Wie gefährlich Sehnsucht sein kann
Sonntag, 21. Juni 2015, 12:11 Uhr
Das wird das Thema der 18. Limlingeröder Diskurse sein. In der Tradition der Dichterstätte wird sich dieses mal der 50jähriger Poet Thomas Kunst vorstellen. Ebenfalls zur Tradition gehört das im Rahmen der Diskurse auch eine Ausstellung eröffnet wird, dieses Mal die HausART der Buchkünstlerin Frauke Otto...
Der Reigen der Dichterinnen und Dichter, die in Limlingerode seit Bestehen des Fördervereins Dichterstätte Sarah Kirsch lasen, ist beeindruckend und Lyrikfreunde wissen, das die Poeten zu den besten gehören, die die Literaturszene in Deutschland zu bieten hat. Mehrere von ihnen waren mit der Kirsch bekannt oder befreundet, aber auch jüngere Poeten stellten und stellen sich gern im Geburtshaus der Dichterin vor.
In diesem Jahr ist es der in Leipzig lebende Thomas Kunst, der am 9. Juni 50 Jahre geworden ist. Aus diesem Anlass kam eine Sammlung seiner besten Gedichte heraus mit dem Titel Kunst. Sehr sinnreich diese Doppelung! Seit 1991 erscheinen seine Gedichte in unterschiedlichen Verlagen. Auch mit Prosa tritt Thomas Kunst an die Öffentlichkeit. Seine Zuneigung gilt gleichermaßen der Musik, deshalb wird er mit seinem Pianistenfreund Ralf-Ingo Pampel in die Lange Reihe 11 kommen, der das braune Klavier spielen wird. Kunst ließ uns wissen: ich werde meine bratsche einpacken: so daß wir auch ein bis zwei stücke zusammenspielen können.
Der Dichter Lutz Seiler, der 2014 für sein Buch Kruso mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde und 2002 bei der Eröffnung des rekonstruierten Geburtshauses in Limlingerode dabei war, schreibt über ihn: Kunsts Gedichte gehören nicht nur für Fans, sondern auch ganz objektiv zu den Schönsten, Eigenartigsten, Kostbarsten in der Deutschen Lyrik unserer Zeit. Nun also besteht am 27. Juni ab 10.00 Uhr die Möglichkeit, ihn life zu erleben. Wie bei den Diskursen üblich, wird der Dichtende von einer ihm bekannten Person vorgestellt. Der Autor Wilhelm Bartsch aus Halle, der mit Sarah Kirsch befreundet war und bereits zweimal in Limlingerode las, lässt es sich nicht nehmen, diesen Part zu übernehmen. Da darf man gespannt sein, denn er ist wie Kunst ein kritischer Geist!
Zu den Diskursen wird auch immer eine Kunstausstellung eröffnet. Dieses Mal ist es die HausART der Buchkünstlerin Frauke Otto, die aus Nordhausen stammt und an der Kunsthochschule Giebichenstein in Halle Buchgestaltung lehrt. In ihren buchkünstlerischen Werken stellt sie ihre einfallsreiche Sicht auf die Werke Dichtender vor, z. B. über Bertolt Brecht, Inger Christensen, Peter Huchel, Johannes Bobrowski, Hans Magnus Enzensberger, Wilhelm Bartsch und anderen. Also sehr passend im Haus für Lyrik! Ab 14.30 Uhr folgt in dieser Kirschenzeit die Wanderung auf dem Dichterweg Grüner Junipfad vom Geburtshaus Sarah Kirschs hin unter die hohe alte Fichte am ersten See frei nach den Versen Sarah Kirschs: Wer den Junipfad geht, der bleibt grün. Ewig!
Die erste Veranstaltung dieser besonderen Lyrikpräsentation fand im Beisein Sarah Kirschs 1998 statt. Dabei wurde auch der Grüne Junipfad aus der Taufe gehoben, der vom westlichen Dorfausgang in den Wald bis zum ehemaligen Kolonnenweg der Grenze zwischen der BRD und der DDR führt, heute als Grünes Band bekannt. War die Kirsch nicht anwesend, so lasen wir in ihrer verwobenen Hand-Schrift z.B.: Schöne grüne Junigrüße und wiederum alles Gute, gedrückte Daumen. Laßt es Euch wohlergehen und fallt nicht in den Brunnen. Das Programm ist so gut, wie es das sonst nirgendwo giebt, könnt es mir glauben...
Der 28. Juni, also der zweite Diskursetag, widmet sich Dichter dem Dante Alighieri anlässlich dessen 750. Geburtstages, denn zwischen dem 21. Mai und dem 21. Juni 1265, im Sternzeichen der Zwillinge, wurde er in Florenz geboren. Er war Dichterphilosoph, schrieb mitreißende Gedichte, gelehrte Abhandlungen und ein Werk, das zu den berühmtesten der europäischen Literaturgeschichte gehört, Die Göttliche Komödie. Der Icherzähler berichtet, wie er in einer großen, sein Leben bedrohenden Krise zu einer Reise durch Hölle, Fegefeuer und Paradies geführt wurde. Regie und Ausführung des Vormittags ab 10.00 Uhr liegt in den Händen von Karin Kisker aus Nordhausen.
