nnz-online
ÜBER 50 EHEMALIGE KOMMEN ZUM KLASSENTREFFEN

Ein Wiedersehen „Am Hagen“

Dienstag, 15. März 2016, 17:49 Uhr
Es ist kein Aprilscherz: Am 1. April, einem Freitag, finden sich wieder Frauen und Männer zwischen 69 und weit über 80 in der Gaststätte „Am Hagen“ ein. Für die nnz blickt Kurt Frank voraus...

Das war es damals (Foto: privat) Das war es damals (Foto: privat)
Auf dem Schulhof in Günzerode entstand einst dieses Bild. Zwischen sieben und elf Jahren waren die Mädchen und Jungen damals, zwischen 69 und 76 sind sie es heute. Leider leben einige auf dem Foto nicht mehr. Ehemalige Schülerinnen und Schüler werden sich am 1. April zum Klassentreffen einfinden.

Günzerode. Es ist weder eine Geburtstagsparty noch eine Goldhochzeit, die den Saal des Wirtshauses bis auf den letzten Platz füllen wird. Es sind ehemalige Schülerinnen und Schüler, die einst die Dorfschule des kleinen Helme-Ortes besuchten. Schon beim letzten Treffen im Frühjahr 2014 hieß es zum Abschied: Wir treffen uns wieder Freitag nach Ostern 2016.

Eine Tradition ist festgeschrieben: Alle zwei Jahre erfolgt seit Jahr und Tag das Klassentreffen. Erika Hoyer, die Organisatorin, freut sich erneut über die große Resonanz. Sie erwartet über 50 Ehemalige. Aus nah und fern. Herbert Kuntze lebt heute in Nordhorn nahe des niederländischen Grenze. Die Fahrt in sein Heimatdorf nimmt der 75-Jährige gern in Kauf, freut er sich doch auf Begegnungen mit denen, die mit ihm einst die Schulbank drückten.

Roman Patrofsky reist aus Leipzig an. Grete Gelbke aus Groß-Zimmern in Hessen. Mit Schwester Gertrud hat sie sich bei Wirtin Steffi Spieß, die auch eine Pension betreibt, ein Zimmer reservieren lassen. Marlies Gleim aus Hannover freut sich auf eine Begegnung mit Bruder Friedel Föllmer aus Arnstadt und Schwester Rosalinde aus Nordhausen. Kommen wird als ehemaliger Schüler auch Hans Jürgen Grönke, der Vorsitzende des Nordhäuser Geschichts-und Altertumsvereins.

Ohne eine kulturelle Umrahmung geht es auch diesmal nicht ab. Dafür sorgt sich in bewährter Weise Erika Hoyer. Schon als Schulmädchen spielte sie gern auf der Klampfe. Ein Frauen-Duett wird Heimat-und Volkslieder singen. Das Lied „Wo am Hamsterberg die Helme fließt“ aus der Feder des Heimatdichters Fritz Becker darf erwartet werden. Wilhelm Roth aus Heiligenstadt will Erlebnisse auf dem Hamsterberg, die er in jungen Jahren während einer Wanderung hatte, vortragen, Steffi Spieß für eine gute Bewirtung sorgen.

Es ist ihre Heimatverbundenheit - zu einem kleinen Dorf, wo jeder jeden kannte; zu einer Schule, wie man sie heute nicht mehr findet. Viele Jahre zogen ins Land, aber die Erinnerungen an gemeinsame Jahre des Lernens werden aufleben, als ob alles erst gestern war. Das lässt auch in die Jahre gekommene ehemalige Schülerinnen und Schüler weite Wege auf sich nehmen. Vielleicht schwingt da auch die Sorge mit, es könnte die letzte Begegnung sein.

Auch am 1. April wird es wohl zum Abschied wieder heißen: Freitag nach Ostern 2018 treffen wir uns wieder. Leider geht auch in Günzerode nicht nur die Einwohnerzahl zurück, vielmehr auch die Anzahl derer, die hier einmal nicht nur das Abc lernten.

1969 schloss die Dorfschule ihre Pforten. Hildegard Feist war die letzte Lehrerin der damals nur noch Zubringerschule für die Klassen 1 bis 3.
Kurt Frank
Autor: red

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de