Schatzhaus der Reformation in der Flohburg
Freitag, 17. August 2012, 13:11 Uhr
Nach seinem hochkarätigem Referat zur Medianbibel von 1451, die noch bis zum 2. September 2012 in der Flohburg zu sehen ist, gelang es dem Nordhäuser Kulturamt, den Leiter des Stiftsarchivs und der Stiftsbibliothek Zeitz, Frank-Joachim Stewing, für einen weiteren Lichtbilder-Vortrag zu gewinnen. Am 23. August um 19 Uhr spricht er im Nordhausen-Museum Flohburg in der Barfüßerstraße über eine äußerst vielseitige und großartige Persönlichkeit: den Humanisten Julius von Pflug. Der Eintritt ist frei.
Von 1547 bis zu seinem Tod 1564 amtierte dieser als letzter altgläubiger Naumburger Bischof. Der von den Zeitgenossen als herausragender Charakter geschätzte, in Leipzig und Italien ausgebildete Jurist und Theologe gehörte seit den dreißiger Jahren des 16. Jahrhunderts - als politischer Berater zahlreicher weltlicher und geistlicher Fürsten im Reich sowie des Kaisers, als wichtiger Teilnehmer von Reichstagen, Religionsgesprächen und Konzilen, als Verfasser bzw. Mitverfasser von zentralen politischen und kirchenpolitischen Dokumenten sowie als Kirchenfürst - zu den bedeutendsten Persönlichkeiten seiner Zeit. Mit einer auf Ausgleich zwischen der protestantischen und altgläubigen Seite und auf ein friedliches Nebeneinander der Konfessionen ausgerichteten Politik bzw. seiner Ideen, Entwürfe und Visionen war Julius von Pflug als papsttreuer Christ, Reichsfürst und kirchlicher Amtsträger seiner Zeit weit voraus. Ausdruck fand das, reich belegt durch die zeitgenössischen Dokumente, in seinem Auftreten sowohl auf der internationalen und nationalen politischen Bühne, als durch auch sein Handeln und Wirken als Naumburger Bischof.
Ausdruck dafür ist seine in über fünf Jahrzehnten gezielt zusammengetragene Bibliothek, deren Verbleib in Zeitz - ergänzt um seinen persönlichen Nachlass - Pflug 1564 testamentarisch verfügte. Bis heute hat sich der überaus reiche und in seiner Zusammensetzung einzigartige Schatz an Handschriften, Autographen und Büchern in Zeitz erhalten, dem Ort, an dem die Naumburger Bischöfe vom 13. Jahrhundert an residierten. Bibliothek und Nachlass von Julius von Pflug gehören europaweit zu den zentralen und herausragenden Zeugnissen für das Zeitalter der Reformation. Besondere Bedeutung gewinnen Bibliothek und Nachlass für die späten Jahre der Reformation. Das gilt insbesondere für die zentralen 1530er bis 1550er Jahre. Es sind jene Jahrzehnte, die den Bogen spannen von der Veröffentlichung der Confessio Augustana bis zur Proklamation des Augsburger Religionsfriedens 1555. Bibliothek und Nachlass erlauben einen einzigartigen Einblick in die bewegte, gerade für die mitteldeutschen Länder politisch und kirchlich entscheidende Epoche. Das sich stellenweise überschlagende politische Zeitgeschehen sowie die damit verbundenen Zäsuren erschließen sich aus dem Blickwinkel bzw. mit den Augen einer in die politischen und kirchenpolitischen Vorgänge, Entwicklungen und Ereignisse der Zeit unmittelbar und als Akteur eingebundenen Person. Deren Erwägungen, Absichten, Ziele und Pläne haben die beginnende Konfessionalisierung ganz erheblich beeinflusst und geprägt.
Der im thüringischen Rudolstadt geborene und in Jena ausgebildete Referent ist Mediävist. Den Schwerpunkt seiner Forschungstätigkeit bildet das Bibliotheks- und Buchwesen im mitteldeutschen Raum im Spätmittelalter und im Reformationszeitalter. Lehraufträge begleitet er in Leipzig und Chemnitz.
Autor: nnz/knVon 1547 bis zu seinem Tod 1564 amtierte dieser als letzter altgläubiger Naumburger Bischof. Der von den Zeitgenossen als herausragender Charakter geschätzte, in Leipzig und Italien ausgebildete Jurist und Theologe gehörte seit den dreißiger Jahren des 16. Jahrhunderts - als politischer Berater zahlreicher weltlicher und geistlicher Fürsten im Reich sowie des Kaisers, als wichtiger Teilnehmer von Reichstagen, Religionsgesprächen und Konzilen, als Verfasser bzw. Mitverfasser von zentralen politischen und kirchenpolitischen Dokumenten sowie als Kirchenfürst - zu den bedeutendsten Persönlichkeiten seiner Zeit. Mit einer auf Ausgleich zwischen der protestantischen und altgläubigen Seite und auf ein friedliches Nebeneinander der Konfessionen ausgerichteten Politik bzw. seiner Ideen, Entwürfe und Visionen war Julius von Pflug als papsttreuer Christ, Reichsfürst und kirchlicher Amtsträger seiner Zeit weit voraus. Ausdruck fand das, reich belegt durch die zeitgenössischen Dokumente, in seinem Auftreten sowohl auf der internationalen und nationalen politischen Bühne, als durch auch sein Handeln und Wirken als Naumburger Bischof.
Ausdruck dafür ist seine in über fünf Jahrzehnten gezielt zusammengetragene Bibliothek, deren Verbleib in Zeitz - ergänzt um seinen persönlichen Nachlass - Pflug 1564 testamentarisch verfügte. Bis heute hat sich der überaus reiche und in seiner Zusammensetzung einzigartige Schatz an Handschriften, Autographen und Büchern in Zeitz erhalten, dem Ort, an dem die Naumburger Bischöfe vom 13. Jahrhundert an residierten. Bibliothek und Nachlass von Julius von Pflug gehören europaweit zu den zentralen und herausragenden Zeugnissen für das Zeitalter der Reformation. Besondere Bedeutung gewinnen Bibliothek und Nachlass für die späten Jahre der Reformation. Das gilt insbesondere für die zentralen 1530er bis 1550er Jahre. Es sind jene Jahrzehnte, die den Bogen spannen von der Veröffentlichung der Confessio Augustana bis zur Proklamation des Augsburger Religionsfriedens 1555. Bibliothek und Nachlass erlauben einen einzigartigen Einblick in die bewegte, gerade für die mitteldeutschen Länder politisch und kirchlich entscheidende Epoche. Das sich stellenweise überschlagende politische Zeitgeschehen sowie die damit verbundenen Zäsuren erschließen sich aus dem Blickwinkel bzw. mit den Augen einer in die politischen und kirchenpolitischen Vorgänge, Entwicklungen und Ereignisse der Zeit unmittelbar und als Akteur eingebundenen Person. Deren Erwägungen, Absichten, Ziele und Pläne haben die beginnende Konfessionalisierung ganz erheblich beeinflusst und geprägt.
Der im thüringischen Rudolstadt geborene und in Jena ausgebildete Referent ist Mediävist. Den Schwerpunkt seiner Forschungstätigkeit bildet das Bibliotheks- und Buchwesen im mitteldeutschen Raum im Spätmittelalter und im Reformationszeitalter. Lehraufträge begleitet er in Leipzig und Chemnitz.
