Bei Feuerwehren in Bielen und Krimderode
Klare Positionen aber keine verhärtete Fronten
Freitag, 12. August 2016, 17:02 Uhr
Der Frage nach der Integration der Freiwilligen Feuerwehren Bielen und Krimderode in das geplante neue Feuerwehrgebäude in Nordhausen wurde in den letzten Tagen nachgegangen. Bei den Gesprächen mit den Kameraden gab es klare Positionen- aber keine verhärtete Fronten...
Nordhausens Bürgermeisterin Jutta Krauth, Inge Klaan, die Geschäftsführerin der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft (SWG) als Bauherrin und Thomas Schinköth von der Berufsfeuerwehr trafen sich in der zurückliegenden Woche mit den Kameraden der Bielener Feuerwehr und mit Ortsbürgermeisterin Uta Heydecke sowie mit den mit den Kameraden der Krimderöder Wehr.
Jutta Krauth und Inge Klaan brachten die Abende so auf den Punkt: Wir danken für das offene Gespräch. Wir gehen heute auseinander und lassen die Treffen nachwirken. Wir wollen niemanden in die neue Wachen zwingen, das wäre der falsche Ansatz.
Zu Beginn der Treffen hatte Frau Klaan gesagt: Nach vielen Worten wird es jetzt nach zehn Jahren konkret: Wir bauen eine neue Nordhäuser Feuerwache und möchten auch einige Freiwillige Feuerwehren darin integrieren. Wir wollen niemand zwingen. Wir wollen dafür werben – und brauchen die Fachmeinung der freiwilligen Feuerwehren, weil wir jetzt die Raumbedarfe klären müssen. Deshalb sind wir zu Ihnen gekommen.
Frau Krauth sagte: Ich mache keine Unterschiede zwischen der Berufs- und den Freiwilligen Feuerwehren. Es gibt die EINE Nordhäuser Feuerwehr, gebildet aus den Freiwilligen- und der Berufsfeuerwehr. Beide haben ihre wichtige Rolle und Funktion im Einsatzfall. Ich würde mir wünschen, dass dies auch sichtbar wird bei der Entscheidung für einen Standort.
Gespräch in Bielen (Foto: P. Grabe, Pressestelle Rathaus)
Die Bielener Kameraden sagten bei dem Treffen, man befürchte bei einem Umzug den Verlust der Identität: Werden wir noch als Bielener Feuerwehr wahrgenommen, wenn wir umziehen? Ich gehe mit meinen Kindern oft sonntags ins Gerätehaus und lasse sie sich mit der Technik beschäftigen. Geht das, wenn ich immer nach Nordhausen fahren muss? Die zweite Frage: Verliert nicht auch Bielen einen Identifikationspunkt, wenn die Feuerwehr nicht mehr im Ort ist? Zur Präsenz im Ort gehören auch die regelmäßigen Übungen im Ort. Das zeigt Präsenz.
Sowohl Frau Klaan als auch Frau Krauth sagten zu, weiter im Gespräch mit der Freiwilligen Feuerwehr zu bleiben, um einen Kompromiss zu finden. Darüber hinaus wird Frau Krauth innerhalb der nächsten zwei Wochen gemeinsam mit der Ortsbürgermeisterin einen Vor-Ort-Termin in Bielen vereinbaren.
Gespräch in Krimderode (Foto: P. Grabe, Pressestelle Rathaus)
Beim Treffen mit der Krimderöder Wehr gab es ähnliche Bedenken: Die Feuerwehr und die TSG seien Dreh- und Angelpunkt der Identität und des Lebens in Krimderode. Eichenfest, Karneval, Sportfeste - all dies sei nur möglich, weil die Kameradinnen und Kameraden aktiv mitgestalteten. Vorschläge, wie es mit der Freiwilligen in Krimderode weiter gehen könne, habe man über viele Jahre unterbreitet.
