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"Schwarzer" Wodka

Freitag, 04. November 2011, 11:23 Uhr
Beamte der Zollfahndung Frankfurt am Main sind
einem groß angelegten Handel mit unversteuertem Alkohol auf die Spur gekommen. Involviert soll auch eine Firma aus Nordthüringen sein...


Vorab die gute Nachricht für alle Freunde des Echten Nordhäuser Doppelkorns: Die Nordbrand Nordhausen GmbH ist in keiner Weise von den Ermittlungen betroffen. Dies bestätigte Pressesprecher Hans-Jürgen Schmidt der nnz.

Eine Spirituosen verarbeitende Firma aus Thüringen wird verdächtigt, in den zurückliegenden vier Monaten etwa 70.000 Liter unversteuerten Rohalkohol (96 % vol.) bezogen, teilweise bereits zu Wodka verarbeitet und verkauft zu haben. Der so „schwarz“ hergestellte Wodka ist an verschiedene Abnehmer, vorwiegend in Nordrhein-Westfalen, geliefert worden. Der durch die Hinterziehung der Branntweinsteuer entstandene Steuerschaden beläuft sich auf etwa eine Million Euro.

Bei einer Durchsuchungsaktion in den vergangenen Tagen wurden zehn Objekte in Nordrhein-Westfalen (Bocholt, Düsseldorf (4), Duisburg, Dorsten (2), Meerbusch, Porta Wesfalica) sowie zwei im Landkreis Eichsfeld durchsucht. Dabei konnten insgesamt 21.000 Liter unversteuerter Rohalkohol sowie 70.000 Flaschen Wodka sichergestellt werden. Der Rohalkohol befand sich in 23 Tanks, die in einem Nachbarbetrieb der Spirituosenfirma untergestellt waren. Die Flaschen
Wodka wurden bei verschiedenen Getränkefirmen in Nordrhein-Westfahlen sichergestellt, sie stammen aus der Herstellung mit unversteuertem Rohalkohol.

Hauptbeschuldigter ist ein 37 Jahre alter Mann aus dem Unstrut-Hainisch-Kreis. Er wurde mit Haftbefehl festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft. Ein 54-jähriger Tscheche, der ebenfalls zum engeren Kreis der Hautbeschuldigten zu zählen ist, hat in seiner Vernehmung umfangreiche Angaben gemacht, weshalb sein Haftbefehl aufgehoben wurde. Die Ermittlungen richten sich darüber hinaus gegen drei Männer im Alter von 28, 36 und 52 Jahren sowie eine 42-jährige Frau.

In die umfangreichen Ermittlungen waren auch das LKA Nordrhein-Westahlen und die Steuerfahndung Düsseldorf eingebunden. Hans-Jürgen Schmidt, Pressesprecher des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main: „Nach unseren bisherigen Ermittlungen haben die Beschuldigten den Rohalkohol steuerfrei aus dem Ausland bezogen und diesen nicht beim Zoll angemeldet. Aus dem Rohalkohol wurde Wodka hergestellt, in Flaschen abgefüllt und über Getränke-firmen, hauptsächlich in Nordrhein-Westfahlen, abgesetzt. Die Beschuldigten sind dabei hochprofessionell und arbeitsteilig vorgegangen, weshalb wir ihnen gewerbs- und bandenmäßige Steuerhinterziehung vorwerfen“.
Autor: nnz

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