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Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser

Jetzt müssen Ziegen und Schafe ran

Mittwoch, 30. September 2015, 13:43 Uhr
Seit 2012 betreut der Landschaftspflegeverband (LPV) Südharz/Kyffhäuser das Gebietsmanagement im FFH-Gebiet 4 „Kammerforst-Himmelsberg-Mühlberg“. In dem EU-finanzierten ENL-Projekt „Umsetzung des Managementplanes im FFH-Gebiet 4“ wurden seit dem verschiedene Landschaftspflegemaßnahmen in Form von Entbuschungen und Nachpflegearbeiten umgesetzt, sowie für die entbuschten Flächen eine Beweidung organisiert...

Großer Händelwurz (Foto: LPV) Großer Händelwurz (Foto: LPV)
Dieses Projekt erreichte in Thüringen eine besonders große Aufmerksamkeit, da diese Umsetzung eines Managementplanes die erste in Thüringen war. Über aktuelle Pflegeabschnitte wurde in dieser Zeitung regelmäßig berichtet.

Nach mittlerweile drei Jahren Laufzeit dieses Projektes wird es nun vorerst abgeschlossen. Die Flächen, welche in den Jahren 2012 und 2013 erstgepflegt wurden, wurden in diesem Sommer einer letzten Nachpflege durch Mahd mit Beräumung zugeführt, um diese in einem einwandfreien Zustand an die beiden Schäfereien in der Region zur Beweidung übergeben zu können.

Geschäftsführerin Astrid Koschorreck und Projektleiterin Sarah Backhaus verweisen mit Stolz auf die gepflegten und artenreichen Magerstandorte.

Der Erfolg dieses Projektes orientiert sich vor allem an den Flächen des Lebensraumtypes (LRT) 6210* Naturnahe Kalk-Trockenrasen mit bemerkenswerten Orchideenbeständen. Diese LRT 6210er-Flächen sind eine naturschutzfachliche Besonderheit und nehmen tendenziell durch Nutzungsaufgabe und damit verbundener zunehmender Verbuschung immer mehr ab.

Deren Erhalt ist jedoch aufgrund des hohen Artenreichtums von besonderer Wichtigkeit, kommen doch allein auf einer Trockenrasen-Fläche am Mühlberg, welche 2012 erstentbuscht wurde, eine facettenreiche standorttypische Flora und Fauna vor.

Bienen-Ragwurz (Foto: LPV) Bienen-Ragwurz (Foto: LPV) In diesem Frühjahr zeigte sich dem kundigen Betrachter hier die Große Händelwurz (Gymnadenia conopsea), die Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera) und das Große Zweiblatt (Listera ovata) in hoher Individuenzahl.

"Um zukünftig ein Zuwachsen dieser Flächen zu verhindern, ist eine Beweidung durch Schafe und Ziegen unbedingt notwendig. Der LPV hat über die Zeit der Maßnahmen eine gute Kooperation mit den Schäfereibetrieben Fromm aus Woffleben und Nicolai aus Mauderode aufgebaut, die sich der Beweidung dieser bedeutsamen LRT-Flächen angenommen haben und damit einen großen Teil zum Naturschutz beitragen", erläutert LOV-Vorsitzender Egon Primas.

Auch wenn in der kommenden Zeit andere Schwerpunkte in den Fokus der Arbeiten rücken, wird der LPV Südharz/Kyffhäuser trotzdem weiterhin als kompetenter Ansprechpartner bei Fragen zu Natura 2000 und die Umsetzung von Managementplänen in diesem Gebiet zur Verfügung stehen.
Autor: red

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