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Wieder Leben in der Wiedigsburg

Freitag, 31. August 2012, 12:14 Uhr
Wie in ganz Thüringen weicht in der Wiedigsburg sowie im Schulgebäude Michael Neander in Ilfeld wieder die Ruhe dem gewohnten Schulalltag. Nachdem in der letzten Woche schulinterne, organisatorische und planerische Vorbereitungen stattgefunden haben, stürmen am Montag kurz vor acht Uhr 861 Schüler die beiden Häuser des Herder-Gymnasiums...


Für die neuen Fünftklässler, 100 in Nordhausen, 29 in Ilfeld, beginnt dieser bedeutende Tag des Übertritts in den gymnasialen Ausbildungszweig mit einer festlichen Begrüßung in der Aula sowie der Orientierung im jeweils neuen Schulhaus. Traditionell findet für sie zum Kennenlernen ein gemeinsamer Tag in der Rothleimmühle statt (4.9. für Nordhausen; 7.9. für Ilfeld), bei dem Spiele und Aktivitäten der Vorstellung des Einzelnen, aber auch der Teamfähigkeit und dem gemeinsamen Spaß dienen. Schließlich werden zukünftig Schüler und Schülerinnen aus insgesamt 19 verschiedenen Grundschulen aus dem Stadt- und Landkreis am Herder-Gymnasium unterrichtet, davon treffen in der Regel Schüler aus fünf unterschiedlichen in einer fünften Klasse zusammen.

Eine personelle Verstärkung des Kollegiums erfolgt im Sprachbereich, insbesondere der Absicherung der zweiten Fremdsprache. Die Muttersprachlerin Marie Catherine de Gooijer unterrichtet zukünftig Französisch und Uwe Lumm wird zahlreiche Klassen und Kurse in Latein schulen.

Die in diesem Schuljahr existierenden 35 Klassen und Stammkurse, sechs davon im Schulteil Michael Neander in Ilfeld, werden nun von 66 Kollegen in Voll- oder Teilzeit sowie als Abgeordnete unterrichtet. Unterstützung findet das Kollegium bei den Lehramtsanwärtern.

Begrüßt (Foto: H. Roeder) Begrüßt (Foto: H. Roeder)
Begrüßt wurden die drei neuen Lehramtsanwärter traditionell mit einer kleinen Zuckertüte: Matthias Widner, Marika Hampel und Stefan Kleinschmidt (v.l.)

Zu den sechs im Haus befindlichen Referendaren des zweiten Ausbildungsjahres wurden in der Vorbereitungswoche drei weitere begrüßt, die ihren zweijährigen Vorbereitungsdienst in der Wiedigsburg sowie im Schulteil Ilfeld absolvieren werden. Der aus Greifswald stammende Matthias Widner belegt die Fächer Deutsch und Geschichte, während seine Mitstreiter die Kombinationen Geographie/Biologie (Marika Hampel aus dem Thüringer Wald) sowie Geographie/Sport (Stefan Kleinschmidt aus Leinefelde) belegen.

Im Rahmen des bedarfsdeckenden Unterrichts agieren Lehramtsanwärter in Abhängigkeit vom Ausbildungsstand und damit in Absprache mit dem Studienseminar sowie der Schulleitung in einzelnen Klassen eigenverantwortlich.

Auch in diesem Schuljahr werden die Kollegen des Gymnasiums wieder Studenten, die im Rahmen ihres Studiums unterschiedliche Praktika nachweisen müssen, unterstützen. In den ersten vier Wochen wird dies für den Fachbereich Biologie der Fall sein.

Zuvor hieß es aber auch Abschied nehmen. So von Kollegen, die langjährig die Schulentwicklung vorangetrieben haben. Neben dem Kollegium sowie der Schulleitung nahmen ehemalige Lehrkräfte und Schüler dies zum Anlass, sich im Rahmen einer feierlichen Verabschiedung persönlich für das geleistete Engagement zu bedanken. Frau Doktor Angelika Richter scheidet nun nach 38 Dienstjahren aus dem Berufsleben aus. Besonderes Ansehen erwarb sie sich beim Aufbau der Gymnasiallandschaft im Landkreis Nordhausen.

Gleichzeitig hob Schulleiter Uwe Spieß Dr. Richters Leistung bezüglich der Entwicklung sowie der Leitbilderstellung des Herder-Gymnasiums selbst sowie der Lehrerausbildung hervor. Neben der Vermittlung sprachlicher Kompetenz, vor allem in Latein, erwarb sie sich ein hohes Ansehen und den Respekt von Schülern, Lehrern und Eltern für ihren konsequenten Einsatz für Werte sowie ihre persönliche Vorbildwirkung. Auch Gabi Walter, die seit 1975 als Fachlehrerin für Französisch und Englisch wirkte, verlässt verdient ihren Dienstort. Gerade in den letzten Jahren erwies sich ihr Einsatz für den Schüleraustausch mit der niederländischen Partnerschule Schijndel als unverzichtbare Stütze.

Gleichzeitig verlassen zwei Schüler die Wiedigsburg, die aufgrund ihrer herausragenden sportlichen Resultate auf ein entsprechendes Spezialgymnasium wechseln. Mit Patricia Jarsetz, die zukünftig am Sportgymnasium Jena ausgebildet wird, muss die Herder-Schule nun auf eine erfolgreiche Tischtennisspielerin, die sich lange Jahre als wichtige Stütze der Schulmannschaft erweisen konnte und erfolgreich an Regional- und Landesfinals teilnahm, verzichten.

Verabschiedet (Foto: H. Roeder) Verabschiedet (Foto: H. Roeder)
Verabschiedet: Schulleiter Uwe Spieß dankt Patricia Jarsetz und Clemens Meinert für ihr sportliches Engagement und wünscht ihnen Erfolg an den Sportgymnasien

Das Ball-Talent Clemens Meinert beginnt heute die siebente Klassenstufe am Sportgymnasium Halle. Neben seinem Engagement im Fußballverein SG Nordhausen-Salza war er sowohl beim Fußball, Hand-, Basket- und Volleyball als auch in der Leichtathletik siegreich für seine bisherige Schule. Auch den Crosslauf 2012 konnte Clemens Meiner für sich vergolden. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge dankte Schulleiter Spieß den sportlichen Gymnasiasten, wohl wissend, dass sie eine Lücke hinterlassen. Er wünschte ihnen Erfolg und unterstrich die Hoffnung, vielleicht eines Tages auf sportlichem Sektor wieder etwas zu hören. Schließlich habe das Herder-Gymnasium bereits mehrfach Schüler in ihrer speziellen Begabung und den Wechsel zum Sportgymnasium unterstützt. Erinnert sei z.B. an Bastian Abend, der aktuell Teilnehmer an der Junioren-Leichtathletik-WM ist.

Auch eine erstrebte naturwissenschaftlich-vertiefte Ausbildung führte zum Abgang zweier Talente. Susanne Lischka und Jonathan von Biela (beide bisher Klassenstufe 8) verlassen die Wiedigsburg, um am Spezialgymnasium Albert Schweizer in Erfurt zukunfts- bzw. berufsorientiert ihr Wissen erweitern zu können. Spieß bedauerte einerseits, dass die Tatsache, dass ein allgemeinbildendes Gymnasium Begabte nicht noch mehr fördern könne, verabschiedete sie aber auch mit Stolz.
Heike Roeder
Autor: nnz

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