nnz-doku: Petition
Montag, 30. August 2004, 20:53 Uhr
Nordhausen (nnz). Während des heutigen Weg des Lebens wurde durch dessen Teilnehmer eine Petition an die Bürgermeister der Kommunen entlang der ehemaligen Helmetalbahn übergeben. nnz veröffentlicht den Wortlaut der Petition innerhalb der doku-Reihe.
Ausbau der Helmetalbahn (Südharz) als Gedenkort und Wanderweg
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Jahre 2001 hatte sich der Häftlingsbeirat wegen des Wunsches, auf der Trasse der unvollendet gebliebenen Umgehungsbahn Osterhagen – Nordhausen (Helmetalbahn) im die Landesgrenze überschreitenden Abschnitt zwischen Osterhagen und Mackenrode einen Gedenkort in Verbindung mit einem kombinierten Rad- und Wanderweg verwirklicht zu sehen, mit einer Petition an die Landtage in Hannover und Erfurt gewandt. Von dort ergingen am 14.11.01 und 7.02.02 erfreulicherweise positive Entscheidungen; diese stimmten uns hoffnungsfroh.
Doch haben wir seither von den Kommunen und Behörden keinerlei Signale mehr gehört. Bedauerlicherweise hat das Vorhaben vor Ort keinerlei Fortgang genommen; leider auch nicht durch den Landkreis Osterode, wo sich zunächst Landrat B. Reuter persönlich für dieses kleine, uns aber wichtige Projekt eingesetzt hatte.
Die positiven Signale aus Hannover lassen erwarten, dass sich das Land Niedersachsen an der Finanzierung des entsprechenden Abschnitts in namhafter Weise beteiligen würde, zumal Bedenken des Naturschutzes infolge der Berücksichtigung der Petition seitens des Landes überwunden wurden. Unser niederländisches Mitglied und ehem. Häftling im KZ-Außenlager Nüxei, Albert van Dijk, hatte vor einiger Zeit ein Gespräch und Korrespondenz mit dem örtlichen Jagdpächter aus Steina. Danach sollten die anfänglichen Widerstände durch eine angemessene Planung einschließlich geeigneter Kompensation ausgeräumt werden können.
Der in Aussicht genommene Ausbauabschnitt ist der für den hier wandernden Gast, für das Nachvollziehen des Geschehenen durch Überlebende und deren Angehörigen sowie den Geschichtsforscher der interessanteste Teil der Strecke. Wegen des starken Reliefs lässt sich an diesem ca. 6 km langen Abschnitt auch am besten die Schwere des körperlichen Einsatzes der KZ-Häftlinge ablesen. Etwa die Hälfte der hier seit Juni 1944 eingesetzten mehr als 1.400 KZ-Häftlinge hat Mitte April 1945 nicht mehr gelebt!
Noch leben in unseren Reihen mehrere Personen, die damals an diesem Bauprojekt beteiligt waren, allesamt jetzt hochbetagte Männer. Wir ersuchen Sie daher, alles ihnen Mögliche zur Verwirklichung des Vorhabens beizutragen. Wir würden uns glücklich schätzen, an der Einweihung des Weges gemeinsam mit den Verantwortlichen der Länder und der Region noch teilhaben zu dürfen.
Im Hinblick auf den thüringischen und kürzeren Ausbauabschnitt zwischen der Landesgrenze und Mackenrode bitten wir die hier zuständigen Stellen höflich, eine geeignete rechtliche Lösung für die Bauträgerschaft zu verwirklichen. Es würde ein sympathischer nächster Schritt sein, wenn die verantwortlichen Personen und Stellen zu einer gemeinsamen Erörterung zusammenkommen könnten, auch um zu klären, welche örtlichen Widerstände oder Probleme ggf. noch ausgeräumt werden müssen.
Autor: nnzAusbau der Helmetalbahn (Südharz) als Gedenkort und Wanderweg
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Jahre 2001 hatte sich der Häftlingsbeirat wegen des Wunsches, auf der Trasse der unvollendet gebliebenen Umgehungsbahn Osterhagen – Nordhausen (Helmetalbahn) im die Landesgrenze überschreitenden Abschnitt zwischen Osterhagen und Mackenrode einen Gedenkort in Verbindung mit einem kombinierten Rad- und Wanderweg verwirklicht zu sehen, mit einer Petition an die Landtage in Hannover und Erfurt gewandt. Von dort ergingen am 14.11.01 und 7.02.02 erfreulicherweise positive Entscheidungen; diese stimmten uns hoffnungsfroh.
Doch haben wir seither von den Kommunen und Behörden keinerlei Signale mehr gehört. Bedauerlicherweise hat das Vorhaben vor Ort keinerlei Fortgang genommen; leider auch nicht durch den Landkreis Osterode, wo sich zunächst Landrat B. Reuter persönlich für dieses kleine, uns aber wichtige Projekt eingesetzt hatte.
Die positiven Signale aus Hannover lassen erwarten, dass sich das Land Niedersachsen an der Finanzierung des entsprechenden Abschnitts in namhafter Weise beteiligen würde, zumal Bedenken des Naturschutzes infolge der Berücksichtigung der Petition seitens des Landes überwunden wurden. Unser niederländisches Mitglied und ehem. Häftling im KZ-Außenlager Nüxei, Albert van Dijk, hatte vor einiger Zeit ein Gespräch und Korrespondenz mit dem örtlichen Jagdpächter aus Steina. Danach sollten die anfänglichen Widerstände durch eine angemessene Planung einschließlich geeigneter Kompensation ausgeräumt werden können.
Der in Aussicht genommene Ausbauabschnitt ist der für den hier wandernden Gast, für das Nachvollziehen des Geschehenen durch Überlebende und deren Angehörigen sowie den Geschichtsforscher der interessanteste Teil der Strecke. Wegen des starken Reliefs lässt sich an diesem ca. 6 km langen Abschnitt auch am besten die Schwere des körperlichen Einsatzes der KZ-Häftlinge ablesen. Etwa die Hälfte der hier seit Juni 1944 eingesetzten mehr als 1.400 KZ-Häftlinge hat Mitte April 1945 nicht mehr gelebt!
Noch leben in unseren Reihen mehrere Personen, die damals an diesem Bauprojekt beteiligt waren, allesamt jetzt hochbetagte Männer. Wir ersuchen Sie daher, alles ihnen Mögliche zur Verwirklichung des Vorhabens beizutragen. Wir würden uns glücklich schätzen, an der Einweihung des Weges gemeinsam mit den Verantwortlichen der Länder und der Region noch teilhaben zu dürfen.
Im Hinblick auf den thüringischen und kürzeren Ausbauabschnitt zwischen der Landesgrenze und Mackenrode bitten wir die hier zuständigen Stellen höflich, eine geeignete rechtliche Lösung für die Bauträgerschaft zu verwirklichen. Es würde ein sympathischer nächster Schritt sein, wenn die verantwortlichen Personen und Stellen zu einer gemeinsamen Erörterung zusammenkommen könnten, auch um zu klären, welche örtlichen Widerstände oder Probleme ggf. noch ausgeräumt werden müssen.
