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Serie gerissen

Montag, 14. Mai 2012, 10:24 Uhr
Im Gipfeltreffen der Staffel 2 der F1-Junioren setzte der VfL 28 Ellrich den Punch und schickte die SG Nordhausen mit 4:2 (2:0) nach Hause. "Unsere Mannschaft hatte sich viel vorgenommen, reiste mit einem guten Gefühl nach Ellrich", bilanziert Michael Liedke für die nnz...


Doch es lief nicht viel zusammen, wir ergaben uns wehrlos in unser Schicksal. Saft- und kraftlos ließen wir unseren Gastgeber gewähren, der mit uns über weite Strecken Katz und Maus spielte. Erst kurz vor Ende der Partie wurden wir munter, doch es reichte nicht mehr, um zumindest noch einen Punkt mitzunehmen.

Mit dem Selbstvertrauen aus sechs Siegen in Folge reisten unsere F1-Junioren am Sonntagmorgen zum Topteam nach Ellrich. Unser Gastgeber spielt eine Riesensaison, ist das konstanteste Team in der Staffel 2 und hegt Ambitionen. Mit Spielbeginn ist Ellrich auch gleich am Drücker, unsere Mannschaft scheint überrascht und beeindruckt und der dynamischen und druckvollen Spielweise der Hausherren. Die Ellricher sind uns immer einen Schritt voraus, wir können nur reagieren anstatt eigene Akzente zu setzen. Wir kommen nicht in die Zweikämpfe, lassen uns zu weit auseinanderziehen und sind hinten oftmals blank.

In der 11. Spielminute geraten wir dann in Rückstand. Das Tor war längst überfällig, zu feldüberlegen ist der Gegner. Warum lassen wir sie so gewähren? Einer der seltenen Nordhäuser Angriffe, Jenson Jödicke läuft mit der Kugel Richtung Ellricher Tor. Dann ein Tritt von hinten in die Beine, Foulspiel. Doch der Unparteiische will nichts gesehen haben. Der Gefoulte liegt noch am Boden, Ellrich nutzt die Situation und kontert. Wir sind zu weit aufgerückt, zwei Gegenspieler vor Finn-Luca Heller. Unser Keeper ist machtlos und kann den Ball nur noch aus den Maschen holen. Ein Wirkungstreffer, der unsere Jungs fortan völlig aus der Bahn werfen sollte.

Und der VfL 28 Ellrich gibt die Marschroute weiter vor, wir haben überhaupt keinen Zugriff auf das Spiel. Uns fehlt die richtige Einstellung, der richtige Biss. Wenn schon spielerisch nichts läuft, dann muss es über den Kampf gehen. Doch auch den nehmen wir nicht an. Unser Spiel ist zu statisch, wir laufen zu wenig, schon gar nicht für den anderen, gewinnen den zweiten Ball nicht. Es passt nicht viel zusammen. Mit einem 2:0-Rückstand geht es in die Pause.

Auch nach Wiederanpfiff zeigt Ellrich gleich wieder, wo der Hammer hängt. Doch der Pfosten rettet für die SG Nordhausen. Der zweite Durchgang läuft knapp zehn Minuten, da erhöhen die Gastgeber auf 3:0, begünstigt durch einen eklatanten Bock unserer Defensive. Unsere Spieler lassen die Köpfe hängen. Der Sack ist hier endgültig zu … oder doch nicht?

Ab der 30. Spielminute fangen unsere Jungs endlich an, Fußball zu spielen. Eine Minute später dann der erste Torschuss der SGN. Aber Ellrich lässt erst gar keine Hoffnung aufkeimen, fast im Gegenzug das 4:0. Doch unsere Körpersprache ändert sich, jetzt spielen wir mit. Wieder bricht Jenson durch, wieder wird er mit einer unsauberen Aktion vom Ball getrennt. Und wieder hören wir keinen Pfiff. Aber wir holen den Ball zurück. Tim Hartmann will das Ding, bekommt ihn. Kein Gegenspieler vor ihm. Er schießt und trifft. Wenigstens der Ehrentreffer.

Oder bleibt noch Zeit? 5 bis 6 Minuten höchstens. Unsere Jungs feuern sich an, ballen die Fäuste. Ellrich vertändelt den Ball, Friedrich Schulze geht über die rechte Nordhäuser Seite, er schießt. Ein Ellricher bugsiert ihn über die Außenlinie. Ecke für uns. Denkste. Der Schiri hat nichts gesehen. Nicht lamentieren, weiter, weiter. Aber die Zeit rennt gnadenlos runter und wir auf das Ellricher Tor zu. Die Kugel kommt zu Tim. Schieß doch Junge – TOOOR für uns. Geht noch etwas? Nein. Denn in dieser Sekunde pfeift der Schiri das Spiel ab. Ellrich gewinnt, weil wir es ihnen heute viel zu einfach gemacht haben!
Michael Liedke

Die SG Nordhausen spielte mit: Finn-Luca Heller, Luca Bendel, Jenson Jödicke, Nicolas Makus, Maximilian Grebing, Lucian Goutier (32. Tim Hartmann), Friedrich Schulze (31. Niels Liedke), Niels Liedke (19. William Thorhauer, 34. Martin Lutze).
Autor: nnz

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