So richtig hören wollte es niemand. Es sei schwer zumutbar, dass man künftig wegen jeder Kleinigkeit von Krimderode quer durch die Stadt zur neuen Wache fährt. Das mag gehen, wenn eine FFW nur ein oder 2 Kilometer von der neuen Wache entfernt ist. Aber in unserem Falle ist das eine Zumutung.
Trotzdem zeigten sich die Krimderöder kompromissbereit: Unser Vorschlag: Ein Anbau an den Jugendclub in Krimderode. Dort wird ein Mannschaftstransportwagen untergestellt, mit dem wir gemeinsam zum Einsatz fahren. Kleinere Übungen machen wir weiter im Ort, zu großen Schulungen und Übungen fahren wir gern zur neuen Wache. Das ist kein Problem. Wenn wir diese definitive Zusicherung schwarz auf weiß bekommen, sehen wir keine Probleme.
Ein durchaus realistischer Vorschlag, sagte Frau Krauth. Prinzipiell sehe sie keine Probleme in der Umsetzung. Auch hier wie in Bielen, so Krauth, werde es innerhalb der kommenden zwei Wochen einen weiteren Vor-Ort-Termin geben.
Thomas Schinköth verwies bei beiden Treffen darauf, dass wir gemeinsam mit dem neuen Gebäude auch die Schlagkraft aller Nordhäuser Feuerwehren effizient bündeln könnten. Ängste, dass Euch die Berufsfeuerwehr vereinnahmen oder gar kontrollieren möchte, sind unbegründet, so Schinköth zu den Kameraden. Wir müssen auch weiter blicken: Wo stehen die Feuerwehren insgesamt in zehn Jahren, auch, was den Nachwuchs betrifft.
Die Dienstbedingungen seien am neuen Standort besser. Ich weiß um die Bedenken, was den möglichen Verlust der Identität betrifft: Aber: Übungen im Ort, die Präsenz bei Dorffesten und der Erhalt der Fördervereine der Frewilligen Feuerwehren stehen nicht zur Disposition. Schinköth sagte, dass es angesichts der Fördermittelbedingungen des Landes leider auch Bedingungen gebe: Erfurt wird die neue Feuerwache fördern. Aber daraufhin keine freiwilligen Wehren mehr, die im Zehn-Minuten-Umkreis der neuen Wache liegen.
Autor: nnzNordhausens Bürgermeisterin Jutta Krauth, Inge Klaan, die Geschäftsführerin der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft (SWG) als Bauherrin und Thomas Schinköth von der Berufsfeuerwehr trafen sich in der zurückliegenden Woche mit den Kameraden der Bielener Feuerwehr und mit Ortsbürgermeisterin Uta Heydecke sowie mit den mit den Kameraden der Krimderöder Wehr.
Jutta Krauth und Inge Klaan brachten die Abende so auf den Punkt: Wir danken für das offene Gespräch. Wir gehen heute auseinander und lassen die Treffen nachwirken. Wir wollen niemanden in die neue Wachen zwingen, das wäre der falsche Ansatz.
Zu Beginn der Treffen hatte Frau Klaan gesagt: Nach vielen Worten wird es jetzt nach zehn Jahren konkret: Wir bauen eine neue Nordhäuser Feuerwache und möchten auch einige Freiwillige Feuerwehren darin integrieren. Wir wollen niemand zwingen. Wir wollen dafür werben – und brauchen die Fachmeinung der freiwilligen Feuerwehren, weil wir jetzt die Raumbedarfe klären müssen. Deshalb sind wir zu Ihnen gekommen.
Frau Krauth sagte: Ich mache keine Unterschiede zwischen der Berufs- und den Freiwilligen Feuerwehren. Es gibt die EINE Nordhäuser Feuerwehr, gebildet aus den Freiwilligen- und der Berufsfeuerwehr. Beide haben ihre wichtige Rolle und Funktion im Einsatzfall. Ich würde mir wünschen, dass dies auch sichtbar wird bei der Entscheidung für einen Standort.