Heidelore Kneffel
Autor: redDer Reigen der Dichterinnen und Dichter, die in Limlingerode seit Bestehen des Fördervereins Dichterstätte Sarah Kirsch lasen, ist beeindruckend und Lyrikfreunde wissen, das die Poeten zu den besten gehören, die die Literaturszene in Deutschland zu bieten hat. Mehrere von ihnen waren mit der Kirsch bekannt oder befreundet, aber auch jüngere Poeten stellten und stellen sich gern im Geburtshaus der Dichterin vor.
In diesem Jahr ist es der in Leipzig lebende Thomas Kunst, der am 9. Juni 50 Jahre geworden ist. Aus diesem Anlass kam eine Sammlung seiner besten Gedichte heraus mit dem Titel Kunst. Sehr sinnreich diese Doppelung! Seit 1991 erscheinen seine Gedichte in unterschiedlichen Verlagen. Auch mit Prosa tritt Thomas Kunst an die Öffentlichkeit. Seine Zuneigung gilt gleichermaßen der Musik, deshalb wird er mit seinem Pianistenfreund Ralf-Ingo Pampel in die Lange Reihe 11 kommen, der das braune Klavier spielen wird. Kunst ließ uns wissen: ich werde meine bratsche einpacken: so daß wir auch ein bis zwei stücke zusammenspielen können.
Der Dichter Lutz Seiler, der 2014 für sein Buch Kruso mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde und 2002 bei der Eröffnung des rekonstruierten Geburtshauses in Limlingerode dabei war, schreibt über ihn: Kunsts Gedichte gehören nicht nur für Fans, sondern auch ganz objektiv zu den Schönsten, Eigenartigsten, Kostbarsten in der Deutschen Lyrik unserer Zeit. Nun also besteht am 27. Juni ab 10.00 Uhr die Möglichkeit, ihn life zu erleben. Wie bei den Diskursen üblich, wird der Dichtende von einer ihm bekannten Person vorgestellt. Der Autor Wilhelm Bartsch aus Halle, der mit Sarah Kirsch befreundet war und bereits zweimal in Limlingerode las, lässt es sich nicht nehmen, diesen Part zu übernehmen. Da darf man gespannt sein, denn er ist wie Kunst ein kritischer Geist!
Zu den Diskursen wird auch immer eine Kunstausstellung eröffnet. Dieses Mal ist es die HausART der Buchkünstlerin Frauke Otto, die aus Nordhausen stammt und an der Kunsthochschule Giebichenstein in Halle Buchgestaltung lehrt. In ihren buchkünstlerischen Werken stellt sie ihre einfallsreiche Sicht auf die Werke Dichtender vor, z. B. über Bertolt Brecht, Inger Christensen, Peter Huchel, Johannes Bobrowski, Hans Magnus Enzensberger, Wilhelm Bartsch und anderen. Also sehr passend im Haus für Lyrik! Ab 14.30 Uhr folgt in dieser Kirschenzeit die Wanderung auf dem Dichterweg Grüner Junipfad vom Geburtshaus Sarah Kirschs hin unter die hohe alte Fichte am ersten See frei nach den Versen Sarah Kirschs: Wer den Junipfad geht, der bleibt grün. Ewig!
Die erste Veranstaltung dieser besonderen Lyrikpräsentation fand im Beisein Sarah Kirschs 1998 statt. Dabei wurde auch der Grüne Junipfad aus der Taufe gehoben, der vom westlichen Dorfausgang in den Wald bis zum ehemaligen Kolonnenweg der Grenze zwischen der BRD und der DDR führt, heute als Grünes Band bekannt. War die Kirsch nicht anwesend, so lasen wir in ihrer verwobenen Hand-Schrift z.B.: Schöne grüne Junigrüße und wiederum alles Gute, gedrückte Daumen. Laßt es Euch wohlergehen und fallt nicht in den Brunnen. Das Programm ist so gut, wie es das sonst nirgendwo giebt, könnt es mir glauben...
Der 28. Juni, also der zweite Diskursetag, widmet sich Dichter dem Dante Alighieri anlässlich dessen 750. Geburtstages, denn zwischen dem 21. Mai und dem 21. Juni 1265, im Sternzeichen der Zwillinge, wurde er in Florenz geboren. Er war Dichterphilosoph, schrieb mitreißende Gedichte, gelehrte Abhandlungen und ein Werk, das zu den berühmtesten der europäischen Literaturgeschichte gehört, Die Göttliche Komödie. Der Icherzähler berichtet, wie er in einer großen, sein Leben bedrohenden Krise zu einer Reise durch Hölle, Fegefeuer und Paradies geführt wurde. Regie und Ausführung des Vormittags ab 10.00 Uhr liegt in den Händen von Karin Kisker aus Nordhausen.
Heidelore Kneffel

