nnz-online

„Nachrichtenzeit“ bei Herder

Montag, 17. September 2012, 16:59 Uhr
Wibke Bruhns ist vielen als Nachrichtensprecherin bekannt - als erste Frau moderierte sie 1971 die Heute-Nachrichten des ZDF. Dieses war vor 40 Jahren noch ein Aufsehen erregender Vorgang. In ihrem erfüllten journalistischen Berufsleben ist dieses allerdings nur eine wichtige Station. In einer Woche macht die Frau in Nordhausen Station...

Bruhns heute (Foto: Agentur) Bruhns heute (Foto: Agentur)

Orts- und Zeitwechsel. Hans-Georg Klamroth, ihr Vater und Unternehmer in Halberstadt, wurde dort 1898 geboren und in den dreißiger Jahren Major der Wehrmacht. Durch befreundete Offiziere wird er Mitwisser des Hitler-Attentats am 20. Juli 1944 und anschließend hingerichtet. Über die Hintergründe erfährt seine Tochter Wibke, eines von fünf Kindern der Familie Klamroth und 1938 in Halberstadt geboren, erst in den 60iger Jahren. Hierüber schreibt sie das bewegende Buch „Meines Vaters Land“.

Als engagierte Chronistin der deutschen Nachkriegsgeschichte und bedeutende deutsche Journalistin beobachtete Wibke Bruhns, sammelte Fakten und machte sie erlebbar. Die politische Berichterstattung war ihre Leidenschaft. Sie war stets ganz nah am Zeitgeschehen – und an Persönlichkeiten, die die Geschichte prägten. Ob die Studentenproteste 1968, der Aufstieg und Fall Willy Brandts, mit dem sie auch freundschaftlich verbunden war, oder die Treffen zwischen Reagan und Gorbatschow: Wibke Bruhns Erinnerungen werfen einen frischen Blick auf die Zeitgeschichte.

Ihr journalistisches Handwerk lernte Bruhns bei der Bildzeitung, arbeitete als Redakteurin beim ZDF. Als Auslandskorrespondentin für den „Stern“ war sie in Jerusalem und Washington tätig. In den 90iger Jahren moderierte sie die Nachrichten von VOX und wurde Kulturchefin beim ORB.

Wibke Bruhns gehört zu der Generation, die, geprägt von der Trümmerwelt der Nachkriegszeit, den Mief und die Enge der deutschen Verhältnisse hinter sich gelassen hat und eine neue Gegenwart mitgestalten konnte. Davon berichtet sie in „Nachrichtenzeit“, von der Erfolgsgeschichte der Nachgeborenen, von der Liberalisierung der Bundesrepublik, aber auch von den Machern der internationalen Politik. An ihren Erfahrungen und Beobachtungen möchte Bruhns das interessierte Publikum am kommenden Montag (24. September) teilhaben lassen.

Die Organisatoren von Herder liest laden dazu recht herzlich um 19.30 Uhr in die Aula des Herder-Gymnasiums ein. Der Eintritt kostet fünf Euro für Erwachsene, Schüler und Studenten zahlen zwei Euro.
Heike Roeder
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de