Gespräch in Bielen (Foto: P. Grabe, Pressestelle Rathaus)
Die Bielener Kameraden sagten bei dem Treffen, man befürchte bei einem Umzug den Verlust der Identität: Werden wir noch als Bielener Feuerwehr wahrgenommen, wenn wir umziehen? Ich gehe mit meinen Kindern oft sonntags ins Gerätehaus und lasse sie sich mit der Technik beschäftigen. Geht das, wenn ich immer nach Nordhausen fahren muss? Die zweite Frage: Verliert nicht auch Bielen einen Identifikationspunkt, wenn die Feuerwehr nicht mehr im Ort ist? Zur Präsenz im Ort gehören auch die regelmäßigen Übungen im Ort. Das zeigt Präsenz.
Sowohl Frau Klaan als auch Frau Krauth sagten zu, weiter im Gespräch mit der Freiwilligen Feuerwehr zu bleiben, um einen Kompromiss zu finden. Darüber hinaus wird Frau Krauth innerhalb der nächsten zwei Wochen gemeinsam mit der Ortsbürgermeisterin einen Vor-Ort-Termin in Bielen vereinbaren.
Gespräch in Krimderode (Foto: P. Grabe, Pressestelle Rathaus)
Beim Treffen mit der Krimderöder Wehr gab es ähnliche Bedenken: Die Feuerwehr und die TSG seien Dreh- und Angelpunkt der Identität und des Lebens in Krimderode. Eichenfest, Karneval, Sportfeste - all dies sei nur möglich, weil die Kameradinnen und Kameraden aktiv mitgestalteten. Vorschläge, wie es mit der Freiwilligen in Krimderode weiter gehen könne, habe man über viele Jahre unterbreitet.
So richtig hören wollte es niemand. Es sei schwer zumutbar, dass man künftig wegen jeder Kleinigkeit von Krimderode quer durch die Stadt zur neuen Wache fährt. Das mag gehen, wenn eine FFW nur ein oder 2 Kilometer von der neuen Wache entfernt ist. Aber in unserem Falle ist das eine Zumutung.
Trotzdem zeigten sich die Krimderöder kompromissbereit: Unser Vorschlag: Ein Anbau an den Jugendclub in Krimderode. Dort wird ein Mannschaftstransportwagen untergestellt, mit dem wir gemeinsam zum Einsatz fahren. Kleinere Übungen machen wir weiter im Ort, zu großen Schulungen und Übungen fahren wir gern zur neuen Wache. Das ist kein Problem. Wenn wir diese definitive Zusicherung schwarz auf weiß bekommen, sehen wir keine Probleme.
Ein durchaus realistischer Vorschlag, sagte Frau Krauth. Prinzipiell sehe sie keine Probleme in der Umsetzung. Auch hier wie in Bielen, so Krauth, werde es innerhalb der kommenden zwei Wochen einen weiteren Vor-Ort-Termin geben.
Thomas Schinköth verwies bei beiden Treffen darauf, dass wir gemeinsam mit dem neuen Gebäude auch die Schlagkraft aller Nordhäuser Feuerwehren effizient bündeln könnten. Ängste, dass Euch die Berufsfeuerwehr vereinnahmen oder gar kontrollieren möchte, sind unbegründet, so Schinköth zu den Kameraden. Wir müssen auch weiter blicken: Wo stehen die Feuerwehren insgesamt in zehn Jahren, auch, was den Nachwuchs betrifft.
Die Dienstbedingungen seien am neuen Standort besser. Ich weiß um die Bedenken, was den möglichen Verlust der Identität betrifft: Aber: Übungen im Ort, die Präsenz bei Dorffesten und der Erhalt der Fördervereine der Frewilligen Feuerwehren stehen nicht zur Disposition. Schinköth sagte, dass es angesichts der Fördermittelbedingungen des Landes leider auch Bedingungen gebe: Erfurt wird die neue Feuerwache fördern. Aber daraufhin keine freiwilligen Wehren mehr, die im Zehn-Minuten-Umkreis der neuen Wache liegen.
