Wird hier die schleichende Fusion vorbereitet?
Kreistag der Zusammenarbeit
Montag, 21. September 2015, 08:52 Uhr
Morgen treffen sich in Nordhausen die Mitglieder des Kreistages. Neben vielen Grundstücksgeschäften im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise, sollen die Politiker auch die weitere Zusammenarbeit mit dem Kyffhäuserkreis vorbereiten...
Was kommt raus, wenn man einen klammen Landkreis Nordhausen mit einem noch klammeren Kyffhäuserkreis fusioniert? Alle Verantwortlichen kennen die Antwort, kaum jemand spricht sie aus. Ein starker Großkreis wird das bestimmt nicht.
Da helfen auch die jetzt auf der Tagesordnung stehenden Beschlüsse nicht. So soll es zum Beispiel eine Zusammenarbeit beider Musikschulen geben. Konkret soll der Direktor der Nordhäuser Einrichtung, Holger Niebhagen, die Hälfte seiner Arbeitszeit in Sondershausen verbringen und die dortige Musikschule leiten. Das würde jährliche Einsparungen in Höhe von 45.000 Euro für den Landkreis Nordhausen bringen.
In Sondershausen, wo die Musikschule natürlich Konservatorium heißt, ist man alles andere als erbaut über diesen Vorschlag, der unter den sozialdemokratischen Landräten "ausgeheckt" wurde.
Doch das ist nicht die einzige Facette des planmäßigen Zusammenrückens der beiden verschuldeten Landkreise in Nordthüringen. Zusammengelegt werden auch die Rechnungsprüfungsämter und der Bauordnungsämter. So soll die Leiterin des Rechnungsprüfungsamtes in Nordhausen künftig ebenfalls die Hälfte ihrer Arbeitszeit in Sondershausen erledigen, dafür wird der Bauordnungsamtsleiter des Kyffhäuserkreises auch die Leitung des Amtes in Nordhausen übernehmen.
Weitere, ähnlich gelagerte Fusionen soll es laut den Veberas-Wirtschaftsprüfern im Bereich der Gesundheitsverwaltung, der Natur- und Umweltschutzverwaltung und des Veterinärwesens sowie der Lebensmittelüberwachung geben. Letztere soll allerdings erst in einem Jahr wirksam werden.
Nun, man könnte diesen mutigen Schritten der Konsolidierung durchaus Beifall zollen, doch es bleibt eine Frage im Raum: Da werden seit Jahren Konsolidierungskonzepte geschrieben, diskutiert und beschlossen. Hätte man als Verwaltung und Kreistag auf diese Art der Zusammenarbeit -so die denn funktioniert - nicht schon vor zehn Jahren kommen können? Oder hätte man die jeweiligen Leiter der betroffenen Ämter nicht in Teilzeit arbeiten lassen können. Viel zu tun scheint man in diesen Teilen der Verwaltung nicht zu haben...
Peter-Stefan Greiner
Autor: redWas kommt raus, wenn man einen klammen Landkreis Nordhausen mit einem noch klammeren Kyffhäuserkreis fusioniert? Alle Verantwortlichen kennen die Antwort, kaum jemand spricht sie aus. Ein starker Großkreis wird das bestimmt nicht.
Da helfen auch die jetzt auf der Tagesordnung stehenden Beschlüsse nicht. So soll es zum Beispiel eine Zusammenarbeit beider Musikschulen geben. Konkret soll der Direktor der Nordhäuser Einrichtung, Holger Niebhagen, die Hälfte seiner Arbeitszeit in Sondershausen verbringen und die dortige Musikschule leiten. Das würde jährliche Einsparungen in Höhe von 45.000 Euro für den Landkreis Nordhausen bringen.
In Sondershausen, wo die Musikschule natürlich Konservatorium heißt, ist man alles andere als erbaut über diesen Vorschlag, der unter den sozialdemokratischen Landräten "ausgeheckt" wurde.
Doch das ist nicht die einzige Facette des planmäßigen Zusammenrückens der beiden verschuldeten Landkreise in Nordthüringen. Zusammengelegt werden auch die Rechnungsprüfungsämter und der Bauordnungsämter. So soll die Leiterin des Rechnungsprüfungsamtes in Nordhausen künftig ebenfalls die Hälfte ihrer Arbeitszeit in Sondershausen erledigen, dafür wird der Bauordnungsamtsleiter des Kyffhäuserkreises auch die Leitung des Amtes in Nordhausen übernehmen.
Weitere, ähnlich gelagerte Fusionen soll es laut den Veberas-Wirtschaftsprüfern im Bereich der Gesundheitsverwaltung, der Natur- und Umweltschutzverwaltung und des Veterinärwesens sowie der Lebensmittelüberwachung geben. Letztere soll allerdings erst in einem Jahr wirksam werden.
Nun, man könnte diesen mutigen Schritten der Konsolidierung durchaus Beifall zollen, doch es bleibt eine Frage im Raum: Da werden seit Jahren Konsolidierungskonzepte geschrieben, diskutiert und beschlossen. Hätte man als Verwaltung und Kreistag auf diese Art der Zusammenarbeit -so die denn funktioniert - nicht schon vor zehn Jahren kommen können? Oder hätte man die jeweiligen Leiter der betroffenen Ämter nicht in Teilzeit arbeiten lassen können. Viel zu tun scheint man in diesen Teilen der Verwaltung nicht zu haben...
Peter-Stefan Greiner
