem Anpfiff vorbei, denn seine Farben taten sich gegen zweikampfstarke und tief stehende Gastgeber lange schwer.

Allerdings strahlten die Nordhäuser insbesondere nach ruhenden Bällen immer wieder viel Gefahr aus. So wie in der vierten Minute, als nach einem Freistoß von Langer der Ball in den Strafraum zu Weimars Mittelfeldakteur Cornelius Brack segelte, der ihn aus der Gefahrenzone köpfte. Auf der anderen Seite konnte sich nur 60 Sekunden später Chris Griebel auf der linken Flügelseite bis zur Grundlinie, an der er erst durch René Taute gestoppt wurde, durchtanken.

Auch den Gästen fiel es mitunter schwer, Lücken in der kompakt stehenden und sicher agierenden SC-Abwehr zu finden. War diese dann doch einmal überbrückt, als Mittelfeldspieler Robin Teichmann auf den über die linke Seite unermüdlich arbeitenden Rose flankte, fehlte dem agilen Flügelflitzer beim Abschluss nur die nötige Präzision (6.). So wie auch in der elften Minute, als er nach einem sehenswerten Doppelpass mit Langer das Gehäuse nur knapp verpasste. Aufgrund der Tatsache, dass Weimar die Räume schon früh, bereits im Aufbauspiel der Gäste, verengte, konnten die Nordhäuser ihren temporeichen Angriffsfußball nur selten zelebrieren. Ging es dann doch mal schnell, so wie in der 13. Minute, als der Ball über die Stationen Taute, Biank und Langer zu Dyhonne-Lucas do Amaral gelang, blieb der Angreifer im Abschluss glücklos.

Im Folgenden waren auch die Versuche von Langer (14.) und Jindrich Pelan (16.), jeweils nach Standards, nicht von Erfolg gekrönt. Den Torschrei auf den Lippen hatten die Gastgeber dann in der 19. Minute, als der Ball nach einem Freistoß, den René Buschmann ausführte, zu Felix Müller kam. Sein Schuss segelte nur wenige Zentimeter an dem von FSV-Keeper Jonas Heidrich gehüteten Gehäuse vorbei.

Der SC tastete sich also langsam heran und wusste insbesondere durch den Ex-Nordhäuser Brack mit guter Übersicht und Zweikampfstärke im zentralen Mittelfeld zu gefallen. Doch leichte Ballverluste im Mittelfeld ermöglichten den agilen und lauffreudigen Gästen immer wieder schnell vorgetragene Gegenangriffe vornehmlich über die linke Außenbahn. So hatte unter anderem Nico Eberhardt in der Viererkette gegen Rose, nach Doppelpass mit Langer, keinen leichten Stand (30.).

Nicht aus dem Spiel, sondern nach einem ruhenden Ball resultierte der erste Treffer der Partie. Dieser war Rose nach Vorarbeit von Biank, der den Freistoß aus halbrechter Position ausführte, vorbehalten (34.). Es sollte bis zur Pause der einzige Torerfolg bleiben, weil Jindrich Pelans Fernschuss aus der zweiten Reihe leichte Beute für SC-Keeper Ion Adamiuc war (44.).

Die zweite Hälfte war wie auch schon die ersten 45 Minuten durch Fouls, viele Nickeligkeiten und gelbe Karten geprägt, von denen insbesondere die Gäste profitierten. So sprechen wohl die insgesamt zehn Freistöße für den FSV eine klare Sprache. Zwei davon gab es in der 52. und 53. Minute, die beide Biank ausführte, allerdings noch ohne Erfolg.

Im Gegenzug erarbeiten sich die Weimarer eine hochkarätige Möglichkeit, als sich Griebel den Ball im Mittelfeld erkämpfte, auf den auf der linken Flügelseite schnell schaltenden Mario Oschmann passte und in den Strafraum zu Steve Zelßmann flankte, der den Ball am Gehäuse vorbei jagte. Auch in der 59. Minute hatte Zelßmann nach einem Freistoß durch Griebel kein Glück. Dieses war den Schützlingen von Trainer Jörg Goslars ebenfalls nicht hold, die erneut nach zwei Freistößen zunächst noch ohne Zählbares blieben.

Erst in der 64. Minute war es dann erneut Rose, der die Führung zum 2:0 weiter ausbaute. Diesem Treffer war erneut ein Freistoß, den Biank fast an der rechten Grundlinie des Strafraums des Gastgebers schlug, vorausgegangen. Im weiteren Verlauf haderte Goslar nicht nur mit den vergebenen Chancen seines Teams aus dem Spiel heraus, sondern auch mit den Schiedsrichtern, die ihn wie auch seinen Co-Trainer Christian Dörge auf die Tribüne verbannten.

So recht konnte sich Goslar seinen „Platzverweis“ nicht erklären. Dabei wollte er doch nur, wie er selbst sagte, einen Spieler einwechseln. Als der Referee, nachdem Goslar den Wechsel anzeigte, nicht reagierte, machte erneut darauf aufmerksam. „Kann ich ihn jetzt machen!“, wurde Goslar an der Seitenlinie bereits ungeduldig.

Fast hätte Marcus Vopel, er kam für Rose in der 70. Minute, kurz vor dem Abpfiff noch als Joker gestochen. „Er hätte das Tor machen müssen“, ärgerte sich sein Trainer über die vertane Chance. Den dritten Treffer erzielte Robert Stark, der einen Strafstoß in der 84. Minute sicher verwandelte und sein Torkonto auf nun sieben Treffer weiter ausbaute. Diesem Tor war ein Foulspiel von Daniel Romstedt an Damian Raczka im Strafraum vorausgegangen.

Der achte Sieg im neunten Spiel war somit nicht mehr in Gefahr. Allerdings stellte sich die Frage, ob hinten die Null mal wieder steht. „Wichtig ist die Null“, hoffte Vizepräsident Olaf Dobrzykowsky, der allerdings wie auch der Rest der blau-weißen Anhängerschaft mit ansehen musste, wie Oschmann in der 89. Minute die Hoffnungen zunichte machte und zum 1:3-Endstand verkürzte.

Goslar zeigte sich nach dem Abpfiff nur mit den drei Punkten zufrieden. „Es war ein Arbeitssieg und unspektakulär“, zog er nüchtern Bilanz. Doch noch mehr störte ihn der Punkt, dass „es uns kein Treffer aus dem Spiel gelungen ist“. Stattdessen resultierten die drei Treffer aus Standards. Diesen Umstand bewertete er dennoch als positiv, da sein Team eine „andere Waffe hatte, die stach“.

Während Goslar also Rede und Antwort stand, liefen seine Schützlinge zwei Runden unter Applaus der Fans aus. „Wir dürfen jetzt nicht in Selbstzufriedenheit verfallen. Wir müssen an die Leistungen weiter anknüpfen“, mahnte der zweifache Torschütze Rose, der sich, wie auch seine Teamkollegen, im Training die nötige Selbstsicherheit für die kommenden Aufgaben holen will.
Sandra Arm
Autor: nnz

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