Das Buch der Bücher
Mittwoch, 04. März 2015, 14:27 Uhr
Es gibt kein einflussreicheres Buch in der westlichen Welt. Unter dem Titel: Meistübersetzt – Meistgedruckt – Meistverkauft - Das Buch der Bücher öffnet demnächst einen neue Sonderausstellung im Museum Tabakspeicher. Bis zum 3. Mai werden hier deutsche Bibeldrucke und Postillen von 1466 bis zur Neuzeit gezeigt...
Zu sehen sind zehn originale Seiten aus vorlutherischen Bibeldrucken, Bibelausgaben und Postillen der Reformationszeit von 1517 bis 1648, nachreformatorische Drucke bis 1800 und Nordhäuser Bibelausgaben und Gesangbücher. Zu den besonderen Ausstellungstücken gehören u.a. die Postillen von Johannes Spangenberg, die Erstausgaben der sogenannten Weimarer Ernestinischen Kurfürstenbibel von 1641 sowie die Sondershäuser Bibel von 1697 und 1716.
Kein anderes Buch hat seit über 2000 Jahren Sprache, Kultur, Literatur und bildende Kunst so sehr beeinflusst wie die Bibel. Gleichzeitig hat dieses Werk in seiner deutschen Übersetzung und den darauf aufbauenden sogenannten Postillen – den Erklärungen zur Bibel - wesentliche Einflüsse auf die Reformation und die Entwicklung der deutschen Sprache in Wort und Schrift gehabt.
Wurden bis Mitte des 15. Jahrhunderts noch alle Texte handschriftlich weitergegeben, so setzte mit der Erfindung des Buchdrucks eine Massenverbreitung der Heiligen Schrift ein. Weniger bekannt ist, dass es vor Martin Luther zwischen 1466 und 1522 bereits 18 deutsche Bibeldrucke gab.
Titelblatt zu Nordhäuser Predigttexten mit einem Holzschnitt von Lucas Cranach d. Ä., 1541 (Foto: Museum Tabakspeicher)
Jedoch erst seine Übersetzung - nach dem Grundsatz Dem Volke aufs Maul geschaut - wurde zu einem allgemein verständlichen und zukunftsweisenden Werk. An Luthers Übersetzungen war auch der in Nordhausen geborene Theologe Justus Jonas maßgeblich beteiligt. Das in deutsch gesprochene Wort erreichte in den Predigten, als Einzeldrucke und Predigtsammlungen große Menschenmassen. Diese Postillen würde man heute als Massenmedien bezeichnen. Auch hier hat neben Luther ein Theologe umfassend mitgewirkt, der lange Zeit in Nordhausen arbeitete, Johannes Spangenberg. Beide schufen die weitverbreitetsten Predigtbücher des Reformationszeitalters.
Die Ausstellung wird am Donnerstag, dem 12. März, durch Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh um 19 Uhr eröffnet.
Leihgeber für diese Ausstellung sind der Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein e.V., das Stadtarchiv Nordhausen und Privatpersonen. Vorträge und Ausstellungsführungen hält der Bibelkenner Jürgen Vopel.
Autor: redZu sehen sind zehn originale Seiten aus vorlutherischen Bibeldrucken, Bibelausgaben und Postillen der Reformationszeit von 1517 bis 1648, nachreformatorische Drucke bis 1800 und Nordhäuser Bibelausgaben und Gesangbücher. Zu den besonderen Ausstellungstücken gehören u.a. die Postillen von Johannes Spangenberg, die Erstausgaben der sogenannten Weimarer Ernestinischen Kurfürstenbibel von 1641 sowie die Sondershäuser Bibel von 1697 und 1716.
Kein anderes Buch hat seit über 2000 Jahren Sprache, Kultur, Literatur und bildende Kunst so sehr beeinflusst wie die Bibel. Gleichzeitig hat dieses Werk in seiner deutschen Übersetzung und den darauf aufbauenden sogenannten Postillen – den Erklärungen zur Bibel - wesentliche Einflüsse auf die Reformation und die Entwicklung der deutschen Sprache in Wort und Schrift gehabt.
Wurden bis Mitte des 15. Jahrhunderts noch alle Texte handschriftlich weitergegeben, so setzte mit der Erfindung des Buchdrucks eine Massenverbreitung der Heiligen Schrift ein. Weniger bekannt ist, dass es vor Martin Luther zwischen 1466 und 1522 bereits 18 deutsche Bibeldrucke gab.
Titelblatt zu Nordhäuser Predigttexten mit einem Holzschnitt von Lucas Cranach d. Ä., 1541 (Foto: Museum Tabakspeicher)
Jedoch erst seine Übersetzung - nach dem Grundsatz Dem Volke aufs Maul geschaut - wurde zu einem allgemein verständlichen und zukunftsweisenden Werk. An Luthers Übersetzungen war auch der in Nordhausen geborene Theologe Justus Jonas maßgeblich beteiligt. Das in deutsch gesprochene Wort erreichte in den Predigten, als Einzeldrucke und Predigtsammlungen große Menschenmassen. Diese Postillen würde man heute als Massenmedien bezeichnen. Auch hier hat neben Luther ein Theologe umfassend mitgewirkt, der lange Zeit in Nordhausen arbeitete, Johannes Spangenberg. Beide schufen die weitverbreitetsten Predigtbücher des Reformationszeitalters.
Die Ausstellung wird am Donnerstag, dem 12. März, durch Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh um 19 Uhr eröffnet.
Leihgeber für diese Ausstellung sind der Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein e.V., das Stadtarchiv Nordhausen und Privatpersonen. Vorträge und Ausstellungsführungen hält der Bibelkenner Jürgen Vopel.
