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100 plus 10 Tage

Donnerstag, 18. Oktober 2012, 14:23 Uhr
Seit 110 Tagen ist Birgit Keller als Landrätin im Dienst. Anlass für eine Bilanz, den die LINKE-Politikerin mit einem Ausblick verbindet. Und da gibt es bei weitem nicht nur Licht, sondern auch Schatten - sprich ein Berg von Problemen...


„Ich fühle mich bestätigt aus den Grundaussagen des Wahlkampfes. Der Landkreis hat seit zehn Jahren über seine Verhältnisse gelebt, jetzt kommen sechs Jahre der Haushaltskonsolidierung.“ Dafür aber trägt sie als langjähriges Kreistagsmitglied eine Mitverantwortung, zu der sie auch stehe, sagte Keller am Mittag.

Nicht 100, sondern 1000 Aufgaben seien es hingegen im Landratsamt, die von momentan 16 Fachbereichen erledigt werden müssen. Diese Struktur muss verändert werden, es soll alles flacher werden, am Ende sollen es noch sieben Fachgebietes sein. Die Personalkosten sollen dabei auch entlastet werden, weil ein Teil der Fachbereichsleiter in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen werde und freiwerdende Stellen nicht neu besetzt werden müssen. Für Keller soll damit weniger Führungsebene, dafür mehr Arbeitsebene etabliert werden. Neu eingeführt werden soll ein so genanntes Hauptamt, das es vor Jahren schon einmal gab. Das neue Leitungskonzept soll bis zum Ende dieses Jahres stehen.

Der finanzielle Gürtel wird enger, trotzdem will Birgit Keller nicht über einen Haustarifvertrag nachdenken. Die Mitarbeiter sollen entsprechend ihrer Leitung bezahlt werden, denn sie hätten es verdient.

Man wolle im kommenden Jahr zwar keine Doppik einführen, sich aber der Kosten- und Leistungsrechnung nähern. Nichts desto trotz gebe es von Birgit Keller eine finanzielle Vorgabe: Es wird keine weitere Erhöhung der Kreisumlage geben. Das, mit Verlaub, haben viele andere schon mehrfach gesagt.

Die schwarze Null, die am Ende des Haushaltsjahres stehen sollte, sei gefährdet, da es jetzt zusätzliche 1,4 Millionen Euro Miese gebe, die durch Tilgungen entstanden sind, die eigentlich ausgesetzt werden sollten (siehe nnz-Bericht)zum Kreisausschuss am Montag dieser Woche).

Neu im neuen Jahr soll ein Bürgerservice sein, der im Foyer des neuen Landratsamtes eingerichtet werden soll. Hier sollen die Bürger direkter und schneller kompetente Auskünfte und Informationen erhalten. Start des neuen Services wird im Frühjahr sein. Ach ja - die Zusammenarbeit mit dem Kyffhäuserkreis soll verstärkt werden, hier wird derzeit mit dem Innenministerium ein Pilotprojekt vorbereitet. Mehr kann noch nicht verraten werden.

Wenn Birgit Keller mit dem Wissen dieser 100 Tage noch einmal vor der Frage der Kandidatur stehen würde, dann? „Dann würde ich mich wieder für diesen Job entscheiden. Wenn man den Willen hat, dann kann man in dieser jetzigen Funktion mehr und besser gestalten, als das zum Beispiel im Landtag der Fall war.“
Autor: nnz

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