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Neue Ausstellung

Dienstag, 16. Oktober 2012, 09:45 Uhr
Über Ausstellungen und Schauen zu den unterschiedlichsten Themen braucht man sich in Nordhausen nicht zu beklagen. Jetzt wird eine neue Sonderausstellung in der Flohburg eröffnet...


Der Kunsthistoriker und Historiker Winfried Korf wird am Donnerstag (18. Oktober), um 18 Uhr, im Museum Flohburg mit einem Vortrag die Sonderausstellung „Das Reichsgut im Harz“ eröffnen.

Der Vortrag wird über die Geschichte des Reichsgutes am Harz eine Auswahl der vorhandenen Stätten vorstellen, die noch immer mit den Sinnen und mit Fahrzeugen „erfahrbar“ sind. Der Kunsthistoriker und Historiker Winfried Korf aus Hamburg, der über 40 Jahre in Quedlinburg gewohnt und von hier im und über das Harzgebiet gearbeitet hat, konnte diese Wanderausstellung samt der gleichnamigen Begleitpublikation 2006/07 für die Städtischen Museen Halberstadt als Korrespondenzstandort zur Magdeburger Ausstellung „Das Heilige Römische Reich deutscher Nation“ erarbeiten. Seitdem ist sie an mehreren Orten der Harzgegend gezeigt worden und wird nun auch in Nordhausen bis zum 25. November im Museum Flohburg - Das Nordhausen Museum in der Barfüßerstraße 6 zu sehen sein.

In der Frühzeit unserer deutschen Nationalgeschichte ist das Harzgebiet neben den Rheinlanden für drei Jahrhunderte – zwischen 919 und 1219 – einer ihrer Hauptschauplätze gewesen. Mit zeitweilig zwölf Königspfalzen, etwa 60 Reichshöfen, zwei Bistümern und zehn Reichsklöstern und –stiften, gesichert durch Burgensysteme, war es der am dichtesten geballte „Vermögensfonds“ der deutschen Herrscher.

Aus ihm bezahlten sie die Reorganisation und Festigung, dann die Expansion des erst späterhin so bezeichneten deutschen Reiches, die Feldzüge gegen die Slawen, Dänen und Magyaren, die Einmischungen in die Angelegenheiten der anderen Länder ringsum und die Züge nach Italien zum Maßregeln der Päpste und zu den Kaiserkrönungen in Rom. Aus ihm vergaben sie Lehen und Schenkungen an die Reichskirche, an die Gefolgs- und Dienstmannen. Es war ihre ökonomische, politische und militärische Machtgrundlage und mit ihr ist das Harzland einer der Mittelpunkte des alten Reiches gewesen. Gemindert durch eben dieses Fortgeben, durch widerrechtliches Aneignen seitens der Feudalgeschlechter und die Entfremdung des Reichskirchengutes war es um 1220/30 aufgezehrt.

Damit verloren die Könige und Kaiser ihre Machtstellung am Harz und dieser damit seine reichsgeschichtliche Bedeutung. Er rückte an den Rand des historischen Geschehens und zerfiel binnen weniger Jahrzehnte in eines der kleinstteilig zersplitterten Territorien Deutschlands.
Autor: nnz

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