Ghetto in Nordhausen?
Freitag, 30. Juli 2004, 11:06 Uhr
Nordhausen (nnz). In dieser Woche demonstrierten mehrere Hundert Nordhäuser gegen den Sozialabbau und gegen all das, was in Hartz IV geschrieben steht. Die Auswirkungen sind noch nicht im vollen Umfang erkennbar, sie haben aber Einfluß auf den Wohnungsmarkt in Nordhausen.
In der Wohnungsbaugenossenschaft Nordhausen wird gegenwärtig darüber nachgedacht, das so genannte Rückbauprogramm von Wohnungen zu ändern. Ausgangspunkt der strategischen Überlegungen sind die kommenden Auswirkungen den neuen Arbeitslosengeldes II. Darin ist festgelegt, daß Empfängern dieses Geldes nur noch ein angemessener Wohnunraum zur Verfügung zu stehen hat. Was aber ist angemessen? Welche Mieten können die Betroffenen überhaupt noch zahlen? Die WBG befürchtet, daß noch mehr Mietschuldner registriert werden. Die Schlußfolgerung: Für Betroffene muß angemessener Wohnraum bereitstehen. Angemessen, daß sind dann vermutlich unsanierte Plattenbauten zu Niedrigstpreisen.
Das wird, so schätzen Experten in Nordhausen, das Revier in Nordhausen-Ost sein. Was niemand aussprechen will, das könnte dann Realität werden. Die Gesellschaft wird sich zunehmender spalten und der Begriff Gettho wird auch nicht mehr allzuweit entfernt sein. Man wird von weitem sehen, wer in den Plattenbauten wohnt – da schön und modern saniert, dort unsaniert, grau und häßlich. Ein derartiges Reagieren der Wohnungsunternehmen wird unerläßlich sein, auch bei SWG und WBG muß sich alles der Wirtschaftlichkeit unterordnen – im Interesse des Gesamten.
Das Problem ist bereits derart akut, daß sich selbst die kommunale Politik damit zu beschäftigen beginnt. Vor dem Hintergrund der sich verändernden Bedingungen durch das neu geschaffene Arbeitslosengeld II/Sozialgeld muss das Rückbauprogramm von zu DDR Zeiten entstandenen Plattenbauten überdacht werden. Das fordern die Nordhäuser Sozialdemokraten. Die Stadtverwaltung, der Stadtrat, sowie die Wohnungsgesellschaften SWG und WBG sollen die Planungen und die bisher gefassten Stadtratsbeschlüsse zum Rückbau auf die Umsetzbarkeit überprüfen, meinen die Nordhäuser Sozis.
Wir müssen dafür Sorge tragen, das die Menschen in der Stadt Nordhausen auch in Zukunft unter den sich verändernden Rahmenbedingungen weiterhin mit angemessenem und bezahlbarem Wohnraum versorgt werden können, drückte es SPD-Chef Andreas Wieniger gegenüber der nnz politisch korrekt aus.
Autor: nnzIn der Wohnungsbaugenossenschaft Nordhausen wird gegenwärtig darüber nachgedacht, das so genannte Rückbauprogramm von Wohnungen zu ändern. Ausgangspunkt der strategischen Überlegungen sind die kommenden Auswirkungen den neuen Arbeitslosengeldes II. Darin ist festgelegt, daß Empfängern dieses Geldes nur noch ein angemessener Wohnunraum zur Verfügung zu stehen hat. Was aber ist angemessen? Welche Mieten können die Betroffenen überhaupt noch zahlen? Die WBG befürchtet, daß noch mehr Mietschuldner registriert werden. Die Schlußfolgerung: Für Betroffene muß angemessener Wohnraum bereitstehen. Angemessen, daß sind dann vermutlich unsanierte Plattenbauten zu Niedrigstpreisen.
Das wird, so schätzen Experten in Nordhausen, das Revier in Nordhausen-Ost sein. Was niemand aussprechen will, das könnte dann Realität werden. Die Gesellschaft wird sich zunehmender spalten und der Begriff Gettho wird auch nicht mehr allzuweit entfernt sein. Man wird von weitem sehen, wer in den Plattenbauten wohnt – da schön und modern saniert, dort unsaniert, grau und häßlich. Ein derartiges Reagieren der Wohnungsunternehmen wird unerläßlich sein, auch bei SWG und WBG muß sich alles der Wirtschaftlichkeit unterordnen – im Interesse des Gesamten.
Das Problem ist bereits derart akut, daß sich selbst die kommunale Politik damit zu beschäftigen beginnt. Vor dem Hintergrund der sich verändernden Bedingungen durch das neu geschaffene Arbeitslosengeld II/Sozialgeld muss das Rückbauprogramm von zu DDR Zeiten entstandenen Plattenbauten überdacht werden. Das fordern die Nordhäuser Sozialdemokraten. Die Stadtverwaltung, der Stadtrat, sowie die Wohnungsgesellschaften SWG und WBG sollen die Planungen und die bisher gefassten Stadtratsbeschlüsse zum Rückbau auf die Umsetzbarkeit überprüfen, meinen die Nordhäuser Sozis.
Wir müssen dafür Sorge tragen, das die Menschen in der Stadt Nordhausen auch in Zukunft unter den sich verändernden Rahmenbedingungen weiterhin mit angemessenem und bezahlbarem Wohnraum versorgt werden können, drückte es SPD-Chef Andreas Wieniger gegenüber der nnz politisch korrekt aus.
