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Alles rennet, rettet, flüchtet

Dienstag, 22. April 2014, 12:38 Uhr
Verheerende Brandkatastrophen prägen die Geschichte Nordhausens und ihre Folgen sind bis heute sichtbar. Unsere Geschichte ist also auch eine Geschichte der Feuerwehr. Deren 450-jähriges Jubiläum ehrt das Museum Tabakspeicher nun mit einer Sonderausstellung...

Am Donnerstag, dem 24. April eröffnet Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh um 18 Uhr, im Museum Tabakspeicher, die neue Sonderausstellung „Alles rennet, rettet, flüchtet“ 450 Jahre Feuerwehr in Nordhausen.

Die neue Sonderausstellung im Tabakspeicher thematisiert auf 16 Bild- und Texttafeln Nordhäuser Stadtbrände und die Entwicklung des Brandschutzes. Organisierte Brandbekämpfung ist in der Feuerordnung von 1569 als frühe Form der Feuerwehr erstmals nachgewiesen. Nach der ersten gedruckten Feuerordnung von 1689 besaß die Stadt 4 große Handdruckspritzen mit Strahlrohr, die von jeweils 30 Mann bedient wurden.

Aus dem Mittelalter sind nur wenige große Brände überliefert. Die Neuzeit weiß von verheerenden Feuersbrünsten. 1612 und 1712 zerstörten Großfeuer die besten Stadtteile. Danach blieb Nordhausen bis zum Jahre 1945 von derartigen Katastrophen verschont.

Leopoldsche Einmannspritze um 1720 (Foto: Museum Tabakspeicher)
Das moderne Feuerlöschwesen begann mit der Gründung der freiwilligen Feuerwehr 1862 und der besoldeten Feuerwehr 1865/66. Doch erst mit der Revolutionierung der Wasserversorgung seit 1873, dem Aufbau eines dichten Hydranten-Netzes sowie dem Einsatz modernster Technik ist in der Gegenwart eine erfolgreiche Brandbekämpfung gewährleistet.

Der Historiker Dr. Peter Kuhlbrodt hat die Schau konzipiert und erarbeitet.

Wichtige Originaldokumente stellt das Nordhäuser Stadtarchiv zur Verfügung. Aus der Sammlung der Feuerwehr Nordhausen werden unter anderem Strahlrohre, Atemschutzgeräte und verschiedenste Brandauslöser gezeigt. Mit zahlreichen Exponaten ist die reichhaltige Privatsammlung von Werner Koppe vertreten. Angefangen mit einer originalen Saugspritze, einer Nachtwächter-Hellebarde und Laterne, Einreiß-Haken, bis zu historischen und modernen Feuerwehrhelmen, Schutzanzügen und einer Sammlung von Orden und Auszeichnungen.

Eine fahrbereite Handdruckspritze von 1913, als Leihgabe des Feuerwehrmuseums Ellrich, ist ein besonderer Anziehungspunkt. Die Feuerwehr Nordhausen bereichert die Ausstellung mit spannenden Vorführungen.

Die Ausstellung ist bis zum 24. August, Die-So 10 17 Uhr, im Museum Tabakspeicher, Bäckerstraße 20 in Nordhausen zu sehen
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