Albert Traeger in der Flohburg
Montag, 16. Dezember 2013, 15:10 Uhr
Morgen Abend wird im Museum Flohburg ab 19.00 Uhr im Grünen Salon Albert Traeger von Schülerinnen und Schülern des Beruflichen Gymnasiums vorgestellt, die unter Leitung von Karin Kisker Leben und Werk des Juristen, Politikers, Parlamentariers und Poeten erforschen...
Im Einwohnerbuch von 1930 steht Albert Träger-Straße mit der Erläuterung: Justizrat, bekannter Politiker und Dichter, lebte zwei Jahrzehnte in Nordhausen. In dieser Stadt hapert es immer wieder einmal mit der Schreibweise des Nachnamens, richtig wird er Traeger geschrieben.
Zu seinem 80. Geburtstag 1910 wird die verlängerte Riemannstraße ihm zu Ehren Albert-Traeger-Straße getauft. Anlässlich seines 100. Geburtstages bringt der Magistrat der Stadt 1930 am Haus Kranichstraße 10, seinem Nordhäuser Wohnhaus, eine Gedenktafel an. Im Stadtarchiv wird unter anderem ein Gedichtautograph aufbewahrt.
In Augsburg geboren, zieht seine Familie nach Naumburg, der lernbegierige Junge besucht das Gymnasium in Halle und studiert in Leipzig Rechts- und Staatswissenschaften. Er wird in Naumburg Gerichtsassessor, dann Rechtsanwalt und Notar in Kölleda. Nach dem Tode seines Sohnes und seiner Frau zog er am 10. November 1875 mit den beiden Töchtern nach Nordhausen.
Hier begründete er den Liberalen Wahlverein und ist für 15 Jahre Mitglied der Stadtverordneten-Versammlung. Eng befreundet ist er mit dem Verleger Wilhelm Nebelung, der mehrfach in der Nordhäuser Zeitung über ihn publiziert. 1910 schreibt er : Noch heute wissen die Aeltesten unter uns zu preisen, wie im Anfang der 1860er Jahre Albert Traeger mit Eduard Baltzer zusammen auf dem historischen Rathsfeld bei Frankenhausen vor tausenden vonThüringer Männern den deutschen Nationalverein begründen half, unter den rauschenden Bäumen des Kyffhäusergebirges im Thüringer Volksthingh nach der Altvorderen Art.
Unter Traegers Führung gewinnen die Nordhäuser Linksliberalen seit 1881 unangefochten jede Wahl. Auch nach seiner Übersiedelung nach Berlin 1891 unterhielt er zu seinen Nordhäuser Freunden weiterhin Kontakt.
Traeger ist auch als Lyriker anerkannt. Seine Gedichte erleben bis 1911 achtzehn Auflagen. Erwähnenswert ist sein volkstümliches, tief empfundenes Wanderlied Wenn du noch eine Heimat hast.
Als Senior der Fortschrittspartei und Alterspräsident des Deutschen Reichstages ist er am 26. März 1912 im 82. Lebensjahr in Berlin gestorben.
Heidelore Kneffel
Autor: redIm Einwohnerbuch von 1930 steht Albert Träger-Straße mit der Erläuterung: Justizrat, bekannter Politiker und Dichter, lebte zwei Jahrzehnte in Nordhausen. In dieser Stadt hapert es immer wieder einmal mit der Schreibweise des Nachnamens, richtig wird er Traeger geschrieben.
Zu seinem 80. Geburtstag 1910 wird die verlängerte Riemannstraße ihm zu Ehren Albert-Traeger-Straße getauft. Anlässlich seines 100. Geburtstages bringt der Magistrat der Stadt 1930 am Haus Kranichstraße 10, seinem Nordhäuser Wohnhaus, eine Gedenktafel an. Im Stadtarchiv wird unter anderem ein Gedichtautograph aufbewahrt.
In Augsburg geboren, zieht seine Familie nach Naumburg, der lernbegierige Junge besucht das Gymnasium in Halle und studiert in Leipzig Rechts- und Staatswissenschaften. Er wird in Naumburg Gerichtsassessor, dann Rechtsanwalt und Notar in Kölleda. Nach dem Tode seines Sohnes und seiner Frau zog er am 10. November 1875 mit den beiden Töchtern nach Nordhausen.
Hier begründete er den Liberalen Wahlverein und ist für 15 Jahre Mitglied der Stadtverordneten-Versammlung. Eng befreundet ist er mit dem Verleger Wilhelm Nebelung, der mehrfach in der Nordhäuser Zeitung über ihn publiziert. 1910 schreibt er : Noch heute wissen die Aeltesten unter uns zu preisen, wie im Anfang der 1860er Jahre Albert Traeger mit Eduard Baltzer zusammen auf dem historischen Rathsfeld bei Frankenhausen vor tausenden vonThüringer Männern den deutschen Nationalverein begründen half, unter den rauschenden Bäumen des Kyffhäusergebirges im Thüringer Volksthingh nach der Altvorderen Art.
Unter Traegers Führung gewinnen die Nordhäuser Linksliberalen seit 1881 unangefochten jede Wahl. Auch nach seiner Übersiedelung nach Berlin 1891 unterhielt er zu seinen Nordhäuser Freunden weiterhin Kontakt.
Traeger ist auch als Lyriker anerkannt. Seine Gedichte erleben bis 1911 achtzehn Auflagen. Erwähnenswert ist sein volkstümliches, tief empfundenes Wanderlied Wenn du noch eine Heimat hast.
Als Senior der Fortschrittspartei und Alterspräsident des Deutschen Reichstages ist er am 26. März 1912 im 82. Lebensjahr in Berlin gestorben.
Heidelore Kneffel

