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Hohen Besuch aufgespürt

Donnerstag, 22. Juli 2004, 14:23 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Polizeidirektion Nordhausen erwartete hohen Besuch. Der Gast durfte ihnen auf keinen Fall entwischen. Deshalb war Bluthund Dandy bei Fuß. Wessen Spur er aufgenommen hat, erfahren Sie nach dem berühmten Klick.

Hohen Besuch aufgespürt (Foto: nnz) Hohen Besuch aufgespürt (Foto: nnz) Als Minister ist Karl-Heinz Gasser kein Neuling. Bis zur Wahl unterstand ihm das Justizministerium. Jetzt kam er als Innenminister. Er sprach mit Polizeidirektor Günter Lierhammer und seinen Kollegen über die Probleme der Beamten. Viele konstruktive Vorschläge, die nicht einmal viel Geld kosten, konnte er mit nach hause nehmen.

Besonders wichtig sind dem neuen Innenminister die Bereiche Verkehr und Betäubungsmittel, die immer stärker auch ineinandergreifen. Alkohol sei bei den Jugendlichen gar nicht mehr so beliebt wie illegale Drogen aller Art, sagt er. Da muß mehr Prävention betrieben werden, in der Schule aber auch im Elternhaus. Leider lasse sich der Einfluß von Rauschmitteln nicht ganz so einfach feststellen wie der Alkoholkonsum. Im Straßenverkehr, der von den 18-25 jährigen generell oft falsch eingeschätzt wird, sind schwere Unfälle die Folge.

Ein Gesetz, welches Jugendlichen das Fahren PS-starker Autos verbietet, findet der Innenminister nicht gut. Vom Führerschein mit 17 Jahren hält er jedoch ebensowenig. Ein junger Mensch habe doch gar nicht die nötige Reife, die Gefahren einzuschätzen. Er solle lieber erst mit einem Moped üben.

Mit Entsetzen erlebt er Raserei und Rücksichtslosigkeit auf den Autobahnen. 80 % aller Straßen in Thüringen haben Tempolimits, wie Polizeidirektor Lierhammer einwirft, und die meisten Unfälle geschehen auf Landstraßen. Karl- Heinz Gasser führt deshalb das Fahrverhalten auch nicht auf das fehlende Tempolimit zurück, sondern auf die allgemeine Stimmung der Gesellschaft.

Die Aufklärungsquote der Nordhäuser Polizei ist mit
67,7 % eine Spitzenleistung, bewundert der Minister. Das geht natürlich nur, wenn die Beamten motiviert und zufrieden sind. Dieses Interesse der Polizisten für ihre Arbeit will Gasser weiter steigern.

So sollen die Beamten von übermäßigem Papierkrieg entlastet werden und vermehrt ihre eigentlichen Aufgaben wahrnehmen. Die Begleitung von Schwerlasttransporten könnte in Zukunft von privaten Firmen übernommen werden. Dann bleibt Zeit für mehr Fußstreifen im Stadtgebiet. Die Bürger wird die Präsenz freuen.

In Zukunft müssen sie sich aber umgewöhnen, denn das Grün und Senfgelb der Polizeiuniformen soll nach dem Willen Gassers einem modernen Blau weichen. Auch die Fahrzeuge werden dementsprechend umgestaltet. Die Polizisten befürworten dies, da die neue Dienstkleidung stabiler und praktischer sein wird.

Zum Schluß durfte der Innenminister "Dandy" streicheln. Der Bluthund ist in der Lage nahezu jeder Fährte zu folgen und zum Beispiel verschollene Personen wiederzufinden oder geflohene Verbrecher zu verfolgen. Noch ist der Hund jung und muß einiges lernen.

Karl-Heinz Gasser ist überzeugt, daß hier jeder Polizist, nicht nur der vierbeinige, eine hervorragende Arbeit leistet. Die Nordhäuser können sich also sicher fühlen in ihrer Heimatstadt.
Autor: wf

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