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Runder Tisch bislang erfolgreich

Mittwoch, 11. August 2004, 15:45 Uhr
Nordhausen (nnz). Viele kennen sicher noch den „Runden Tisch“ als Institution der Wende in den Jahren 1989/90. Seit einigen Jahren gibt es auch einen Runden Tisch in Erfurt. Und da konnten in diesem Jahr schon einige Erfolge mit diesem „Projekt“ erreicht werden.


Durch den „Runden Tisch“ von Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt und KfW-Mittelstandsbank konnten in den ersten sieben Monaten diesen Jahres 39 Unternehmen in Nord- und Mittelthüringen mit mehr als 1.600 Arbeitsplätzen vor dem Konkurs gerettet werden. „Bei 63 betroffenen Firmen, die unsere Hilfe in Anspruch genommen haben, ist dies immerhin eine Erfolgsquote von 62 Prozent und spricht für die Wirksamkeit des Projektes“, wertet IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser.

Den „Runden Tisch“ als Instrument zur Bewältigung von Firmenkrisen gibt es inzwischen in jedem Bundesland. Dabei fungieren die Kammern als Moderatoren zwischen den finanziell angeschlagenen Unternehmen und den Vertretern von Banken, Krankenkassen, Finanzämtern etc. „Es ist schnelle und unbürokratische Hilfe zur aktiven Krisenbewältigung gefragt“, so Grusser. In den Verhandlungen gehe es oft um kurzfristige Zahlungsaufschübe oder Forderungsverzicht, um zunächst das Überleben des Betriebes zu sichern. Mittelfristig stehe aber die Umsetzung des erarbeiteten Sanierungskonzeptes und die Neupositionierung am Markt im Vordergrund der Bemühungen. Dies habe zu einer hohen Akzeptanz bei den jeweiligen Hausbanken geführt.

Managementfehler und Schwächen in der Unternehmensführung seien in 63 Prozent der Fälle die Hauptursachen für die wirtschaftliche Schieflage im Unternehmen; jeder dritte Betrieb klage über Forderungsausfälle und bei 21 Prozent wären bereits Fehler in der Finanzplanung während der Gründungsphase verantwortlich für die auftretenden Liquiditätsschwierigkeiten. „In den konsumabhängigen Branchen spielt die anhaltende Zurückhaltung der Verbraucher natürlich eine entscheidende Rolle“, verweist Grusser auf Umsatzrückgänge in Handel und Gastronomie. Gleichbleibende bzw. steigende Kosten für Personal, Energie und Kraftstoff könnten dann schnell zu existenzbedrohenden Zahlungsschwierigkeiten führen.

Inzwischen komme jedes zweite Unternehmen, das bei der Kammer um Unterstützung nachfragt, aus dem Bereich von Einzelhandel, Gastronomie oder Hotellerie. Insbesondere kleine und inhabergeführte Einzelhandelsbetriebe sowie zunehmend auch Autohäuser seien von der Entwicklung betroffen.
Autor: nnz

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