nnz/kn-Tipp: Lebensretter
Samstag, 05. November 2011, 15:29 Uhr
Im europäischen Ausland und den USA gehören sie längst zur Standardausstattung von Wohnungen dazu, im sonst so sicherheitsbewussten Deutschland ist der Nachholbedarf hingegen unverändert groß: Nur die wenigsten Haushalte sind hierzulande mit Rauchmeldern ausgerüstet...
Dabei können die unauffälligen, schnell zu installierenden Geräte buchstäblich Leben retten, denn viele Opfer von Wohnungsbränden werden im Schlaf überrascht. Gefährlich ist dabei nicht in erster Linie das Feuer, sondern der Rauch. Etwa 80-90 Prozent der bundesweit jährlich rund 500 Brandtoten sterben an den Folgen einer Rauchvergiftung, das teilt der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mit.
Gefährlichen Brandrauch entdecken
Viele der bundesweit rund 200.000 Brände im Jahr entwickeln sich still und heimlich, so der GDV. Oft bilden technische Defekte die Ursache. Besonders trügerisch: Nachts schläft auch der Geruchssinn, so dass die Opfer im Schlaf überrascht werden, ohne die Brandgase zu bemerken. Die Melder warnen in diesen Fällen rechtzeitig vor dem gefährlichen Rauch und sorgen dafür, dass sich die Bewohner noch in Sicherheit bringen können. Aber auch tagsüber identifizieren die Rauchmelder Gefahren frühzeitig und tragen dazu bei, dass sich Brände schnell löschen lassen.
Gesetzgeber schreibt Nachrüstung vor
Dennoch verfügt die überwiegende Mehrheit der bundesdeutschen Wohnungen noch nicht über die Lebensretter: "Nur ein Drittel der Haushalte sind in Deutschland derzeit mit Rauchmeldern ausgestattet", sagt Jörg von Fürstenwerth, Hauptgeschäftsführer beim GDV. "Für eine bessere Ausstattung könnte nun der Gesetzgeber sorgen."Bereits in neun Bundesländern zählen Rauchmelder zur Pflichtausstattung in privatem Wohnraum, doch vielen Mietern und Vermietern sind diese gesetzlichen Regelungen noch nicht bekannt. Der GDV empfiehlt, sich über die Situation im eigenen Bundesland zu informieren und, wenn nötig, Rauchmelder nachzurüsten: Unter www.gdv.de und www.rauchmelder-lebensretter.de gibt es alle Informationen dazu.
Daten & Fakten
Brandschutz-Experten empfehlen, Rauchmelder mindestens in jedem Schlaf- und Kinderzimmer sowie in Fluren zu installieren. Bei der Montage kommt es darauf an, dass der Melder in waagerechter Position unter der Zimmerdecke möglichst in der Raummitte angebracht wird. Die Funktion und der Batteriestatus sollten regelmäßig überprüft werden. Übrigens: Mittlerweile gibt es Rauchmelder mit Langzeitbatterien oder sogar fest eingebauten Batterien. Die halten mindestens 10 Jahre und somit deutlich länger als handelsübliche Batterien.
Autor: djd1
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