nnz-online

Wie weiter in „Ost“?

Dienstag, 01. November 2011, 19:43 Uhr
Die Aula der Förstemann-Schule war knackevoll, als die Nordhäuser Stadtverwaltung zu einem Infoabend eingeladen hatte. Rund 50 Frauen und Männer wollten wissen, wie der Umbau ihres „Viertel“ gediegen ist...

Umgestaltung wird diskutiert (Foto: nnz) Umgestaltung wird diskutiert (Foto: nnz)

Neben der Nordhäuser Altstadt ist der Stadtteil Ost einer der Schwerpunkte des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK). Insbesondere sollte die Entwicklung des Quartiers entlang der Fromann-Straße dargestellt werden. Allerdings, so Baudezernentin Inge Klaan (CDU), habe sich die gesamte Förderlandschaft im Bund und im Freistaat geändert, was die Planungen für die weitere Umgestaltung verändern wird. Froh sei man, dass bislang sehr viel investiert werden konnte.

Wie also weiter mit dem Quartierskonzept auch entlang der Karl-Meyer-Straße? Diese Frage sollte ein Planungsbüro beantworten und fand zu Beginn der Analyse ein gut ausgestattetes Wohngebiet vor. Hier werde es in den kommenden Jahren keinen weiteren Rückbau geben, jedoch sei der Altersdurchschnitt relativ hoch. Nach wie vor sei „Ost“ auch für junge Familien attraktiv, da hier Kinderbetreuung auf einem hohen Niveau anzufinden sei, die mit der Eröffnung des Kinderhauses im kommenden Jahr noch einmal aufgewertet werde.

Verbesserungsfähig sind zum Beispiel die Fußwege entlang der beiden Wohngebietsstraßen, hier sollte jeweils ein zweiter Fußweg angelegt werden. Im Bereich der Karl-Meyer-Straße sollte es „verkehrsberuhigt“ zugehen, da hier künftig viele Kinder und Jugendliche unterwegs sein werden. Nicht wesentlich geändert werde vermutlich die Zahl der Pkw-Stellplätze für die Mieter. Parkplatzprobleme seitens der Mieter sind hier ein Fremdwort.

Um das vergrößerte Kinderhaus herum soll der Verkehr auf ein Minimum reduziert werden, um die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler nicht zu gefährden. Und es soll viel Grün geben, Bäume und Rasenflächen entlang der Meyer-Straße werden auch neue Kanten der Sicht geben. Auch solle die Fahrbahn an dieser Stelle einen anderen Belag erhalten. In den Bereich um das Kinderhaus herum sollen mit modernen Beleuchtungselementen optische Glanzpunkte gesetzt werden, die das Areal deutlich aufwerten.

Umgestaltung wird diskutiert (Foto: nnz) Umgestaltung wird diskutiert (Foto: nnz)

Und natürlich hatten die Anwohner viele Fragen, die sie unmittelbar betreffen. Da ist zum Beispiel die Ecke im Bereich der Fromann-Straße ein Problemfeld für einige Mieter, da sich die Luft im Sommer sehr stark aufheize. Weitere Probleme wurden mit desolaten Fußwegen in vielen Bereichen des Stadtgebietes beschrieben. Dann wollte eine Dame wissen, wie es mit dem Schnapper-Billig-Markt weitergehe? Und dann würden am Förstemannweg die Bäume den Leuten auf dem Kopf hängen. Und überhaupt würde vieles in den zurückliegenden Jahren nicht angegangen.

„Immer alles in den Jugendklub, derweil sehen viele Ecken wie Müllhalden aus, das kann ich nicht verstehen. Darum sollte man sich nach 27 Jahren endlich mal kümmern“, meinte eine ältere Dame erregt, die meint, dass für die älteren Leute nichts gemacht werde. Wenn man ins Seniorenbegegnungszentrum nach Nord fahren wolle, dann müsse man auch noch mit der Straßenbahn umsteigen. Auch wenn es zum Beispiel an den beiden Wohnungsbauunternehmen hier und da Kritikpunkte gab, so überwog das Lob der Bürger für deren Engagement und ihren Service gegenüber den Mietern.

Oberbürgermeisterin Barbara Rinke erinnerte daran, dass die zur Verfügung stehenden Fördermittel nicht für Reparaturarbeiten eingesetzt werden können. Und zum Konzept des künftigen Kinderhauses meinte Rinke, dass es dort auch Platz für die ältere Generation geben werde. Das sei ja gerade der generationenübergreifende Charakter der künftigen Einrichtung.

Es ist eine eher unterschwellige Attraktivität, die diesen Stadtteil ausmacht. Eine im Jahr 2002 zugezogene Dame mit ostthüringer Dialekt beschrieb die Vorzüge folgendermaßen: Es ist ein Privileg, dass man am Sonntagmorgen in Hausschuhen zum Bäcker gehen und frische Brötchen kaufen könne. Man habe alles in der Nähe – vom Kindergarten bis zum Pflegeheim am Pappelweg.

Es gibt trotzdem noch vieles zu tun, letztlich ist die Realisierung aller Ideen immer eine Frage des Geldes. Das jedoch ist nicht nur in Nordhausen-Ost so. Und nicht nur in Nordhausen.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de