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Positive Bilanz für erste Landesgartenschau - "Staffelstab" an Nordhausen übergeben

Sonntag, 08. Oktober 2000, 11:05 Uhr
Pößneck/Nordhausen (nnz). Die Institution "Landesgartenschau im Freistaat" hat ihre Premiere bestanden. Die erste Thüringer Landesgartenschau kann kurz vor ihrem Abschluss an diesem Sonntag trotz weniger Besuchern als erwartet eine positive Bilanz ziehen. "In Pößneck wurde eine feste Brücke in die Zukunft gebaut", sagten die beiden Geschäftsführer der Landesgartenschau Pößneck 2000 GmbH, Erhard Skupch und Detleff Wierzbitzki, am Samstag. Sie rechnen damit, dass sich die Gästezahl in den nächsten Stunden auf insgesamt 510 000 summiert. Die öffentliche Hand hatte in Vorbereitung der Schau rund 120 Millionen Mark in Pößneck (Saale-Orla-Kreis) investiert. Nach Ansicht der Veranstalter, die vom "Wunder von Pößneck" sprachen, hat sich dadurch das Image der Stadt verbessert.
Das oft ungünstige Wetter mit teils verheerenden Gewittern oder brütender Hitze hatte die Erwartungen auf 600 000 Besucher in 177 Tagen enttäuscht. Unter dem Motto "Alte Mauern, neuer Charme" hatten rund 900 Veranstaltungen die Thüringer und Touristen neben dem gärtnerischen Angebot angelockt. Beim 1. Thüringer Blasmusikfestival wurde mit 19 900 Besuchern ein Tagesrekord erreicht. Ein Tag später kamen bei Regenwetter ganze 278 Besucher, das war Negativrekord.
Auf dem 20 Hektar großen Gelände der Exposition bestachen den Angaben zufolge die 25 Themengärten durch ihre Qualität und Vielfalt. Die Gartenfachpresse habe die Beiträge der Friedhofsgärtner in Pößneck als das Beste aller deutschen Gartenschauen in diesem Jahr gelobt, hieß es. Bei den 14 Hallenschauen wurde das große Gestaltungsspektrum mit Blumen und Pflanzen vorgestellt und zugleich Zeugnis von der Leistungsfähigkeit vor allem der Thüringer Gartenbaubetriebe abgelegt. Etwa 9,4 Millionen Mark kostete die Gartenschau, die Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU) und der Präsident des Zentralverbandes Gartenbau, Karl Zwermann, Mitte April eröffnet hatten.
Große Anerkennung haben die städtebaulichen Veränderungen in den vier Gartenschaubereichen gefunden, schätzten die Geschäftsführer ein. So erhielt der Bereich Viehmarkt ein völlig neues Gesicht und soll weiterentwickelt werden. Im ländlich geprägten Bereich Jüdewein wurden viele Höfe privat saniert, und im Lutschgenpark konnten die Besucher im alten Lederwerk die Ausstellungen des Freistaates besichtigen. Dort soll künftig ein Existenzgründerzentrum entstehen. Dagegen prägte Beschaulichkeit den als Biotop geschützten Bereich Weddigen.
Heute wurde mit Beendigung der ersten Landesgartenschau der "Staffelstab" an Nordhausen übergeben. In vier Jahren soll in der Rolandstadt die zweite Landesgartenschau in Thüringen eröffnet werden. Sie wird sich auf eine innerstädtsiche Konzeption ausrichten.
Autor: nnz

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